Fitness

Wir bringen Sie in Form.
Hier erfahren Sie alles rund um Training, Ernährung und einen sportlichen Lifestyle.

Dr. Muscle

30. Juni 2015 10:19; Akt: 30.06.2015 10:19 Print

Die Muskelkraft treibt die Knochenstärke an

Was haben Muskeln mit der Stärke unserer Knochen zu tun? Dr. Muscle klärt auf.

storybild

Was sind die Ursachen für müde Knochen? (Bild: Vadimguzhva)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wie ich in der letzten Kolumne erklärt habe, ist die Knochenverformung eine geregelte Grösse. Je nach Beanspruchungsgrad wird die Knochenmasse und -architektur so angepasst, dass die Knochenstärke zunimmt oder abnimmt. Das alles geschieht mit dem Ziel, die Knochenverformung in einem konstanten Bereich zu halten. Die Knochenanpassung folgt demnach dem Prinzip «so viel wie nötig» und nicht, wie allgemein angenommen, «soviel wie möglich».
Dabei gibt es verschiedene Verformungsarten. Biegt man beispielsweise einen Knochen, so wird er auf der einen Seite zusammengedrückt (Kompression) und auf der gegenüberliegenden Seite gleichzeitig gedehnt (Spannung).

Zudem kann die Biegung auch in Kombination mit einer Verdrehung um die eigene Längsachse (Torsion) stattfinden. Wie Messungen am Unterschenkelmuskel von lebenden Menschen belegen, liegt der Grad der Verformung normalerweise bei ca. 0-0,5% der Ausgangslänge. Bei sehr heftiger Beanspruchung können jedoch Verformungsspitzen von bis zu 0,9% auftreten.
Doch was ist die Knochenbeanspruchung konkret bzw. wodurch werden Knochenverformungen verursacht?

Mit Knochenbeanspruchung ist einerseits die Kraft gemeint, die auf den Knochen einwirkt und die in Abhängigkeit der Knochenstärke das Mass der Verformung bestimmt. Andererseits versteht man darunter aber auch die Schnelligkeit der Verformung sowie die Häufigkeit, mit der solche Knochenverformungen auftreten. In jedem Fall werden die Knochenverformungen durch Kräfte bewirkt. Entweder handelt es sich hierbei um passive oder aktive Kräfte. Passiv sind jene, die allein als Folge der Erdanziehungskraft auf Ihre Knochen wirkt. Wenn Sie beispielsweise ruhig und entspannt mit gestreckten Beinen auf beiden Füssen stehen, so muss jeder Unterschenkelknochen rund die Hälfte Ihres Körpergewichts (er-)tragen.

Zu den passiven Kräften gehören auch alle Schläge oder Aufpralle, die Ihre Knochen im Alltag erfahren. Aktive Kräfte beziehen sich hingegen auf diejenigen, die durch die Muskeln erzeugt werden und über die Sehnen auf Ihre Knochen übertragen werden. Die aktiven Kräfte sind generell höher als die passiven Kräfte. Daher ist die Muskelkraft für die Ausbildung (im Kindes- und Jugendalter) und den Erhalt (im Erwachsenenalter) Ihrer Knochenstärke die treibende Kraft.

Welche Trainingsformen bzw. körperliche Aktivitätsmuster bringen die höchsten Muskelkräfte hervor und eignen sich daher besonders gut, um den Knochenaufbau zu stimulieren? Ist Krafttraining wirklich die Methode der Wahl? Und wie steht es ums Joggen?

Die Antworten auf diese Fragen erfahren Sie in der nächsten Kolumne.