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22. April 2017 15:08; Akt: 22.04.2017 15:08 Print

Fettzellen ausser Kontrolle

Sie trainieren und essen gesund, doch die Fettpolster an Armen und Beinen wachsen. Immer mehr Frauen leiden an einem Lipödem. Ein Fall für Ernährungsdiagnostiker Jürg Hösli.

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Ach, du dickes Bein! Beim Lipödem vermehren sich Fettzellen im Unterhautfettgewebe unkontrolliert. (Bild: Dimid_86, iStock)

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Eine neue Erkrankung hat Einzug gehalten in den Arztpraxen: Man hört immer mehr die Diagnose Lipödem. Das Krankheitsbild bezeichnet die überhöhte Fetteinlagerung vor allem der Oberschenkel oder Arme. Die Ursachen sind im Moment noch zu wenig geklärt. Es sind vor allem Frauen in der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder im Klimakterium betroffen.

Umfrage
Trainieren Sie, um Fettpolster loszuwerden?
36 %
45 %
19 %
Insgesamt 2635 Teilnehmer

Ein Lipödem bringt immer aufgrund der sehr starken Verschlechterung des Hautbildes einen hohen psychologischen Druck mit sich, und natürlich wird auch über verschiedene Diäten versucht, das Körperfett an Beinen und Armen wieder loszuwerden.

Wir untersuchen in unseren Praxen seit rund fünf Jahren Einflüsse auf das Lipödem. Da wir bei jedem Patienten die Einflüsse von Ernährung, Training und auch von psychologischem Befinden anhand von wissenschaftlichen Standardverfahren messen, konnten wir einige spannende Zusammenhänge in der noch viel zu unbekannten Erkrankung festhalten.

Ursache der Erkrankung scheint neben einer genetischen Prädisposition vor allem eine Mischung von psychologischem Stress, Fehlernährung und Sportmangel zu sein. Die meisten Menschen mit einem Lipödem haben ihren Körper aufgrund von sehr hoch auftretendem Stress vernachlässigt. Sie essen vor allem über den Tag sehr wenig und treiben kaum noch Sport.

Da die entsprechende Muskulatur aufgrund der Fehlernährung und dem Alltagsstress immer schneller übersäuert, ist auch immer weniger an Sport zu denken. Da vor allem aber Regeneration und Stresspufferung in der Muskulatur eine sehr wichtige Rolle zu spielen scheinen, muss jedoch eine Änderung des Lebensstils geschehen.

Wenn wir Menschen mit einem Lipödem einen Weg aus der Erkrankung aufzeigen wollen, dann sind die folgenden Punkte wichtig:

Viele Frauen mit einem Lipödem sind vom psychologischen Typ her typische Weltretter. Sie schauen, dass es ihrem Umfeld gut geht, denken aber viel zu wenig an sich und ihre Bedürfnisse, sie essen über den Tag oft längere Zeit nichts. Eigene Wünsche werden gegenüber dem Wohl der Allgemeinheit zurückgestellt. Und hier sollten diese Frauen ansetzen. Das Körperfett an den Beinen und Armen kann nur dann reduziert werden, wenn auch tagsüber mehr gegessen wird. Durch das Plus an Nährstoffen wird vor allem die muskuläre Regeneration verbessert und das Körperfett auch dort verringert.

Kohlenhydrate spielen bei dieser Regeneration ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Als Zwischenmahlzeiten sollten regelmässig Früchte auf den Speiseplan, zu den Hauptmahlzeiten gehören Kohlenhydrate in Form von Reis, Pasta oder Kartoffeln sowohl zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Die Menge beläuft sich auf jeweils rund ein Drittel des Tellers, muss aber im einzelnen Fall geklärt werden, jeder Mensch ist anders. Zum Training ist unbedingt ein Kohlenhydrategetränk wie Apfelschorle oder Sportgetränk empfohlen. Schon ein Spaziergang kann für eine Frau mit einem ausgeprägten Lipödem und Übergewicht ein intensives Training sein. Fatal ist übrigens eine Low-Carb-Ernährung, denn die Regeneration des Körpers insbesondere der Extremitäten wird nur noch schlechter.

Um ein optimales Training für eine Lipödem-Patientin zu erstellen, sollte zuerst eine Analyse der genauen regenerativen Fähigkeiten geschehen. Ein Training ist danach aber immer ähnlich aufgebaut. Ein Training pro Woche sollte sehr intensiv sein, also ein typisches Intervall. Hier ist Treppensteigen oder einen Anstieg hochlaufen eine gute Möglichkeit. Die Intervalle sollten kurz gehalten werden: zwei- bis sechsmal 60 Sekunden. Den Rest der Woche sollten sehr extensive Belastungen gewählt werden wie Schwimmen oder Crosstrainer.

Genau genommen ist ein Lipödem eine Überlastung der Stresssysteme der Muskulatur. Es gibt einen Weg aus dieser Erkrankung, ohne dass man zum Schönheitschirurgen geht. Der Weg ist kein einfacher, aber umso nachhaltiger, auch für eine Veränderung des Selbstwertgefühls.

(seh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lipödem Lady am 22.04.2017 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, nein und nochmals nein!

    Ich bin selber Betroffen von der Krankheit Lipödem. Dieser Artikel ist ein Witz und eine Schande! Das fängt schon beim Symbolbild an, welches auf keinen Fall eine Frau mit Lipödem zeigt!!! Das sieht nämlich ziemlich anders aus! Das Lipödem lässt sich mittels Ultraschall diagnostizieren. Da die kranken Lipödem-Fettzellen eine komplett andere Struktur als normales "Übergewichtsfett" aufweisen. Lipödem ist erwiesenermassen diät- und sportresistent. Die Aussage in diesem Bericht ist für jede Betroffene -einmal mehr- ein Schlag ins Gesicht!!! Sehr traurig, dass so etwas verbreitet wird!

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  • Äso isch das am 22.04.2017 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Augenroll

    Es ist doch ganz verständlich dass ein Ernährungs- und Sportberater erzählt dass man ein Lipödem mit - Achtung! - Ernährung und Sport bekämpfen kann. Wäre er Mediziner würde er Medizin verschreiben, wäre er Kräuterkundler wären es Kräuter und wäre er Orthopäde wären es andere Schuhe.

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  • Lipödemgeplagte am 22.04.2017 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Lipödemgeplagte

    Ich bin 20 Jahre alt. Seit beginn meiner Pubertät nehme ich kontinuierlich an den Beinen zu. Am Bauch ein Sixpack, die Arme definiert, doch die Beine gleichen eher die einer dicken unförmigen Säule oder denen eines Elefanten. Es ist hart. Die Beine schmerzen, jeden Tag. Ich wünsche diese Diagnose niemanden. Das Lipödem geht nur mit einer Liposuktion weg. Manuelle Lymphdrainage und Kompressionswäsche helfen nur bedingt. Die Krankheit belastet nicht nur Physisch sondern auch Psychisch. Es wird endlich Zeit das auch uns geholfen wird wie auch anderen mit z.B. einem Magenband....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • luna am 23.04.2017 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    blöde Frage

    Vielleicht ist das jetzt nur dif naive Frage einer Nicht-Betroffenen: Wenn es sich beim Lipödem "nur" um entartete Fettzellen handelt, kann man diese dann nicht einfach absaugen? Und müsste das nicht sogar die KK bezahlen? Oder liege ich jetzt völlig falsch?

  • Sepp am 23.04.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trumpis

    Trumps ist ein neues Fitness- und Sportgerät

  • Tina am 23.04.2017 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin fassungslos über solch einen puren Unsinn!

    Sie wissen doch absolut nicht, wovon Sie reden! Ich bin selbst betroffen, seit vielen Jahren! Ich habe mein Adipositas in Griff bekommen, und das was sich im laufe Zeit an Hüften, Armen etc. angesetzt hat, abgenommen. Es ging mir so schlecht, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte. Meine Beine sind schwer, nach wie vor habe ich Schmerzen! Mein Lipödem ist aber nach wie vor da und da habe ich absolut nichts abgenommen! Ich ernähre mich Basisch, fühle mich wohl! Genau solche Menschen wie Sie sind es, die es uns noch schwerer machen als wir es sowieso schon haben!

  • Leon am 23.04.2017 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wenn er recht hätte?

    Ich verstehe die ganze Empörung nicht. Ich bin nicht betroffen und masse mir nicht an mitzureden. Trotzdem.. Viele erzählen empört, dass Sport und Ernährung nichts am Problem lösen würden. Stundenlang hätten sie trainiert und gesund gegessen sowieso. Im Artikel steht jedoch nichts von stundenlangem Training - im Gegenteil. Alle schreien Herr Hösli sei ein Scharlatan. Keine der Betroffenen hat jedoch genau seine Ratschläge über eine längere Zeit befolgt. Es scheint zumindest Einigkeit darüber zu herrschen, dass diese Erkrankung noch recht unerforscht ist. Und wenn Herr Hösli recht hätte?

    • Ubuton am 23.04.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leon

      dann wäre das eine gute Nachricht, weil man dann besser wüsste, wie man der Erkrankung beikommt.

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  • Prit am 23.04.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffene seit 33 Jahren

    Ich bin seit 41 Jahre Diabetikerin. Somit musste ich mich immer sehr ausgeglichen und gesund ernähren. Diesen Beitrag ist völlig daneben. Die starken Schmerzen habe ich nur mit einer massiven Reduktion der Kohlenhydrate im griff. Was mir auch hilft sind Steinklee Kapseln. Diese Kapseln reduzieren die Schmerzen aber sind auch unterstützend um die Fettdepots an den Beinen zu reduzieren.