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Im richtigen Takt

17. September 2018 18:53; Akt: 17.09.2018 18:53 Print

«Stress schaltet den inneren Rhythmus aus»

von Sulamith Ehrensperger - Wer seine innere Uhr kennt, kann effektiver trainieren und besser entspannen. Sportarzt Kurt Mosetter mit Tipps, damit der Biorhythmus richtig tickt.

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Der innere Rhythmus ist ein Grundpfeiler für optimale Leistungen und Wohlbefinden. Tipps, um den Körper wieder in Takt zu bringen, finden Sie in der Bildstrecke. Nicht die Gene oder das Gehirn spielen beim inneren Rhythmus eine Schlüsselrolle, vielmehr unser Verhalten. Ein entscheidender Faktor für einen harmonischen inneren Rhythmus ist laut Kurt Mosetter die Ernährung: «Zu viel Brot, Nudeln, Kartoffeln, Süsses, kurzkettige Kohlenhydrate – vor allem aber Zucker bremst am Abend die Erholung aus.» Viele Wildkräuter, Gewürze, Ingwer, Beeren, Kichererbsen und Linsen empfiehlt Sportarzt Mosetter. Lieber morgens gut frühstücken und mittags essen, abends aber nicht mehr zu viel: «Ein bisschen Linsensuppe mit Sellerie und Kurkuma ist das beste antientzündliche und schlaffördernde Menü.» Jeder Mensch hat einen Rhythmus, die sogenannte innere Uhr. Besondere Taktgeber des Körpers sind in den Nebennieren, der Leber, dem Magen-Darm–Trakt, den Muskeln sowie im vegetativen Nervensystem verankert. Licht ist der bekannteste Stimulus für den inneren Rhythmus. Morgenmenschen können sich diesen zunutze machen: Training am Morgen hilft dem Stoffwechsel auf die Sprünge und aktiviert die Fettverbrennung. Nachtmenschen kommen abends in die Gänge. Wer seinen Rhythmus kennt, kann diesen im Alltag nutzen. Bewegung kann helfen, den Körper wieder in Takt zu bringen: «Moderates Training am Abend kann effizient und sinnvoll sein. Muskeltraining aktiviert die physiologische Fettverbrennung», verrät Mosetter. Zucker am Abend bremst den Schlaf und die Erholung aus: «Abends gehören Cortisol und Insulin ins Bett. Feuert der Körper aber immer weiter, herrscht Ausnahmezustand», erklärt Mosetter. Insulinausschüttungen abends hemmen Wachstums- und Regenerationshormone. Bildschirme und Blaulicht von elektronischen Geräten aktivieren den Körper und machen den Schlaf weniger erholsam. Smartphone und Co. spätestens gegen 21 Uhr ausschalten, rät Mosetter. Gezielt früh schlafen zu gehen und Ruhepausen tagsüber helfen, besseren Schlaf zu finden und den inneren Rhythmus wieder ins Lot zu bringen.

Zum Thema
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Jeder Mensch hat einen Rhythmus, die sogenannte innere Uhr. Ticken alle Menschen gleich schnell?
Wir Menschen haben von der Evolution her beim inneren Rhythmus Gemeinsamkeiten. In der Nacht regeneriert und repariert er und macht uns wieder fit. Am Tag ticken alle bisschen anders: Frühaufsteher sind morgens leistungsfähig und aktiv, Nachtmenschen abends. Wer seinen Rhythmus kennt, kann diesen im Alltag nutzen.

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Kennen Sie Ihren inneren Rhythmus?

Der moderne Lifestyle bringt den Körper mit zu viel Zucker, Stress und Schlafmangel ausser Takt. Wie kann ich ihn wieder richtig takten?
Vereinfacht gesagt: mit dem ganzen Lebensstil. Wichtig ist, was und wann ich esse, wann ich schlafe und mich bewege. Ursprünglich waren alle die Vorgänge aufeinander getimt. Der innere Rhythmus funktioniert wie ein Ökosystem: Es steckt einiges weg, bei zu viel Belastungsfaktoren jedoch kippt es. Wenn Sie halbwegs achtsam mit dem Körper umgehen, lässt er sich wieder richtig takten, selbst nach grösseren Schäden.

Welches sind die tonangebenden Dirigenten für den Biorhythmus?
Es sind mehrere Orchester, die sich gut synchronisieren. Wichtige Taktgeber sind Magen-Darm-Trakt, die Nebennieren, das Gehirn und auch das Stressverhalten. Harmonieren sie gut miteinander, regeneriert sich der Körper und Sie schlafen gut.

Welche weiteren Taktgeber im Alltag beeinflussen den Rhythmus?
Das Tageslicht, es aktiviert eine ganze Kaskade von Genen. Es schaltet sie an, wir werden munter. Genauso wichtig wie Licht ist der Darm. Wird der mit zu viel Fastfood und Zucker überfallen, gerät er ausser Takt. Er hat nie Feierabend, die Folge ist ein Energiemangel. Auch die Leber will Ruhe am Abend. Bekommt sie zu viel Alkohol und Zucker, schaltet sie nicht in den Regenerationsmodus. Abends gehen Cortisol und Insulin ins Bett, ist der Stress jedoch zu gross, feuert der Körper weiter. Statt Bettruhe herrscht Ausnahmezustand. Eine chronische Stressaktivierung schaltet den inneren Rhythmus aus!

Wie kann ich die Ernährung nutzen, um den Körper wieder in Schwung zu bringen?
Legen Sie Abstand zwischen den Mahlzeiten ein, sodass der basale Insulinspiegel schön ruhig bleibt. Sie können tagsüber alles essen, von allem ein bisschen, je nachdem wie viel Sie sich bewegen. Der kritische Zeitpunkt ist abends. Verzichten Sie wenn möglich auf kurzkettige Kohlenhydrate. Brot, Pizza und Pasta, Süssgetränke und Alkohol bedeuten für den Körper Schwerstarbeit. Stattdessen tun Wildkräuter, Suppe, Gemüse oder ein wenig leichtverdauliches weisses Fleisch dem Körper gut.

Aus dem Rhythmus kommen ist nicht schwer, doch wie finde ich ihn wieder?
Die wichtigste Entscheidung ist, achtsam mit sich umzugehen. Achten Sie auf die Ernährung und bewegen Sie sich genug. Bauen Sie im Alltag Achtsamkeit ein und machen Sie sich Gedanken zu ihrem Lebensstil. Wann schlafe ich, was esse ich, wann arbeite ich? Bildschirme und Blaulicht am Abend sind schlafraubend.

Ihr persönlicher Tipp, damit ich schneller wieder richtig ticke?
Viele Wildkräuter, Gewürze, Ingwer, Beeren, Kichererbsen und Linsen. Lieber morgens gut frühstücken und mittags essen, aber abends nicht mehr zu viel. Ein bisschen Linsensuppe mit Sellerie und Kurkuma ist das beste antientzündliche und schlaffördernde Menü.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ade merci am 19.09.2018 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich...

    ..kenne meinen rhytmus, aber die heutige arbeitswelt erlaubt mir nicht ihn zu leben... also, ade merci...

  • Burebueb am 17.09.2018 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Innere Rythmus......

    als Berner würde ich sagen: Träm,träm,trärediri.......

  • Peter Frei am 19.09.2018 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Warum zeigt das Bild eine Dame mit einer Essstörung ? Kommt der Stress wohl daher ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sina Anis am 21.09.2018 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunder

    Evolution, dass ich nicht lache. Was hat die Evolution mit der menschlichen inneren Uhr zu tun. Wir sind das Ebenbild Gottes, geschaffen von ihm selbst. Perfekt und wunderbar.

  • tjt am 21.09.2018 03:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iss...

    Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler. Sagt doch schon alles.

  • Trollino am 20.09.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Stress...

    ...ich mag seine Musik auch nicht, macht mich auch irgendwie nervös und unruhig innerlich...

  • Peter Frei am 19.09.2018 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Warum zeigt das Bild eine Dame mit einer Essstörung ? Kommt der Stress wohl daher ?

  • ade merci am 19.09.2018 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich...

    ..kenne meinen rhytmus, aber die heutige arbeitswelt erlaubt mir nicht ihn zu leben... also, ade merci...