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Ina Kess

02. September 2018 20:38; Akt: 02.09.2018 23:11 Print

«Weil es fast keine elegante Sportmode gibt»

von Sulamith Ehrensperger - Im bunten Sportoutfit fühlten sie sich verkleidet. Dann gründeten die zwei Zürcher Schwestern Ina Kess, Sportlook im Haute-Couture-Mantel.

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Ina Kess wurde von den Zürcher Schwestern Katharina (l.) und Isabelle (r.) Staub vor drei Jahren ins Leben gerufen. Das Label steht für Kleidung mit Sportswear-Charakter, ob im Büro, Flugzeug oder Yogastudio. Gerade ist ein Prototyp eines Regenmantels aus der Produktion in Portugal eingetroffen. Bis alles perfekt sitzt, arbeiten die beiden Schwestern mit bis zu 15 verschiedenen Exempeln. Das Start-up bezeichnet sich als sozial verantwortliches Unternehmen. Die Kleider werden in Europa produziert, hauptsächlich in Portugal, und meist von Familienbetrieben. Die Unternehmerinnen kreieren ausgeklügelte, doch schlichte Schnitte. Sie lieben Details und Perfektion, die in jedem Teil ihrer Kollektion wiederzufinden ist. «Es gibt so viele Jeansmarken, aber fast keine elegante Sportkleidung!», sagt Katharina. Beim Joggen in der Mittagspause hat die Geschichte von Ina Kess angefangen. «Ich fühlte ich mich im frechen, farbigen Sportdress verkleidet, wie an der Fasnacht. Ich mag meine Kleider gerne klassisch, chic und mit einem guten Schnitt.» Die beiden Schwestern sind in engem Kontakt mit ihren Kundinnen. Sie beziehen deren Erfahrungen, Meinungen und Wünsche in die Entstehungsprozesse mit ein. Schliesslich soll Frau im selben Outfit sowohl im Meeting wie auch beim Yoga schick aussehen. Auch Redaktorin Sulamith Ehrensperger kleiden die beiden Schwestern ein. Das Outfit: ein Paar Zip-Pants (279 Franken), eine federleichte Silken Light Blouse (239 Franken) und ein kesser Iconic Tech Blazer (1199 Franken). Ina Kess – das ist zeitlose Eleganz, figurschmeichelnde Schnitte und viel Schwarz. «Ich glaube daran, dass Funktionskleidung die Zukunft ist», meint Katharina Staub. Umso mehr ist und bleibt das Credo von Ina Kess: funktional, aber schick in allen Lebenslagen.

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Katharina und Isabelle Staub, wer ist diese geheimnisvolle Ina Kess?
Isabelle: «Ina» steht als Abkürzung für meine Schwester Katharina, die das Label vor drei Jahren ins Leben gerufen hat, und «Kess» ist ein Synonym für eine kesse, sportliche Art. Die Wortkreation widerspiegelt unsere Vision von Mode: «Ina» ist feminin, elegant, weiblich und «Kess» ist keck, sportlich, technisch und praktisch.

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Die Bandbreite der Kollektion reicht von Athleisure-Pants bis hin zum Haute-Couture-Coat. Was hat euch motiviert, eine eigene Sportkollektion zu kreieren?
Katharina: Beim Joggen in der Mittagspause hat alles angefangen. Wenn ich über den Paradeplatz und am See entlang rannte, fühlte ich mich im frechen, farbigen Sportdress verkleidet, wie an der Fasnacht. Ich mag meine Kleider gerne klassisch, chic und mit einem guten Schnitt. Das gab es damals in der Sportabteilung nicht. Also habe ich kurzerhand eigene klassische dunkelgraue Sport-Pants genäht. Ich mochte sie so sehr, dass ich sie auch im Alltag getragen habe. Die Reaktionen waren sehr positiv, so dass ich mich entschied, ein eigenes Label zu gründen. Für mich machte es damals absolut Sinn: Es gibt so viele Jeansmarken, aber fast keine elegante Sportkleidung! Ich wollte etwas für die Frauen kreieren, die auch im Sport den klassischen, schicken Stil suchen.

Die meisten gehen zum Sport, um zu schwitzen und sich auspowern. Warum braucht es ein schickes Outfit?
Katharina: Sport ist nicht nur Crossfit und Yoga. Wir sind alle so beschäftigt, dass viele den Sport in ihren Alltag integrieren. Ob auf den Bus rennen, ein Spaziergang, eine Velofahrt oder eine Stretchingeinheit, dafür musst du flexibel gekleidet sein. Ich selbst könnte nicht im Deuxpièce auf den Flieger rennen, wenn ich mich wie im Korsett fühle. Ich möchte so angezogen sein, dass ich für alles bereit bin.

Athleisure-Look ist also nicht nur bequem, sondern auch ein Statement: Sport ist für viele ein Lifestyle.
Isabelle: Wir gehen nicht mit Trends und der Mode, die alle tragen, mit. Beide sind schnell wieder vorbei. In den Sport-Tights einkaufen zu gehen, ist jetzt in. Doch ich glaube, ein Produkt wie Ina Kess ist die Zukunft: Sportbekleidung, der man den Verwendungszweck nicht ansieht. Wer einmal eine bequeme Hose hat, die auch schick aussieht, will nie mehr in Jeans bis abends auf dem Bürostuhl sitzen. Ich glaube, irgendwann kannst du dir Kleidung, die nicht atmungsaktiv ist oder keinen Stretch hat, gar nicht mehr vorstellen.

Viele Frauen denken, Sportmode sei nur was für trainierte, schlanke Körper.
Katharina:Welche Frau ist nicht gerne bequem gekleidet, und sieht trotzdem schick aus? Unsere Kleider sind alle aus funktionalen, dehnbaren Stoffen mit hohem Stretchanteil gefertigt. Sie schmiegen sich wie eine zweite Haut an und passen daher perfekt zu jedem Figurtyp.

Was unterscheidet euch von all den anderen Sportmarken auf dem Markt?

Katharina: Unsere Kundinnen sind ein Teil von Ina Kess. Ihre Feedbacks fliessen in unserem Studio direkt in den Entstehungsprozess mit ein. Wir sind ein kleines Label, investieren aber sehr viel Zeit in den Schnitt und die Details. Wir fertigen bis zu 15 Prototypen an, solange bis alles perfekt sitzt. Uns ist wichtig, dass die Kleider figurschmeichelnd sind. In Relation zu Beinlänge und –Breite nähen wir die Reissverschlüsse je nach Grösse anderes ein, auch die Prints sind bei S und L verschieden, damit das Muster gut aussieht. Wir setzen auf Haut-Couture-Qualität vereint mit Funktionsstoff. Sie sind haben einen hohen
Stretchanteil, sind atmungsaktiv und sehr pflegeleicht. Die Kleider sind daher ideale Begleiter – auf dem Bürostuhl wie auf der Yogamatte.
Isabelle: Wir legen zudem grossen Wert auf eine gute Produktion. Alle Kleider werden in Europa, vorwiegend Portugal, produziert und wir sind eng in die Produktion involviert, damit die Details der Prototypen auch in das finale Kleidungsstück der Kundin einfliessen.

Wie wird sich der Athleisure-Look in der Schweiz entwickeln?
Katarina: Der wird sich immer mehr durchsetzen. Der Schweizer ist ein praktischer Mensch. Auch ich zähle mich dazu, ich mag Basics, einen klassisch guten Schnitt und Qualität. Ich brauche kein Glitzer und Glimmer. Wir sind mit einer Mutter aufgewachsen, die nie eine Handtasche hatte und immer auf dem Sprung ist. Mode muss für sie funktional sein, aber auch schön aussehen. Genauso wie für Ina Kess.