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Velohosen im Test

29. Mai 2017 16:32; Akt: 29.05.2017 16:32 Print

Die Lösung gegen schmerzende Mumus

Von Velohosen hielt Redaktorin Fee Riebeling lange Zeit nichts. Das hat sich nach dem Test von sieben Modellen geändert. Ihre Begründung.

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Im Test waren sieben Modelle im Einsatz. Sie stammen von Ktec, Gonso, Veloplus, Gore, Löffler, POC und Tchibo. Was schon beim ersten Blick auffällt: Nahezu alle Velohosen sind schwarz. Wohl weil die Farbe am wenigsten aufträgt. Die augewählten Hosen unterscheiden sich vor allem durch Form, Länge, Polsterdicke und Schnitt. Denn nicht alle sind so knalleng geschnitten wie die klassischen Veloshosen, die Guns n' Roses-Frontman Axl Rose in den 90ern so gern trug. Dreht man die Hosen auf Links wird es dagegen richtig farbenfroh. Auffällig ist: Es ist immer das Polster, was heraussticht. Wahrscheinlich weil dieses das Kernstück der Hosen ist. Schliesslich haben die eine Aufgabe: Popo und Genitalbereich schützen. Im Test stand im Fokus, ob und wie überzeugend die Velohosen den Unterkörper schützten. Weiter wurden die Aspekte Schnitt und Sitz genauer angeschaut, genauso wie die Alltagstauglichkeit und ob die Grösse realistisch angegeben ist. Auch nach Besonderheiten wurde Ausschau gehalten. Besteht aus Short und gepolsterter Innenhose – ideal für alle, die sich mit Velohosen schwertun, und für den Alltag. Weiterer Pluspunkt: Sie hat eine Tasche mit Reissverschluss. Diese Alltagstauglichkeit geht zu Lasten der Polsterdicke: Sie ist sehr moderat und schützt damit nicht ganz so lange. Irgendwann spürt man den Druck. Zudem ist das Material zwar dehnbar, aber fester als das enger Hosen. Sitzt die Hose nicht perfekt, kanns kneifen. Kostenpunkt: rund 119 Franken. Bringt Farbe ins Spiel und sorgt mit ihrer Kürze dafür, dass auch die Oberschenkel braun werden. Das Polster ist ordentlich: Man spürt, dass man den Unterleib beansprucht hat, aber keinen Schmerz. Pluspunkte sammelte die Hose auch mit dem Bündchen. Die Vorderseite ist extrabreit und gibt so dem Bauch Raum, wenn man sich beim Fahren nach vorne lehnt. Kostenpunkt: rund 119 Franken. Auf den ersten Blick nur eine sportliche Shorts. Erst die dazugehörige Innenhose macht sie zur Velohose. Leider nur bis Grösse L erhältlich, was knapp nicht Konfektionsgrösse 42 entspricht. Wer hineinpasst, darf sich jedoch freuen: Die Polsterung ist top, das Material stretchig und die Beine lassen viel Bewegungsfreiheit. Weiterer Pluspunkt: Man kann Hose und Innenhose getrennt voneinander tragen. Kostenpunkt: rund 109 Franken. Grösse XL passt bei Konfektionsgrösse 42 perfekt. Polstert den Po zuverlässig: Man merkt, dass man mit dem Velo unterwegs war. Aber von Schmerz keine Spur. Dank des vorne breiteren Bündchens kneift nichts, wenn man sich beim Fahren nach vorne beugt. Es ist so beschichtet, dass es nicht runterrutscht. Aufgrund der Länge ideal für kühlere Tage. Einziges Manko: Die Nähte vorne betonen die Oberschenkel. Kostenpunkt: rund 79 Franken. Überzeugt mit seiner Schlichtheit und dem halbdicken Polster im Schritt. Dieses schützt ganz ordentlich, ermöglicht es aber auch, mit der Hose normal zu laufen und zu sitzen. Ein Pluspunkt: Das kleine Täschchen hinten. Ein Manko: Bei einer Grösse von 1,80 Meter endet sie direkt unter dem Knie und rollt sich deshalb mit jedem Tritt ein Stückchen weiter nach oben. Aufgrund der Länge ideal für kühlere Tage. Kostenpunkt: rund 129.90 Franken. Dieses Modell ist eine richtige Velohose, die vor allem den Unterleib schützen soll und das auch tut – zumindest auf mittellangen Strecken. Sie kommt ohne Schnörkel und Taschen daher. Dafür punktet sie mit ihrem Bündchen. Hinten fest, ist sie vorne tiefer geschnitten und engt damit – egal in welcher Position – den Bauch nicht ein. Kostenpunkt: rund 109 Franken. Dieses Modell läuft ein bisschen ausser Konkurrenz, weil es nicht zum Standardsortiment gehört. Doch es zeigt, dass auch günstige Velohosen schützen. Diese hat nur ein dünnes Polster und soll explizit drunter getragen werden. So punktet dieses Modell nicht mit Aussehen, sondern mit Funktionalität und Bequemlichkeit. Es ist für den Alltag gedacht und lässt sich unauffällig unter jedes Beinkleid ziehen. Dafür ist das Polster weniger dick und schützt auf langen Strecken nicht ganz so gut. Kostenpunkt: rund 20 Franken. Wirklich sexy sind die Hosen nicht. Aber sie schützen Popo und Mumu tatsächlich. Für Freizeitfahrer, die die Velotour auch mal für eine Bratwurst unterbrechen, sind die Modelle von Ktec, Gonso und Veloplus am besten geeignet. Die Dicke ihrer Polster machen es möglich, sich auch abseits des Velos normal zu bewegen. Die Modelle von POC und Löffler sehen zudem am wenigsten wie Velohosen aus. Zudem kann man sie – ohne die Innenhose – auch als gewöhnliche Shorts tragen. Umgekehrt kann man die Innenhose auch unter anderen Hosen oder Röcken tragen. Grundsätzlich gilt, so hat der Test ergeben: Je dicker das Polster, desto besser der Schutz, desto grösser ist aber auch das Windelgefühl beim Laufen, Stehen und Sitzen. Oft verrät schon das erste Mal Tragen, für welche Streckelänge die Hosen am besten geeignet sind.

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«Nie werde ich so etwas anziehen!» Das war lange meine Standardreaktion auf an mir vorbeiziehende Velofahrer in Komplettmontur: Helm, atmungsaktives Oberteil und die knallengen Hosen.

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Während ich Ersteren selbst trage, waren mir Letztere immer ein Graus. Denn erstens lassen sie Popos fülliger wirken, zudem sehen sie an Nicht-Profisportlern irgendwie falsch aus.

Plötzlich anderer Meinung

Doch vor kurzem kam ich ins Schwanken: Nach 70 straffen Kilometern hügelauf und hügelab (Zürich-Oerlikon–Pfäffikersee–Zürich-Oerlikon, Verfahren inklusive) schossen mir die gleichen Gedanken durch den Kopf wie Julia in der Fitness-Challenge: «Hilfe, meine Mumu stirbt ab!» Und das, obwohl mein Sattel recht bequem ist.

Weil ich das Velofahren nicht aufgeben will, beschloss ich, den gepolsterten Hosen eine Chance zu geben, und schaute mich entsprechend um.

Die Qual der Wahl

Fündig wurde ich online, in Sportgeschäften und im Detailhandel. Die Preise reichten von rund 20 bis 129 Franken, die Schnitte von kurz bis lang und knalleng bis locker geschnitten. Einige zum drunter tragen, andere für drüber. Die meisten schwarz. Weil ich mich nicht entscheiden konnte, beschloss ich, einige von ihnen zu testen.

Auf gut 40 Kilometer langen Touren von Zürich-Affoltern nach Maur am Greifensee und zurück wurden schliesslich sieben Modelle von verschiedenen Herstellern – Ktec, Gonso, Veloplus, Gore, Löffler, POC und Tschibo – auf Herz und Nieren geprüft.

Ob und wie überzeugend welches Modell meinen Allerwertesten und angrenzende Köperteile geschützt hat, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke. Wichtig ist: Die Beurteilung stammt von einer engagierten Hobby-Radlerin. Veloprofis mögen es anders sehen.


(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 29.05.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Ich freue mich! Es wurde ein neuer Artikel zwecks Verwendung des redaktionellen Lieblingswortes geschrieben!

  • Realist am 29.05.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Man merke sich:

    Ein Popo WIRKT nicht fülliger, sondern er IST es. Das ist ja nicht schlimm, aber gebt nicht immer den armen Kleidern die schuld.

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  • Thom am 29.05.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    schmerzende Geschlechtsteile

    Ich dachte immer, das wäre auf dem Velo eher ein Männerproblem.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brigle am 11.06.2017 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutz

    Kommt es denn auf das Aussehen an?? Wichtig ist doch der Schutz des Popos.

  • Santo am 01.06.2017 04:56 Report Diesen Beitrag melden

    Popocreme verwenden

    Eine gute Popocreme sollte nie vergessen werden. Alle Radsportler verwenden sowas.

  • popo am 31.05.2017 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die idee

    Ein fetter popo hat vorteile das fett polstert die knochen ein magerer popo ist bald am knochen also je grösser der popo desto besser der schutz lieber 150 sfr essen als hosen kaufen

    • Santo am 01.06.2017 04:46 Report Diesen Beitrag melden

      Bringt gar nichts

      Nur sind 80 Prozent des Popo gar nicht auf, sondern neben dem Sattel. Eine "Übergrösse" nützt so gar nichts. Das Mehr an Gewicht macht nur langsamer und weniger ausdauernd

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  • Peter am 30.05.2017 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    optik irrelevant

    Fährt es sich den mit einem optisch schlankeren Hintern besser?

  • rogeriu am 30.05.2017 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Ja gibt es denn immer noch keine Sättel, die an den heiklen Stellen einfach weicheres Material verwenden ??? Wie wär's denn einfach mit 2 Schalen, wo jede Pobacke reinpasst ? Dann ist frei in der Mitte und scheuert keine Mumus und Zipfel ;-0