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Cindy Landolt

15. Oktober 2018 11:17; Akt: 15.10.2018 16:07 Print

5 Mythen über das Krafttraining

von Sulamith Ehrensperger - Kraftsportlerinnen sind steif, männlich und schlucken Anabolika. Mythen im Check-up mit Cindy Landolt, der bekanntesten Personal Trainerin der Schweiz.

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Fitnessmodel und Personal Trainerin Cindy Landolt wiegt 82 Kilo bei einer Grösse von 179 Zentimetern. Erfahren Sie mehr über ihre Trainingsgeheimnisse in der Bildergalerie. Seit elf Jahren setzt Landolt konsequent auf Krafttraining: «Muskeln verkürzen, wenn einzelne Muskelgruppen einseitig trainiert werden oder man nicht den kompletten Bewegungsumfang ausführt». Dass sie den Spagat auf alle Seiten kann, führt sie Redaktorin Sulamith Ehrensperger sogleich vor. Cindy Landolt schafft beim Kreuzheben 146 kg, beim Bankdrücken 100 kg. Im eigenen Fitnesscenter Centurion Club Zürich trainiert sie viermal in der Woche Kraft. «Das ziehe ich voll durch. Ich stecke mir 4-, 8- oder 12-Monats-Ziele, plane Tagesablauf und Reisen danach. Das ist mein Geheimnis, dass ich wirklich ein Ziel setze und konsequent auf dieses hinarbeite», verrät Cindy. Für den Traumkörper brauche es keine stundenlangen Ausdauertrainings, sagt Landolt. Krafttraining stimme für 90 Prozent der Leute: «Wer effektiv Fett verlieren will, kommt nicht ums Krafttraining herum. Denn vergrösserte, stärkere Muskeln verbrennen mehr Fett.» Vom zarten Model trainierte sie sich zur Muskelfrau. Innerhalb von zehn Jahren hat sie knapp 20 Kilo zugenommen «Ich wollte nicht mehr schlank, herzig und ein Meitli sein. Ich wollte nicht mehr ins Image passen, das andere von mir erwarteten. Ich wollte das tun, was mich jeden Tag glücklich macht.» «Früher war es in Mode dünn zu sein, als Frau Grösse 36 oder Size Zero zu tragen. Heute wollen die meisten meiner Kundinnen einen knackigen Apfelpo», erzählt Landolt. Kraftsport verbessere Figur und Selbstvertrauen: «Frauen mit definierten Armen und Sixpack sind doch attraktiv und sexy!»

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Nur Mannsweiber betreiben Kraftsport.
Früher war es in Mode dünn zu sein, als Frau Grösse 36 oder Size Zero zu tragen. Vor ungefähr fünf Jahren erreichte die Fitnesswelle die Schweiz. Heute wollen die meisten meiner Kundinnen einen knackigen Apfelpo. Meine Erfahrung ist, dass der Kraftsport die Figur und das Selbstvertrauen verbessert. Frauen mit definierten Armen und Sixpack sind doch attraktiv und sexy!

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Ausdauersport kurbelt die Fettverbrennung effektiver an
Wer rennt wie verrückt und keine Kohlenhydrate isst, wird abnehmen. Die Frage ist aber was? Ein Körper, der in ständigem Hungermodus ist, erhält nicht die richtigen und nicht genug Lebensmittel, um zu funktionieren und kann dadurch Muskelmasse verlieren. Fett wird in den Muskeln verbrannt. Wer effektiv Fett verlieren will, kommt nicht ums Krafttraining herum. Denn vergrösserte, stärkere Muskeln verbrennen mehr Fett. Wer Krafttraining und Ernährung optimal steuert, braucht kein Ausdauertraining, um Körperfett loszuwerden. Spart euch viele Stunden auf der Cardio-Maschine, wenn ihr den Körper dauerhaft verändern und Fettmasse reduzieren wollt. Wenn ihr Krafttraining betreibt und Muskeln aufbaut, steuern diese die Fettverbrennung von alleine, während ihr schläft oder arbeitet.

Ohne Anabolika funktioniert Krafttraining doch gar nicht
Einen Traumbody dank einem 10-Wochen-Programm – das ist gutes Marketing und funktioniert definitiv nicht. Es braucht viel Zeit, Wille und Disziplin, den Körper langfristig erfolgreich zu verändern. Doch es ist ohne Substanzen machbar, aber nicht von heute auf morgen. Wer im Sommer am Strand einen tollen Köprer will, beginnt im März, ein Jahr vor den Sommerferien – spätestens! Supplemente richtig angewendet und eingenommen können helfen, das Ziel schneller zu erreichen. Nahrungsergänzung wie Eiweissshakes, BCAA’s, Kreatin oder auch einen Gainer (ein Proteinshake angereichert ist mit Kohlenhydraten, BCAA’s, Vitaminen etc.) ist für mich eine von vielen guten Varianten, um Trainingsresultate zu optimieren. Nahrungsergänzung ist einfach einzunehmen und abwechslungsreicher im Tagesplan einzubauen, als mehrmals täglich Eier und Poulet. Es nützt aber nichts, willkürlich Supplemente zu schlucken, ohne dass man wirklich versteht, wann es sie braucht. Die meisten Leute brauchen zwei bis drei Supplemente, um erfolgreich das Ziel zu erreichen – nicht mehr.

Krafttraining verkürzt die Muskulatur
Ich trainiere seit über elf Jahren intensiv Kraft und kann den Spagat auf alle Seiten. Muskeln verkürzen, wenn einzelne Muskelgruppen einseitig trainiert werden, etwa nur die Brustmuskulatur ohne den Rücken. Oder wenn man nicht den kompletten Bewegungsumfang ausführt, nur kurze «Pump»-Repetitionen, anstatt den vollen Radius einer Übung. Wer Krafttraining korrekt ausführt und im ganzen Bewegungsumfang, wird nicht steif, im Gegenteil. Beim Rudern am Kabelzug mit kompletten Bewegungsumfang, Kreuzheben und auch Bankdrücken mit vollem Radius kann man sogar beweglicher werden. Wer viele Stunden krumm wie eine Banane am Bürotisch sitzt, läuft eher in Gefahr, dass sich Muskeln verkürzen. Mein Tipp, damit der Körper umfänglich trainiert und bewegt wird: Bei intensivem Krafttraining ab und zu dehnen.

Kraftsportlerinnen und -Sportler essen nur Proteine
Der Körper besteht zum grössten Teil aus Eiweiss. Ob du Krafttraining, Ausdauer oder gar nicht trainierst, er braucht Proteine, um zu funktionieren. Eiweiss ist der Grundbaustein jedes Körpers. Wir brauchen also täglich eiweissreiche Nahrung. Es kommt aber auf Aktivitätsgrad, körperliche Voraussetzung, Alter Gewicht und Trainingsziel an, viel Eiweiss es braucht. Der Muskel besteht aus Eiweiss, wer mehr davon will, muss mehr Eiweiss konsumieren, sodass der Körper in der Erholungsphase und speziell nach dem Training, dass eingenommene Protein in die Muskeln einlagern kann. Aber ohne Kohlenhydrate und gesunde Fette geht es nicht! Du brauchst Energie von Kohlenhydraten für ein intensives Workout, so kannst du mehr Gewichte bewegen als die Woche zuvor, wirst stärker und baust, wenn du nach dem Training einen Proteinshake trinkst, Muskeln auf.