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Dr. Muscle

23. Dezember 2014 11:03; Akt: 23.12.2014 11:03 Print

Fällt Frauen der Muskelaufbau schwerer?

Frauen sind nicht von der Venus, Männer nicht vom Mars: Dr. Muscle über geschlechtsspezifische Missverständnisse beim Training.

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Haben Frauen aufgrund der tieferen Testosteronwerte im Schnitt weniger Muskeln als Männer? (Bild: Thinkstock)

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Gesunde erwachsene Frauen weisen im Durchschnitt eine tiefere Muskelmasse auf als Männer im selben Alter. Da Testosteron unter anderem den Muskelaufbau fördert und Frauen im Mittel deutlich weniger davon haben als Männer, wird häufig behauptet, dass Frauen aufgrund der tieferen Testosteronwerte weniger Muskeln haben, und dass Krafttraining bei ihnen generell weniger stark wirke. Aber ist dem wirklich so? Der grundlegende geschlechtsspezifische Unterschied in der Muskelmasse bildet sich während der Pubertät aus und ist in der Tat wahrscheinlich damit verknüpft, dass in dieser frühen Entwicklungsphase bei Jungen im Vergleich zu Mädchen die Testosteronwerte auf ein markant höheres Niveau gehoben werden. Daraus zu schliessen, dass im jungen Erwachsenenalter die so etablierten hormonellen Unterschiede den Trainingserfolg beim Krafttraining entscheidend beeinflussen, ist aber ein Denkfehler.

Prozentual zum Ausgangswert gesehen gewinnen Frauen durch ein mehrmonatiges Krafttraining nämlich etwa gleich viel an Muskelmasse und -kraft hinzu wie Männer. Das ist wissenschaftlich gut belegt. Dass Frauen im Krafttraining «von Natur aus» benachteiligt seien, ist daher ein Märchen. Folglich gibt es auch keine wissenschaftliche Basis für geschlechtsspezifische Trainingsprogramme und schon gar nicht für die Idee, dass Muskeltraining Männersache sei. Es gilt jedoch zu bedenken, dass im höheren Erwachsenenalter sowohl bei Frauen wie auch bei Männern grundlegende hormonelle Veränderungen einsetzen können, welche sich auf die Ausbildung und Trainierbarkeit von Muskeln und Sehnen negativ auswirken können.