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Ask the Expert

04. Dezember 2015 13:19; Akt: 04.12.2015 13:19 Print

Muskeltraining zahlt sich nicht bei allen aus

Ob Ihr Körper auf regelmässiges Training reagiert, hängt zu einem grossen Teil von Ihrer Genetik ab.

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Sie trainieren, aber die Muskeln wollen einfach nicht wachsen? Dann könnte Ihre Genetik schuld sein. (Bild: Fuse)

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Letzte Woche habe ich in meiner Kolumne darüber geschrieben, dass Sie sich nicht zu fest mit anderen Trainierenden vergleich sollten. Heute möchte ich noch näher auf die Gründe dafür eingehen und aufzeigen, was das für Ihr Training bedeuten kann.

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Kraft unterscheidet sich von Person zu Person

Unser 20-Minuten-Fitness-Experte und Dr. Muscle Marco Toigo von der ETH Zürich hat in seinem Beitrag Blut oder Schweiss dargelegt, dass Muskelmasse und Kraft, ähnlich wie die Körpergrösse, sich von Person zu Person stark unterscheiden können. Gemäss Toigo ist die Muskelmasse zu 70% vererbt und nur zu 30% von Umwelteinflüssen wie körperlichem Training (oder auch dem Fehlen von Training) beeinflusst. Interessant sind die Unterschiede in Bezug auf das Muskelwachstum durch körperliches Training. Die allermeisten Frauen und Männer, genauer gesagt 96-97%, haben ein Muskelwachstum im normalen Bereich.

Die Muskeln dieser Mehrheit entwickeln sich demnach bei angepasstem und richtig dosiertem Krafttraining weder besonders schnell noch langsam. 1% der Trainierenden reagiert gar nicht auf körperliches Training. Egal wie hart diese genetisch Benachteiligten trainieren, die Muskeln wollen einfach nicht wachsen. Am oberen Ende der Skala hingegen haben 2-3% der Menschen ein überdurchschnittlich starkes Muskelwachstum. Das heisst, die Muskulatur dieser genetisch in puncto Muskelaufbau bevorzugten Personen wächst unter Umständen sogar, wenn sie nicht korrekt oder angepasst trainieren.

Konzentrieren Sie sich auf sich

Liebe Leserin und lieber Leser, Sie werden mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenso wie ich zur Gruppe gehören, deren Muskelaufbau im Normalbereich liegt. Das bedeutet, dass Ihre Muskulatur durch regelmässiges, zielgerichtetes und intensives Krafttraining in Kombination mit einer ausreichenden Proteinzufuhr langsam, aber sicher wächst. Sie können jedoch keine raschen Erfolge erwarten und müssen für Ihren Muskelaufbau hart trainieren. Wenn Sie sich nun mit einer Person vergleichen, die zu den 2-3% der genetisch in Sachen Muskelzuwachs Bevorzugten gehört, dann wird Ihnen dieser Vergleich keine Freude bereiten. Naturgemäss gehören viele Spitzensportler im Kraftbereich oder auch viele der bekannten Fitness-Stars zu dieser genetisch bevorzugten Gruppe. Daher können Sie von sportlichen Erfolgen und Trainingsinhalten von anderen nicht unbedingt auf sich selber schliessen. Nur weil ein Trainingsprogramm oder eine Diät bei einer bestimmten Person «Wunder »gewirkt hat, heisst das noch lange nicht, dass das auch für Sie funktionieren wird.

Aus dem gleichen Grund funktionieren sogenannte Standard-Trainingsprogramme, wie sie leider in vielen Fitnessclubs angeboten werden, in der Praxis natürlich nicht sehr gut. Mit einem standardisierten Trainingsprogramm kann man der enormen Vielfalt der Trainierenden (erbliche Faktoren, Motivation, Intensität, sportliche Vergangenheit usw.) nicht gerecht werden. Mein Tipp: Lassen Sie sich von einem Fitnessprofi ein Trainingsprogramm zusammenstellen, welches auf Sie und Ihre Bedürfnisse individuell eingeht. Machen Sie die Übungen, welche Ihnen Spass machen und Ihnen guttun. Probieren Sie neue Übungen aus und bleiben Sie offen. Hören Sie während und nach dem Training auf Ihren Körper. Ihr Körper wird es Ihnen danken!

Haben auch Sie Fragen zu Training, Ernährung und Entspannung? Schreiben Sie unseren Experten: fitness@20minuten.ch

(gss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fitness freak am 04.12.2015 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    recht hat er

    da hat der experte recht. jeder mensch ist anders, vergleiche bringen nicht viel.

  • mike am 04.12.2015 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richtig essen

    die meisten ohne muskelzuwächse essen einfach zuwenig! ist ja klar das man mit 20gr eiweiss und 1500kcal pro tag nix aufbauen kann bei 1.80 körpergrösse.

  • Lozärner am 04.12.2015 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blähbäuche

    Entsprechend der Blähbäuche auf dem Titelbild können anabole Steroide auch ihren Teil beitragen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philipp B am 10.12.2015 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neutrale Infos zu Kommentaren

    Es scheint teilweise Verwirrung vorzuliegen. Ich möchte kurz, ganz wertneutral, einiges ansprechen: Blähbauch ist von Wachstumshormonen (HGH), nicht nur Muskeln, sondern auch Organe wachsen (als Folge oft Bauchnabel nach aussen gestülpt). Jeder Mensch braucht X Kalorien um Gewicht zu halten (je nach Tätigkeit). Nimmt man mehr zu sich-> Gewicht steigt, weniger->Gewicht sinkt. Training(egal was, auch Bodybuilding) wirkt sich Leistungssteigernd auf Gehirn aus und steigert Gesundheit und vieles mehr. Kein Training ist schlecht für den Körper. Mehr zu Steroiden in meinem nächsten Kommentar..

  • TestoBoyy am 09.12.2015 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stiernackenkomando

    Ab januar beginnt meine testo-chur. in denn sommerferien saufe ich mich wieder dünn

  • Kurtovic am 09.12.2015 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Bodybuilder

    Ich habe Resultate auf Maximal Naturellen Grenze erzielt und bin damit zuftieden mit 46,7 cm Oberarmumfang bei einem KFA von 10% . Gehöre ich jetzt zu dennen mit 3% super Genetik? :'D

    • BBHobbybuilder am 09.12.2015 16:30 Report Diesen Beitrag melden

      Der Hobbybuilder

      Geht ja auch nur um den Oberarmumfang? ^^ Wie ist es mit den Beinen zum Beispiel: Kommst du auf 1 km in unter 1 Stunde? Hat halt jeder andere Ziele.. ;) angeben muss trotzdem nicht sein haha

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  • hf am 08.12.2015 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genetik

    Genetik spieltvorallem bei der nahrungsaufnahme eine rolle. jeder hat der eine freund, der jeden tag alles in sich hineinstipft und trozdem dünn ist. im gegensatz dazu nehme ich nach einer trainingslosen woche schnell zu. trainiere ich aber, wachsen die nusjeln viel schneller als bei meinem freund, der alles wieder heraussche....t

  • Toyboy am 07.12.2015 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Muskeln wegen Medikamenten

    Es kann dir aber auch passieren, dass du durch Medikamente, keinen Muskelaufbau bekommst. Es kann dann sogar passieren dass du ganz komische Schmerzen an Gelenken bekommst, weil sich da etwas ablagert. Als ich Medikamente tauschte wuchsen plötzlich die Muskeln und die Schmerzen waren weg. Der Arzt stritt alles ab und sagte das so etwas nicht sein könne.