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Geraldine testet

06. Dezember 2014 16:23; Akt: 06.12.2014 16:23 Print

Schwitzen unter Strom

Elektrostimulations-Training (EMS) verspricht mühelosen Muskelaufbau. Doch was steckt hinter dem Hype? Wir haben das Training aus der Steckdose getestet.

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Was?
Der neue Stern am Fitness-Himmel heisst Elektronische Muskelstimulation (EMS). Was ein wenig nach Folter klingt, kommt ursprünglich aus der Physiotherapie – seit einiger Zeit hält es aber auch in Schweizer Fitnessstudios und bei Personaltrainern Einzug. Die Funktionsweise ist simpel: Durch Stromimpulse wird die Tiefenmuskulatur aktiviert und kontrahiert. Machen wir Kraftübungen dazu, wird der Effekt verstärkt und der Muskelaufbau erleichtert.

Umfrage
Haben Sie EMS schon ausprobiert?
30 %
18 %
6 %
46 %
Insgesamt 1078 Teilnehmer

Wie?
Mit eingesprühter Weste (der Strom soll schliesslich schön fliessen) und 16 Elektroden am Körper stehe ich vor dem Gerät: Eine Art Mischpult mit Griffen. Ganz langsam setzt der Trainer die einzelnen Elektroden unter Strom und dreht den Regler so weit, bis ich ein leichtes Kribbeln spüre. Das Gefühl erinnert an einen eingeschlafenen Arm. Speziell, aber nicht schmerzhaft. In den nächsten zwanzig Minuten folgen Intervalle von je vier Sekunden, in denen sich Stromfluss und Ruhephase abwechseln. Fliesst Strom, gilt es die Muskeln anzuspannen und Kniebeugen und andere Übungen auszuführen.

Wieso?
In nur 20 Minuten Ganzkörpertraining werden alle Muskelgruppen (Arme, Brust, Beine, Bauch, Rücken und Po) bis in die Tiefe per Stromimpuls stimuliert, viel intensiver, als es durch normale Anspannung möglich ist. Bewegen wir uns dabei zusätzlich, wird der Effekt verstärkt und der Muskelaufbau erleichtert.

Wer?
EMS-Training kann speziell nach Verletzungen ein nützliches Regenerations-Instrument zum erneuten Muskelaufbau sein. Schwangere, Menschen mit Herzschrittmacher oder erhöhtem Thromboserisiko sollten allerdings nicht mit EMS trainieren. Wer nicht topfit ist, lässt sich am besten vorher beim Arzt beraten.

Workout-Fazit
Das bisher unbekannte Gefühl, Squats unter Strom zu machen, ist eine spannende Abwechslung. Auch die knackig-kurze 20-minütige Workout-Dauer ist verlockend. Mit 100 Franken pro Einheit ist EMS allerdings ein teurer Spass, bei dem zwar die Muskeln, aber nicht unbedingt Koordination und Kondition gefördert werden. Wer EMS betreibt, sollte daher nicht auf Ausdauersport verzichten, um auch das Herz-Kreislauf-System zu trainieren.

EMS-Training wird in diversen Schweizer Studios angeboten, zum Beispiel bei Bionic, in Zürich, St. Gallen oder Luzern.

(gss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf G am 06.12.2014 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles schlecht machen

    Man sieht wieder alle hier die es kritisieren haben es noch nie gemacht und kennen es gar nicht..aber grundsätzlich schlecht machen was man nicht kennt ist ja das einfachste...:-)) wieder mal typisch bünzli Schweizer! Ich betreibe es seid 10 Monate mit einem Supererfolg und werde sogar von Freunden angesprochenen was ich mache weil ich mich zum Positiven verändert habe.

    einklappen einklappen
  • empty()set am 06.12.2014 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Vermutlich unnütz

    Faulen Leuten bringt es nichts, denn wie bei der Mathematik gibt es keinen Königsweg zu einem guten Körper und fitte Leute brauchen's nicht. Ergo ein System für unsportliche Leute mit Geld, die das Gefühl haben, man könne sich eine gute Figur kaufen.

  • Derpate am 06.12.2014 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pipifax..

    Zum Schluss ist es dann doch ganz einfach: ein Training muss man selbst wollen und selbst machen. Das nimmt einem weder EMS noch PowerPlate ab.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sportlerin am 08.12.2014 01:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EMS ist tolle Ergänzung!

    Nein, eine tolle Sache für Leute, die gerne Ausdauersport betreiben oder auch Tennis, Fussball, etc. spielen aber keine Lust haben zusätzlich noch 2h Gewichte zu stemmen... Bin selber ziemlich sportlich (regelmässig joggen, Tennis), aber habe keine Lust auf 'normales' Kraftraining mit Gewichten... Deshalb gehe ich einmal pro Woche ins EMS als optimale Ergänzung...und im Jahresabo kostet es weniger als 40.-... nicht billig, aber auch nicht überrissen, wenn man den Nutzen in so kurzer Zeit in die Rechnung einbezieht... Wer allerdings total unsportlich ist und denkt einmal EMS-Training pro Woche würde Wunder bringen, macht sich falsche Hoffnungen... Kann es also definitiv als Ergänzung empfehlen!

  • Marc am 07.12.2014 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funktion und die Logik dahinter

    Mich würde noch interessieren welche Theorie das ganze verfolgt und inwiefern bewiesen werden kann das es Tatsächlich besser und problemlos ist. Dann könnte ich mich durchaus damit anfreunden.

  • me am 07.12.2014 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diszipliniert trainieren

    Ein regelmässiges Training und ein gueter Ernährungsplan bringen viel mehr als der Müll. Das scheinen aber viele nicht begreifen zu wollen.

  • Ursi Placek am 07.12.2014 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Stimulation mit Strom

    Gezielte, dosierte Strom-Impulse für den Muskel-Aufbau sind für mich als Sportlerin kein Begriff. Aber obwohl noch jung und sportlich leide ich oft unter schmerzhaften Verspannungen im Rücken. Auf ärztlichen Rat verwende ich seit längerem einen "Elektronischen Nerven-Stimulator". Das Gerät funktioniert mit selbstklebenden, am Körper anzubringenden Elektroden. Es bietet verschiedene Lockerungs- und Behandlungsprogramme. Tatsache ist: Mein einst beträchtlicher Schmerzmittel-Konsum ist heute null. 15 Minuten Behandlung bringen die Schmerzen jeweils für länger zum Verschwinden.

  • Hanna am 07.12.2014 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja gute Körper sind keuflich

    Ich bin nicht für diese Variante, da mein Vater allerdings im Profisport tätig ist und bei verletzungsbedingten Trainingspausen auch mittels dieser Stromimpulse die Muskeln erhalten muss, weiss ich das es funktioniert. aber ich finde ein "normaler" Sporttreiber sollte darauf verzichten, aus moralischen Gründen. kann jeder selber entscheiden.