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Dr. Muscle

15. September 2015 14:46; Akt: 15.09.2015 14:48 Print

Sportler haben ein grosses Herz

Dr. Muscle über die Auswirkungen von regelmässigem Ausdauertraining auf den Kreislauf.

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Die Herzen von Elite-Ausdauerathleten sind typischerweise sehr gross, was das Schlagvolumen und das Herzzeitvolumen verbessert. (Bild: Keystone/AP/Wong Maye-e)

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In der letzten Kolumne haben Sie erfahren, dass das maximale Herzminutenvolumen ein Indikator für die Fitness Ihres Herzens ist, wie diese physiologische Kenngrösse zusammengesetzt ist und wie gross die typische Förderleistung des Herzens bei gesunden (beziehungsweise medizinisch unauffälligen) jungen, untrainierten Personen in Ruhe und unter Belastung ist.

Nehmen solche Personen nun ein gut konzipiertes Ausdauertraining auf und praktizieren das Programm über einen längeren Zeitraum von Monaten oder Jahren, so kommt es im Durchschnitt zu einer balancierten Herzvergrösserung, das heisst zu einer balancierten Zunahme von Herzvolumen und Herzmasse. Man spricht bei dieser Art der Herzvergrösserung von einer exzentrischen Herzhypertrophie. Diese Herzanpassung ermöglicht ein höheres Herzschlagvolumen und ein höheres maximales Herzminutenvolumen. Die maximale Herzfrequenz ändert sich dabei aber kaum oder nur wenig. Das zeigt auch ein Vergleich zwischen Elite-Ausdauerathleten und untrainierten Personen: Elite-Ausdauerathleten können unter Belastung ein ca. 1,5- bis 2-mal grösseres maximales Herzschlagvolumen und Herzminutenvolumen erzeugen, während die maximale Herzfrequenz im Mittel ungefähr gleich ist. In der Tat sind die Herzen von Elite-Ausdauerathleten typischerweise sehr gross (beziehungsweise hypertrophiert) und ausdehnbar, was den Athleten erlaubt, grosse Blutvolumen durch den Kreislauf zu pumpen.

Bitte beachten Sie, dass ich hierbei strikt von natürlichen, «gesunden» Herzanpassungen spreche, die als Resultat der Wechselwirkung zwischen Training und Genetik entstehen, und nicht von krankhaften Herzveränderungen. Extreme Herzanpassungen ans Training sind vom medizinischen Erscheinungsbild her nämlich unter Umständen schwer zu unterscheiden von Erkrankungen des Herzmuskels, sogenannte Kardiomyopathien (speziell was die hypertrophe Kardiomyopathie betrifft).

Es stellt sich aus gesundheitspräventiver und sportlicher Sicht nun die Frage, welche Trainingsformen geeignet sind, um Herzmuskelmasse und -volumen so zu steigern, dass das Herzschlagvolumen und somit das maximale Herzminutenvolumen gesteigert werden. Oder anders gefragt: Wie trimmt man sein Herz fit?

Das erfahren Sie in der nächsten Kolumne.