Gondel-Restaurant

14. Dezember 2019 15:00; Akt: 16.12.2019 09:38 Print

Diese Gondel ist jetzt ein Esszimmer

von Daniela Gschweng - Skier kann man in diese Gondel nicht mehr mitnehmen, dafür bringen Mitfahrer am besten einen guten Appetit mit.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer in den 1990er-Jahren Skifahren gelernt hat, kennt die alten Skigondeln noch aus eigener Erfahrung. Viele wurden inzwischen ausrangiert und durch modernere Typen ersetzt. Eine hat jetzt einen besonderen Altersruhesitz als Mini-Restaurant gefunden. Versehen mit karierten Vorhängen und gemütlichen Sitzbänken wartet sie seither im Schwarzwald auf Gäste.

Exklusives Mini-Restaurant

Dass die Gondel den Weg vom Kronplatz in Tirol zur Terrasse des Hotels Kaisers Tanne in Breitnau gefunden hat, ist das Werk von Roman Kienzler. Der 26-jährige Geschäftsführer, der das Traditionshaus im vergangenen Jahr von seinen Eltern übernommen hat, krempelte zu Hause einiges um, anderes blieb gleich. Zu den neuen Ideen gehörte ein Raum, in dem Gäste in kleinen Gruppen speisen können.

Am liebsten hätte er eine Gondel vom nahe gelegenen deutschen Belchen gehabt, er konnte aber keine bekommen. Stattdessen steht auf der Terrasse von Kaisers Tanne nun eine Dolomiten-Gondel aus Südtirol. Die Bezeichnungen «Dolomiti Superski» und «Kronplatz» sind noch vorhanden. Bei der Suche halfen Beziehungen. Kienzler hat bereits in mehreren deutschsprachigen Häusern gearbeitet, darunter auch eines in Kitzbühel.

Gondelmenü

Ein paar Telefonate reichten aus, dann befand sich die Gondel aus den 1990er-Jahren auf dem Weg nach Deutschland. Dort plante Kienzler bereits die Inneneinrichtung: «Die Stammtischlampe meiner Grosseltern sollte rein und natürlich Bänke», erzählt er. Auch eine Heizung wurde installiert. Von Dezember bis März wartet die Speisegondel nun auf Gäste, für die es eine Auswahl an speziellen Gondelmenüs gibt, etwa Entenkeule oder Kalbsbraten und extra angefertigtem Geschirr. Dass es den maximal sechs Essern zu eng wird, muss keiner befürchten. Theoretisch passten zwölf Personen in das ehemalige Transportmittel, sagt Kienzler, findet das aber etwas eng.

Bis Neujahr ist das Mini-Restaurant so gut wie ausgebucht. Dass seine Idee so grossen Anklang findet, wundert den ideenreichen Geschäftsführer selbst. «Es freut mich natürlich», sagt er, «als grosse Marketing-Sache» wäre das Mini-Restaurant aber eigentlich gar nicht geplant gewesen, eher als hübsches Extra.