Regenbogen-Haus

27. März 2019 12:34; Akt: 27.03.2019 12:34 Print

Lesbisches Paar rächt sich an homophoben Nachbarn

von Daniela Gschweng - Erst wurden sie jahrelang von den Nachbarn angepöbelt, dann wehrte sich ein lesbisches Paar mit dem Farbeimer.

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Lisa Licata und Sherry Lau leben in einem typischen Einfamilienhaus in Penn Hills, Pennsylvania. Die beiden Frauen führen eine glückliche Partnerschaft mit Kind und Hund. Beste Voraussetzungen für ein zufriedenes Leben also, wären da nicht die Nachbarn.

Intolerante Nachbarschaft

Als Licata und Lau 2013 einzogen, hatten sich Ron Makay und Iolanda Wieczorkowki noch erfreut gezeigt, allerdings aus fragwürdigen Gründen. «Wir sind so froh, dass sie das Haus gekauft haben», beteuerte die Nachbarin, «wir hatten befürchtet, die schwarze Familie würde es bekommen.»

Licata und Lau verheimlichten zunächst, dass sie ein Paar waren, und gaben sich als Mutter und Tochter aus – nicht zuletzt wegen dieses Kommentars. Zwei Jahre später, als die Ehe für alle in den gesamten USA legal wurde, heirateten sie. Als das Paar im Nachbarhaus Wind davon bekam, wurde es ungemütlich.

Mit Luftgewehr auf Hund geschossen

Die Nachbarn spionierten die Frauen aus, beschuldigten sie, Unrat in ihren Garten zu werfen, und deckten sie mit homophoben Beleidigungen ein. Eigentlich wollen die beiden Frauen nur ihre Ruhe, doch es wurde immer schlimmer. Gespräche zwischen den beiden Paaren fanden nur noch gebrüllt statt.

Im Juli 2018 ging Makay nach Angabe der beiden Frauen sogar so weit, mit einem Luftgewehr auf ihren Hund zu schiessen, angeblich, weil dieser sich im Nachbargarten erleichtert hatte.

Auch ein Zaun half nicht

Um sich die unangenehmen Nachbarn vom Leib zu halten, beschloss das Paar, einen Zaun an der Grundstücksgrenze zu errichten. Kurz darauf strichen sie ihn farbig an, in den Farben der Regenbogenflagge, die ein Friedenzeichen und ein Symbol für die schwul-lesbische Bewegung ist.

Was sie sich erhofft hatten, trat nicht ein. Der Hass von nebenan steigerte sich sogar noch. Der Anblick des bunten Zauns mache ihn krank, sagte Makay auf einer Gemeindeversammlung.

Mit Regenbögen gegen Homophobie

Es war, sagten sie in mehreren Interviews, Zeit, ein echtes Zeichen zu setzen. Aufgeben kam nicht in Frage. «Wir leben im 21. Jahrhundert. Wir leben hier. Wir werden nicht umziehen. Wenn sie uns nicht mögen, sollen sie uns in Ruhe lassen», fassten die Frauen in mehreren Interviews ihre Einstellung zusammen.

Mit Hilfe von Freunden gingen sie daran, die den Nachbarn zugewandte Hauswand in den Regenbogenfarben zu streichen. Die Nachbarschaft in Penn Hills reagierte grösstenteils positiv. Einige Nachbarn boten sogar an, für Farbe zu spenden. Zusätzlich bekamen die beiden Frauen viel Zuspruch über Social Media.

Als Nächstes plant das Paar, das ganze Haus bunt anzustreichen. Doch vielleicht ist das gar nicht mehr nötig. Vorerst haben die Nachbarn die Belästigungen eingestellt. Auf die Anfragen verschiedener Medien reagierten sie nicht. Makays Anwalt sagte lediglich, sein Klient habe nicht auf den Hund der Nachbarn geschossen.