Goldrausch

21. Mai 2019 18:55; Akt: 21.05.2019 18:55 Print

Kaufen Sie sich ein Haus auf einer Goldmine

von Meret Steiger - Mitten in der Wüste von Nevada steht ein Haus zum Verkauf. Es hat nicht nur 22 Zimmer, sondern auch eine eigene Goldmine.

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Das Anwesen mitten in der Wüste von Nevada ist mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, liegt aber äusserst abgelegen. Wer aber gern dem Lärm, den Bauvorschriften und vor allem den Nachbarn entfliehen möchte, der ist hier, in der Hard Luck Mine, genau richtig.

Riesiges Grundstück mit Goldmine

In Goldfield, einer ehemaligen Goldgräberstadt, die heute irrtümlicherweise oft als Geisterstadt bezeichnet wird (dort leben immer noch circa 440 Personen), befindet sich ein aussergewöhnliches Haus. Das 22-Zimmer-Gebäude ist eine Festung aus Beton, Stahl und Glas.

Es befindet sich auf einem 16 Hektar grossen Grundstück – Nachbarn sind auch mit einem Feldstecher keine zu sehen und die Wüstenlandschaft erstreckt sich kilometerweit rund um das Haus. Einzige Besucher: gelegentlich Kojoten.

Haus wurde vom aktuellen Besitzer gebaut

Die Abgeschiedenheit war es, die den aktuellen Besitzer, Randy Johnston, zur Hard Luck Mine brachte. Er baute das Haus zwischen 2000 und 2012 – als er 1999 ankam, gab es nur die alte Hütte der Minenarbeiter und den Minenschacht.

Von solchen Schächten wimmelt es in Goldfield, der Name kommt nämlich nicht von ungefähr: Einst war der Ort eine aufstrebende Goldgräberstadt. 1908 wurde die Gegend erstmals im «Reno Gazette-Journal» erwähnt, bis 1912 gab es bereits 20 Goldminen. Nach dem Goldrausch wurden sie verlassen.

Orgeln und ein Heimkino

Die Hütte gibt es heute noch. Gegen Johnstons Festung hat sie aber keine Chance: Der Amerikaner hat sich beim Bau ausgetobt. Hinter den 40 Zentimeter dicken Wände verbergen sich sagenhafte 22 Räume. Darunter sind zwei Küchen, drei Bäder und eine Schreinerei.

Das ist aber nicht alles: Es gibt ein Heimkino, einen Indoor-Brunnen und zwei (!) Orgeln. Hinzu kommen ein Solarium und mehrere Schlafzimmer. Den Strom bezieht das Gebäude aus Solar- und Windkraft und einem Dieselgenerator. Johnston ist auf die Abgeschiedenheit vorbereitet: In einem Regenwasser-Auffangsystem kann er bis zu 15'000 Liter Wasser speichern.

Achtung, der Minenschacht ist 50 Meter tief

Johnston sagt, der künftige Besitzer müsse sich des Aufwands bewusst sein: «Es ist wie auf einer Farm hier – es gibt Aufgaben, die einfach gemacht werden müssen, wenn hier alles ruhig laufen soll. Wenn die Solaranlage nicht läuft, müssen die Generatoren gestartet werden und so weiter.»

Der neue Besitzer sollte bei der Begehung achtsam sein: Der fast 50 Meter tiefe Minenschacht ist zwar seit Jahrzehnten stillgelegt – aber immer noch da und nur gerade 20 Meter vom Haus entfernt. «Das Haus ist nur für jemanden, dem die Einsamkeit nichts ausmacht», sagt Johnston. «Die nächste Ortschaft, das nächste Irgendwas liegt 80 Kilometer entfernt.»

Neues Abenteuer für Ex-Besitzer

Dafür stört hier sicher keiner: Kilometerweit um das Haus gibt es nichts ausser Sand, Steinen und gelegentlich eine Joshua-Palmlilie, die einzigen Bäume, die hier wachsen. «Hier kann man wirklich tun, was immer man will», sagt Johnston. Kostenpunkt für diese Freiheit und Einsamkeit: 850'000 Dollar.

Er selbst hat genug: Der Rentner hat sich einen Wohnwagen gekauft und will künftig damit quer durch die Vereinigten Staaten fahren und Freunde besuchen: «Ich bin 73 und bereit für ein neues Abenteuer!»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moni.I am 21.05.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben

    So schön würde mir auch gefallen diese Ruhe

  • Julia am 21.05.2019 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    zuuu abgelegen

    Ich würde es kaufen. Das würde mir auch gefallen - aber, ist mir doch "etwas " zu abgelegen. Kaufe mir irgendwann lieber mal ein Häuschen in Irland, nicht ganz so abgelegen, aber auch ruhig und gemütlich :)

  • desert sun am 21.05.2019 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar!

    Das ist ja cool. Die Wueste in Nevada ist lebhaft und schoen. Da kann man aber entspannen und dem Wind lauschen.Genau was ich jetzt brauchen wuerde. Yoga und Meditation - volle inspiration. Malen, laufen gehen. ich mag die Wueste in Nevada. Es hat mehr Leben dort als man denkt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • André Gubelmann Brasilien am 22.05.2019 02:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wüstenähnlich

    Nein Danke,da verbringe ich lieber meine Zeit in einer Fazienda am Rande des Urwldes wo man nach 20 km einkaufen kann und auch Gold und Edelsteine vorhanden sind.Problem,man muss Sie suchen und finden unter gewissen Gefahren.

  • Wüstenblume am 21.05.2019 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe ja..

    aber das 'Haus' find ich gruselig...

  • desert sun am 21.05.2019 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar!

    Das ist ja cool. Die Wueste in Nevada ist lebhaft und schoen. Da kann man aber entspannen und dem Wind lauschen.Genau was ich jetzt brauchen wuerde. Yoga und Meditation - volle inspiration. Malen, laufen gehen. ich mag die Wueste in Nevada. Es hat mehr Leben dort als man denkt.

  • Moni.I am 21.05.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben

    So schön würde mir auch gefallen diese Ruhe

  • Danke am 21.05.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Frage?

    So so und warum bleibt er nicht dort?

    • Poet am 21.05.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Danke

      Richtig Lesen wäre auch mal was

    • Ephraim Lercher am 21.05.2019 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Danke

      Er ist leidenschaftlicher Schwimmer und Kanufahrer.

    • Danke am 21.05.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ephraim Lercher

      Oh schwimmt er gerne im Geld das er jetzt alles Verkauft?

    • Peach Pan am 22.05.2019 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Danke

      Sowas von armselig. Wenn jemand was hat, was Sie nicht haben, aber gerne haben möchten, unterstellen Sie der Person weiss ich nicht was. Etwas sein Eigen nennen zu dürfen ist keine Untat. Erstrecht nicht, wenn der Besitz mit eigener Hände Arbeit erreicht wurde. Der Neid den Sie an den Tag legen, zeigt dagegegen die Abgründe IHRES Charakters nur allzu deutlich.

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