Hearst Castle

14. Juni 2019 15:15; Akt: 14.06.2019 15:15 Print

In diesem Schloss drehte Lady Gaga «G.U.Y.»

von Meret Steiger - Das Hearst Castle ist ein beeindruckender Bau. Entworfen hat ihn Julia Morgan, die erste Architektin Kaliforniens.

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Das Gebäude auf diesem Hügel ist das Hearst Castle – und die umliegenden Ländereien gehören alle zum Grundstück dazu. Hearst Castle hat sagenhafte 165 Zimmer, verteilt auf vier Gebäude auf einem 100'000 Hektaren grossen Grundstück in San Simeon in Kalifornien. Erbaut wurde es von einer Frau: Verleger William Hearst beauftragte die Architektin Julia Morgan mit dem Bau. Sie arbeitet rund 20 Jahre an den beeindruckenden Gebäuden. Während das Haus ursprünglich bloss als Ferien-Ranch geplant war, wurde es im Laufe der Bauzeit immer grösser und pompöser. Unter den 165 Zimmern gibt es zum Beispiel die «Doge Suite», inspiriert von Palästen in Venedig. Hier wurden die wichtigsten Gäste von William Hearst begrüsst. Es gibt auch noch ein gothisches Studienzimmer, das ohne weiteres auch in «Game of Thrones» vorkommen könnte ... ... eine grosse Bibliothek mit diversen antiken Büchern, ... ... und weitere pompöse Ess-, Wohn- ... ... und Schlafzimmer. Besonders beeindruckend ist aber das römische Bad: Es kommt im Musikvideo zu «G.U.Y». von Lady Gaga vor. Auch der Weinkeller ist gut gefüllt. Neben dem Haupthaus, der Casa Grande, gibt es noch drei weitere Gebäude auf dem Grundstück: Die Casa del Mar, del Sol und del Monte, die als Gästehäuser konzipiert wurden. Die Gebäude sind aber bei weitem nicht die einzige Attraktion von Hearst Castle. Vom Hügel, der auch als «La cuesta encantada» (verzauberter Hang) bezeichnet wird, hat man eine fantastische Aussicht auf das Meer und die umliegenden Ländereien. Einst besass William Hearst den grössten Privatzoo der Welt. Hier lebten exotische Vögel, Antilopen, Giraffen, Strausse, Löwen, Tiger, usw. Von den Zebras, die Hearst einst besass, leben heute immer noch rund 100 auf dem Grundstück. Übrigens: Das römische Bad ist nicht die einzige Badegelegenheit. Es gibt auch noch einen riesigen Aussenpool. Hearst Castle ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Auf dem ehemaligen Flughafen wurde ein Besucherzentrum eingerichtet. Hearst hatte viele einflussreiche und berühmte Freunde. Zu den regelmässigen Besuchern gehörten unter anderem Charlie Chaplin und Cary Grant. Übrigens: Hearst Castle gilt als Vorbild des Schlosses Xanadu im Film «Citizen Kane» von Orson Welles.

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Das Hearst Castle befindet sich in Kalifornien auf einem Hügel, der auch «La Cuesta Encantada» (verzauberter Hang) genannt wird. Es ist ein beeindruckender Bau, der in seiner Blütezeit Treffpunkt für Amerikas Elite war. Für diese Zeit ungewöhnlich: Hearst Castle wurde von einer Frau entworfen.

Die erste Architektin Kaliforniens

Die Architektin des Hearst Castle war Julia Morgan. Morgan war die erste Frau, die jemals an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris studieren durfte, der traditionsreichsten und berühmtesten unter den französischen Hochschulen für bildende Künste. Sie war ausserdem die erste Architektin, die in Kalifornien eine Zulassung erhielt.

Nach ihrer Ausbildung in Frankreich kehrte Morgan zurück nach San Francisco und gründete dort 1904 ihre eigene Firma, die schon nach kürzester Zeit ein beeindruckendes Portfolio vorweisen konnte. Eines der ersten Projekte war der Glockenturm des Mills College in Oakland, der 1906 ein schweres Erdbeben überstanden hatte.

Schloss sollte eine einfache Ranch werden

Als Verleger und Medien-Tycoon William Randolph Hearst einen Architekten für sein prestigeträchtiges Anwesen suchte, wollte er nur den besten – und engagierte Julia Morgan. Ursprünglich sollte das Hearst Castle keineswegs so schlossartig werden. Geplant war eine grosse Ranch auf den rund 100'000 Hektaren Land bei San Simeon in Kalifornien.

Und während die Gebäude im Laufe der Zeit immer grösser wurden, blieben die Namen gleich: Häuschen in der Grösse einer kleinen Villa wurden noch immer «Cottages» genannt, das Schloss «Ranch». Julia Morgan arbeitete während 20 Jahren unermüdlich an Hearst Castle.

Sie reiste über 500 Mal an, um selbst Hand anzulegen, unter anderem um die Plättli im Pool zu zerschlagen, damit sie aussehen, als stammen sie aus vergangenen Zeiten. Am Ende der Bauarbeiten hatte Hearst Castle 165 Zimmer, verteilt auf vier Gebäude.

Der einst grösste Privatzoo der Welt

Er war bekannt als der «Hearst Garden of Comparative Zoology» (Garten der vergleichenden Zoologie) und sollte sich für Gäste anfühlen wie eine Safari: Wildtiere in (fast) freier Wildbahn. Im Zoo gab es Antilopen, Zebras, Kamele, Kängurus, Giraffen und vieles mehr.

In dieser Zeit war es keineswegs unüblich, dass vermögende Familien einen Privatzoo hielten. Hearst hob seinen Privatzoo aber auf ein neues Level: Neben den Safari-Tieren gab es Jaguare, Bären, Tiger, Löwen, Affen, exotische Vögel und sogar einen Elefanten. Obwohl Hearst den Zoo 1937 auflöste, leben heute noch über 100 Zebras auf dem Gelände.

Ein eigener Flughafen

Auf Hearst Castle gibt es nicht nur eine, sondern gleich zwei Start- und Landebahnen auf einem 28 Hektar grossen Flughafen. Die Landebahnen sind gross genug für eine Boeing 747, die Hearsts illustre Gäste einfliegen sollte.

Heute ist der Flughafen das Besucherzentrum – und die Besucher wandeln auf den gleichen Pfaden wie einst die berühmte Pilotin Amelia Earhart landete. Eine Landebahn wird immer noch benutzt, allerdings nur von der Hearst Corp, dem Mutterkonzern.

Immer noch eine Farm

Auf dem Grundstück des Hearst Castle befindet sich auch eine Farm, die seit 150 Jahren Viehzucht betreibt. Die Farm wurde damals von Don «Pancho» Francisco Estrada geführt, einem guten Freund von Hearst. Nach seinem Tod überschrieb Hearst das Land an den Staat Kalifornien – unter der Bedingung, dass hier weiterhin Vieh gezüchtet und Lebensmittel angepflanzt werden.

Ein besonderes Gebäude ist die American Ranch, in der Estrada wohnte. Dort hat einst auch Elizabeth Taylor übernachtet – und angeblich durfte auch Lady Gaga während ihres Videodrehs dort nächtigen.

Bekannt aus Film und TV

Lady Gaga drehte im Hearst Castle das Video zu «G.U.Y.». Sie war ein so grosser Fan des Anwesens, dass sie nicht nur die 23'000 Dollar Miete überwies, sondern auch noch weitere 250'000 Dollar für den Erhalt des Hauses spendete. Die hat das Hearst Castle auch nötig: Aktuell kostet es bis zu 12 Millionen Dollar pro Jahr, das Gebäude und die umliegenden Ländereien zu unterhalten.

Hearst hatte viele einflussreiche und berühmte Freunde. Zu den regelmässigen Besuchern gehörten unter anderem Charlie Chaplin und Cary Grant. Übrigens: Hearst Castle gilt als Vorbild des Schlosses Xanadu im Film «Citizen Kane» von Orson Welles.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wein Trinker am 14.06.2019 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vom Wein keine Ahnung

    Sieht super aus. Der Anblick der Weine tut aber in der Seele weh. Die Flaschen stehen alle.

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  • Ruedi am 15.06.2019 04:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gestohlen, alles gekauft

    Die Lage des Schlosses ist einmalig und wenn man bedenkt, dass Hearst die Einrichtung bei verarmten Adligen in Europa gekauft hat, verschiffen liess und diese anschliessend den Berg hinauf geschafft werden mussten, einfach komplett abgefahren. Hearst war wohl damals einer der reichsten Männer der Welt.

  • Schlau Meier am 14.06.2019 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht das denn?

    "Nach seinem Tod überschrieb Hearst das Land an den Staat Kalifornien." Quasi als Untoter?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 15.06.2019 04:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gestohlen, alles gekauft

    Die Lage des Schlosses ist einmalig und wenn man bedenkt, dass Hearst die Einrichtung bei verarmten Adligen in Europa gekauft hat, verschiffen liess und diese anschliessend den Berg hinauf geschafft werden mussten, einfach komplett abgefahren. Hearst war wohl damals einer der reichsten Männer der Welt.

  • S.B. am 14.06.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meines Wissens sind gewisse.....

    Statuen und Relikte die beim Bau verwendet wurden Originale aus Europa und sind genau genommen gestohlene Kunstschätze!

  • Schlau Meier am 14.06.2019 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht das denn?

    "Nach seinem Tod überschrieb Hearst das Land an den Staat Kalifornien." Quasi als Untoter?

  • Wein Trinker am 14.06.2019 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vom Wein keine Ahnung

    Sieht super aus. Der Anblick der Weine tut aber in der Seele weh. Die Flaschen stehen alle.

    • Rolf am 14.06.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wein Trinker

      naja... das wissen die Amis wohl eben nicht... mit Geld kann mal viel kaufen, aber keine Kultur!

    • kottanermittelt am 14.06.2019 20:27 Report Diesen Beitrag melden

      @ Wein Trinker

      Stimmt. Aber ganz besonders weh tut das (erste) h in gothisches Studienzimmer in Bild 6/19

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  • Ruedi am 14.06.2019 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und?

    Vor 25 bin ich schon die Nr. 1 runtergedonnert und hab das Mosaik im Pool von Randolph bewundert. Das war ja nur ein einfacher Verleger wie heute Michael.