Château du Bouilh

12. Oktober 2019 16:53; Akt: 12.10.2019 16:53 Print

Seit der französischen Revolution unberührt

Das Château du Bouilh befindet sich in Frankreich. Teile seines Interieurs wurden seit der französischen Revolution nicht mehr verändert.

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Das das Château du Bouilh nicht irgendeines von Frankreichs hunderten von Schlössern ist, sieht man auf den ersten Blick: Die aussergewöhnliche Form hebt es sofort ab. Tatsächlich wurde das Schloss für den letzten König von Frankreich erbaut – und Teile davon wurden seit der französischen Revolution nicht mehr verändert.

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Darin befinden sich die staubigen Möbel von vor 230 Jahren. Nun war das Schloss aber lange genug isoliert: Das gesamte Gebäude, inklusive aller Möbel, soll für 7,35 Millionen Euro (umgerechnet acht Millionen Franken) einen neuen Besitzer finden. Wohnen wird der neue Schlossherr in Saint-André-de-Cubzac, einer Gemeinde im Département Gironde rund 20 Kilometer von Bordeaux entfernt.

Schloss, das eines Königs würdig ist

Ursprünglich gehörte das Originalgebäude dem Offizier und Kriegsminister Jean-Frederic de la Tour du Pin Gouvernet. Als er gegen Ende des 18. Jahrhunderts, kurz vor der französischen Revolution, Ludwig XVI., den König, einladen wollte, lehnte dieser die Einladung ab – in der Provinz Gironde gebe es kein Schloss, in dem er nächtigen könne.

Jean-Frederic de la Tour du Pin Gouvernet begann darauf sein Schloss umzubauen, grösser und edler zu machen. Es sollte ein Schloss werden, das eines Königs würdig war.

Von der Revolution unterbrochen

Drei Jahre nach Baubeginn war die französische Revolution in vollem Gange und Jean-Frederic wurde für seine Nähe zur Krone und Marie Antoinette geköpft. Sein ambitioniertes Bauprojekt wurde stillgelegt, sein Sohn, der zu diesem Zeitpunkt Frankreich verlassen hatte, erbte das Schloss.

1835 musste die Familie Tour du Pin Gouvernet Frankreich erneut verlassen und das Schloss wurde an eine andere vermögende Familie verkauft: Die Feuilhade de Chauvins. Den Nachfahren dieser Familie gehört das Schloss bis heute. Verkauft wird es, weil sich die Familie den teuren Unterhalt des alten Gemäuers nicht mehr leisten kann.

Denkmalschutz

Das Château du Bouilh steht seit 1943 unter Denkmalschutz. Bis 2014 gab es geführte Touren für Besucher und das Gebäude war Location für drei französische Filme und TV-Produktionen: «Cousine Bette» (1996), «Monsieur Léon» (2006) und «La Maison des Rocheville» (2010).

Neben dem vierstöckigen Hauptgebäude gibt es noch eine kleine Kapelle, Unterkünfte für Angestellte, Ställe, einen Wasserturm und einen alten Wehrturm. Insgesamt ergeben sich so über 2500 Quadratmeter Wohnfläche.

Grosszügige Räumlichkeiten

Im Château du Bouilh ist schon die Küche grösser als viele Wohnungen: Auf 83 Quadratmetern kann hier gekocht werden. Das Erdgeschoss besteht aus einem grossen Eingangsbereich, von dem man direkt in ein Esszimmer für bis zu 80 Personen kommt. Dazu gibt es ein Musikzimmer, zwei Salons und einen Billiard-Raum mit einer Deckenhöhe von fast sechs Metern.

Im ersten Stock befinden sich sieben Schlafzimmer, teilweise mit Balkon. Im zweiten Stock gibt es einen riesigen, leeren Raum, der laut Makler zu einem Loft umfunktioniert werden könnte. Der Halbkreis-Bau beheimatet Unterkünfte für Angestellte und Ställe, dazu diverse Esszimmer, Küchen und Büros.

Umschwung

Das Schloss ist von 10 Hektar Park und Wald umgeben und im Kaufpreis inbegriffen sind zusätzliche 60 Hektar Farmland, davon 45 Hektar mit Weinreben. Das Château du Bouilh produziert drei offizielle Weine, die Produktion dieser registrierten Weine ist ebenfalls im Kaufpreis inbegriffen.

Eine Hektare südlich des Schlosses wurde für die Öffentlichkeit freigegeben, dort könnten künftig Tennisplätze oder ähnliches entstehen. Aber keine Sorge: Wenn es oben zu voll ist, dann hat der Käufer auch noch sieben Hektar (!) an unterirdischen Lagerräumen.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Norman Foster am 12.10.2019 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finger weg!

    Wenn dann die Denkmalschützer erstmal antreten, darf man wahrscheinlich nicht einmal ein Pavillon aus dem Baumarkt im Garten zum BBQ aufstellen, und 100Mio in die Renovierung stecken.

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  • Peter M am 12.10.2019 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern nicht vergessen

    ja warum man in Frankreich Schlösser, Riesen Villen und Co nachgeworfen bekommt? Ganz einfach, weil man als reiche Person in Frankreich wie eine Weihnachtsgans ausgenommen wird. Bis zu 75 Prozent Einkommenssteuern. Darum kauft niemand mit soviel Geld in Frankreich was. Viele Künstler und sonstige Millionäre haben darum schon länger Frankreich verlassen. Es gibt hunderte solcher Angebote.

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  • struppilu am 12.10.2019 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht meins

    Da hat aber eine Putzfee ganz schön zu wedeln. Für mich wäre so ein grosser Kasten nichts, auch wenn ich alte Gemäuer liebe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Graf von Edelnobel. am 13.10.2019 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    OPTISCH WUNDERSCHÖN!

    Mit rund 8 Mio. ist der Verkaufspreis dieses wunderschönen Schloss sehr günstig angesetzt, wobei das Ganze natürlich einen gröberen Haken haben muss... Der Unterhalt wird sich mit unzähligen Millionen im Jahr belaufen, dann steht das Anwesen unter Denkmalschutz, Steuern etc etc. So was gibt mehr Probleme als Freude; obwohl das herrliche, majestätische Anwesen sehr prunkvoll und edel wirkt! Der Reiz wäre da, das Geld von vielen Leuten sicher auch -- aber die Risikobereitschaft nicht, weil bei einem Kauf könnte es die eine oder andere schlaflose Nacht geben, wenn sich die Probleme anhäufen... Kurz: Ein Fass ohne Boden -- schade, schade!!

  • Minnie Mouse am 13.10.2019 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre nichts für mich

    Die Höhe der Heizkostenrechnung möchte ich gar nicht wissen! Falls es überhaupt eine moderne Heizung gibt in diesem alten Gemäuer!

  • Michel am 13.10.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Leider ja

    Wegen dem heimatschutz dort verrotten solche Gebäude dort und werden verschachert. Weil man defacto bankrott geht, bevor man was ändern darf

  • Alexander am 13.10.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand

    Da bautsich jemand einen solchen Palast und nun ist er im nirgendwo. Hat es sich gelohnt, die Büezer auszunehmen?

  • RJ59 am 13.10.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Info

    Die 75% Steuer ist lange abgesetzt