Unheimlich

15. Dezember 2018 18:15; Akt: 10.01.2019 15:25 Print

In diesen acht Spitälern und Psychiatrien spukts

Spitäler verbinden wir mit Heilung und Gesundheit. Manche haben aber eine dunkle Vergangenheit und werden angeblich von Geistern heimgesucht.

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Das Spanish Military Hospital war zwischen 1784 und 1821 in Betrieb. Da sich das Gebäude auf einem Friedhof der amerikanischen Ureinwohner befindet, sollen dort neben den Geistern der verstorbenen Patienten auch noch andere Wesen spuken. Heute befindet sich dort ein Museum, das Geisterführungen anbietet. Die Besucher melden allerlei seltsame Vorkomnisse: Plötzliche Temperaturschwankungen, Stimmen und Schreie aus leeren Räumen, und manche Gäste gaben gar an, etwas habe sie angefasst, während sie alleine in einem Raum gestanden hätten. Dieses Gebäude wurde 1908 als Schule und Spital für Menschen mit geistiger Behinderung gebaut. Das Pennhurst Asylum ist so gross, dass es im Prinzip als eigenes kleines Dorf funktionierte. Zeitweise lebten im Pennhurst (und in den Nebengebäuden, hier im Bild) über 10'000 Menschen. Und diese Menschen hatten es nicht leicht: Das Pennhurst hat eine lange (und gut dokumentierte) Geschichte von Missbrauch, Folter und Mord durch die Pfleger. 1968 veröffentlichte die NBC eine Dokumentation über die Zustände im Pennhurst Asylum. Diese Reportage und diverse Anschuldigungen von überlebenden Patienten führten schliesslich zur Schliessung 1986. Das Gebäude wurde mit allen Möbeln drin verlassen und rottet seit da vor sich hin – es ist ein beliebtes Ziel für Geisterjäger und Entdecker, die von körperlosen Stimmen berichten. Zwischen 1874 und 1993 war das Athens Mental Hospital als «The Ridges» bekannt – und erarbeitete sich einen verstörenden Ruf. Hier wurden diverse Lobotomien durchgeführt, eine Prozedur, die früher genutzt wurde, um psychische Krankheiten zu behandeln. Bei einer Lobotomie werden durch die Nase oder gebohrte Löcher an der Schläfe, Verbindungen im Hirn gekappt, was zu Persönlichkeitsveränderungen und Antriebslosigkeit führen kann – und wahnsinnig gefährlich ist. Zusätzlich gab es unter den 1900 Patienten diverse gewalttätige Kriminelle. Die Verstorbenen im «The Ridges» wurden auf dem Grundstück begraben – ihre Grabsteine tragen keine Namen, sondern nur Nummern. Der bekannteste Geist ist der von Margaret Schilling, einer Patientin, die 1978 verschwand. Ein Jahr später wurde ihre nackte Leiche in einem leeren Raum gefunden, ihre Kleidung säuberlich gefaltet daneben. Der Fall wurde nie gelöst. Auf einem riesigen, 623'000 Quadratmeter grossen Grundstück steht das Taunton State Hospital. Es wurde nach dem Kirkbride-Plan erbaut, einem Baustil für psychiatrische Anstalten. Mittlerweile wurden grosse Teile dieser gigantischen Anstalt abgerissen. Während seiner Betriebszeit war das Taunton Heimat für diverse gefährliche Patienten, darunter Jane Toppan, eine Serienmörderin. Und doch: Serienmörderin Jane war keineswegs die gefährlichste Person im Taunton: Die Ärzte sollen teilweise Satanisten gewesen sein, die Patienten für tödliche und blutige Rituale missbraucht haben sollen. Diese psychiatrische Anstalt war einst als Genesee County Poor House, also als Armenhaus bekannt. Im Laufe der Jahre war es ein Waisenhaus, ein Pflegeheim, ein Tuberkulose-Spital, ... ... eine Entzugsklinik und schliesslich eine psychiatrische Klinik. Hier untergebracht wurden alle, die der Gesellschaft damals nicht passten: Witwen, Kranke, Alleinerziehende. Offiziell starben hier 1700 Menschen – die vielen unmarkierten Gräber auf dem Grundstück nicht eingerechnet. Besonders häufig werden Geistersichtungen hier gemeldet: In diesem Raum soll Roy Crouse spuken, ein Patient, der mit 52 Jahren verstarb. Er macht sich als langer, dunkler Schatten bemerkbar – zu Lebzeiten war Roy nämlich angeblich über zwei Meter gross. Auch dieses Gebäude wurde 1909 als Tuberkulose-Spital erbaut. Angeblich starben hier unglaubliche 63'000 Patienten. Zwar war ein grosser Teil dieser Todesfälle krankheitsbedingt, viele wurden aber auch durch Misshandlungen, medizinische Experimente und mangelnde Pflege durch die Ärzte verursacht. Besonders verstörend: der «Todestunnel». Hier wurden die Leichen der Verstorbenen gestapelt, bevor sie begraben oder kremiert wurden. Im Raum 502 soll zudem der Geist einer Pflegerin spuken, die sich dort erhängt hat – aus Scham, was den Patienten angetan wurde. Ebenfalls im Kirkbride-Stil wurde dieses Spital gebaut. Es wurde 1864 eröffnet, wurde aber erst 1881 komplett fertig gebaut. Geplant war eine Kapazität von rund 250 Patienten – aber bereits in den Fünfzigern waren hier 2400 Menschen eingepfercht. Auch hier gab es bedenkliche und unethische medizinische Experimente an den Patienten, Tausende starben. Das Trans Allegheny Lunatic Asylum hatte auch keine adäquate Vorgehensweise bei neuen Einweisungen, die Patienten wurden nicht überprüft, sondern einfach weggesperrt. 1994 schloss die Anstalt. Zwei Jahrzehnte später, 2014, gaben einige ehemalige Angestellte Interviews und berichteten von Geistersichtungen: Man höre angeblich verstorbene Patienten flüstern, es gebe unerklärliche Gerüche, quietschende Betten und körperlose Schreie aus dem Elektroschockraum. Viele Besucher geben an, einen kleinen Jungen in einem der Räume gesehen zu haben. Das Eastern State Penitentiary ist eines der bekanntesten Gefängnisse der USA – und das mit den meisten Geistersichtungen überhaupt. Besonders verstörend: der psychiatrische Trakt. Dieses Gefängnis war eines der ersten, die Isolation pauschal als Bestrafung einsetzten: Die Gefangenen lebten alleine in ihren Zellen, assen alleine, machten alleine Sport. Damit aber nicht genug, die Strafen wurden im Laufe der Jahre nur unmenschlicher: Bei einer Methode wurden den Patienten die eine Hand auf den Rücken gebunden und mit einer Metallkonstruktion im Mund verbunden – unüberlegte Bewegungen konnten die Insassen so die Zunge kosten. Nach 142 Jahren Verzweiflung, Mord, Suizid, Misshandlungen, Krankheiten und Experimenten an Patienten ist es kein Wunder, sollen hier viele verlorene Seelen spuken. Besonders bekannt ist der Bericht eines Angestellten, Gary Johnson. In den Neunzigern gab er diverse Interviews, in denen er von einem Zwischenfall in Zellblock 4 berichtete: Etwas habe ihn «berührt» und er sei darauf wie gelähmt gewesen. Anschliessend habe er Gesichter an den Wänden gesehen und Stimmen gehört.

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Wenn wir zum Arzt gehen, dann gibt es normalerweise keine Geistersichtungen. Ganz anders sieht es bei den acht Spitälern und Psychiatrien aus, die wir dir in der Bildstrecke zeigen: Hier wurden bereits zu Betriebszeiten seltsame Vorkommnisse gemeldet – und nun sollen die Überreste von diversen Geistern heimgesucht werden.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jörg Frei am 15.12.2018 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    bei uns spukt es auch....aus mysteriösen gründen fliesst immer mehr geld bem staat zu...

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  • Snjezana am 15.12.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spuken

    Was Menschen Einander alles antun ist einfach unglaublich.

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  • SSch am 15.12.2018 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...........

    Lobotomie war eine Verstümmlung.Die Menschen verbrachten Ihr Leben in Pflegeheimen.Unfähig ein selbständiges Leben zu führen,kein Wille,keine Träume mehr.Die Operation wurde auch sehr gerne an anderst denkende Menschen durchgeführt.Unbequeme, kritische Fragende kamen auch in den Genuss einer Lobotomie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zayn am 20.12.2018 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Psychiatrie ist falsch

    Warum spukt es denn nur in den Usa? Es kann ja auch überall spuken wenn etwas schreckliches passiert... Die Psychiatrie ist heute noch nicht vertrauenswürdig. Was früher Folterungen waren sind heute die Psychopharmaka und die Psychospiele der Pfleger ein gang und gäbe. Bin auch in Therapie gewesen und das was aussieht als wollen sie einem helfen endet schnell mit einem Medikamentenrezept und ein Gespräch in dem der Psychiater versucht den Patienten zwar interesse zu zeigen aber mit der Zeit gar nichts bringt. Die Schweiz ist leider ein Psychiatrieland geworden..

  • other way am 18.12.2018 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no way

    Psychologie=Architektur Psychologie= nicht up to date Psychologie= andere Wissenschaften und Entwicklungen, was geht mich das an ?

  • Ephraim Lercher am 17.12.2018 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bravo, molto bene

    Wenn es irgendwo nix zu sehen gibt, erfindet man einfach die Geister dazu und schon hat man eine touristische Attraktion daraus gemacht.

    • Teutates am 22.12.2018 07:43 Report Diesen Beitrag melden

      Entweder erfindet man Geister dazu oder

      eine Marien Erscheinung! Hilft auch!

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  • Aline am 17.12.2018 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Sanatorio del Gottardo

    im Tessin gilt als der unheimlichste verlassene Ort der Schweiz. Wir waren schon dort. Einen Geist haben wir aber nicht gesehen, Es ist zugleich ein schönes aber auch etwas bedrückendes, riesiges Gebäude.

  • Biani am 16.12.2018 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Faszinierend

    Endlich mal ein Artikel der interessant ist. Könnte ruhig mehr von dem geben...