Big Brother

30. Oktober 2019 18:21; Akt: 30.10.2019 18:21 Print

Sind Kameras gegen Diebe für dich unmoralisch?

Überwachungskameras verbessern zwar die Beweislage bei einem Einbruch. Trotzdem empfindet sie eine Mehrheit als unmoralisch.

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Im Herbst wird es schneller dunkel. Für Einbrecher heisst das, dass sie in der Dämmerung ... ... auch mal vor den Haus- oder Wohnungsbesitzern da sind. Um sich davor zu schützen, ziehen viele Haushalte Kameras in Betracht. Allerdings nicht ohne schlechtes Gewissen: Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) empfinden es als unmoralisch, Personen ohne ihr Wissen im eigenen Zuhause zu überwachen. Etwa ein Viertel findet, dass zu viel Überwachung schlecht ist. Immerhin: Im Tessin sieht ein Drittel der Teilnehmer die Videoüberwachung von Babys oder Haustieren als einen Sicherheitsvorteil. Es gibt aber natürlich vor der Beweismittelsicherung auch Möglichkeiten, es dem Einbrecher schwerzumachen: Vergessen Sie nicht abzuschliessen. Und zwar alles, also nicht nur die Haustür, sondern auch ... ... das Gartentor, die Haustür zum Mehrfamilienhaus, ... ... und wirklich alle Fenster, auch die im Keller. Schräggestellte Fenster sind für Einbrecher kein Hindernis, die könnten genauso gut offen sein. Seien Sie aufmerksam: Wenn Sie Personen im Haus oder im Garten sehen, die Ihnen verdächtig erscheinen, sprechen Sie sie an. Sie müssen sich dabei ja nicht gerade mit einem potenziellen Kriminellen anlegen: Fragen Sie einfach mal ganz höflich, ob das Gegenüber jemanden sucht und ob Sie vielleicht behilflich sein können. Dann könnten Sie zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ergreifen, zum Beispiel Fenster mit Schlössern ... ... oder Gitter vor den Kellerfenstern. Um zu verhindern, dass ein Einbrecher Ihre Wohnung überhaupt als Ziel sieht, können Sie so tun, als wären Sie daheim: Lampen mit Zeitschaltuhren vermitteln den Eindruck, eine Wohnung sei belebt. Eine andere Möglichkeit sind Geräte, die Fernseher simulieren: Eingeschaltet projiezieren sie Lichter an die Wand, die aussehen wie Bewegtbild. Dieses Modell gibt es für 13.95 Franken bei Pearl.ch. Wenn Sie sich damit nicht sicher genug fühlen, dann lohnt es sich vielleicht, in zusätzliche Sicherheitsmassnahmen zu investieren, zum Beispiel in eine Alarmanlage – oder in eine Kamera. Allein Attrappen (oder ein Schild mit «Kameraüberwachung») können hier abschreckend wirken. Und: Wenn Sie sehr wertvolle Stücke besitzen, dann sollten Sie einen sichereren Lagerplatz in Betracht ziehen, ... ... zum Beispiel ein Bankschliessfach, das es schon ab circa 60 Franken pro Jahr gibt.

Zum Thema
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Die Zahlen und Fakten sind alles andere als beruhigend: Etwa ein Drittel der Schweizer gab bei einer aktuellen Umfrage von Homegate* an, dass schon mal bei ihnen selbst oder bei ihren Nachbarn eingebrochen wurde. 16 Prozent der Befragten aus der Westschweiz haben schon mal einen Einbruch erlebt. Im Tessin sind es rund halb so viele. Besonders häufig betroffen sind über 55-Jährige sowie Haushalte ohne Kinder.

Umfrage
Was hältst du von Videoüberwachung im eigenen Zuhause?

Schutz vor Einbrüchen

Da stellt sich die Frage, wie man sich vor Einbrüchen am wirkungsvollsten schützt. Mit 38 Prozent zu den häufigsten Massnahmen gilt, keine Spuren über die eigene Abwesenheit beispielsweise auf Facebook zu hinterlassen.

32 Prozent der Befragten lassen das Licht brennen oder verwenden eine Zeitschaltuhr. Rund jeder Vierte schliesst die Rollläden, und 13 Prozent verlassen sich auf eine Alarmanlage. Jeder Zehnte würde sich zu seinem Schutz einen Hund anschaffen. In der Bildstrecke sehen Sie einige Tipps, wie Sie es den Einbrechern schwerer machen können.

Videoüberwachung

Immer beliebter wird die Videoüberwachung im eigenen Zuhause. Über die Gesamtschweiz betrachtet ist der meistgenannte Grund die Sicherung von Beweismaterial bei Diebstählen (82 Prozent). Und auch bei einem unguten Gefühl mit fremden Personen im eigenen Zuhause kann eine Überwachung Aufklärung bringen (71 Prozent).

Allerdings nicht ohne schlechtes Gewissen: Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) empfinden es als unmoralisch, Personen ohne ihr Wissen im eigenen Zuhause zu überwachen. Etwa ein Viertel findet, dass zu viel Überwachung schlecht ist. Immerhin: Im Tessin sieht ein Drittel der Teilnehmer die Videoüberwachung von Babys oder Haustieren als einen Sicherheitsvorteil.

*Die repräsentative Studie umfasst eine systematische Analyse der Wohnsituation von in der Schweiz wohnhaften Personen. Dazu wurden 1294 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz befragt.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mj.s am 30.10.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt?

    Unmoralisch ist es zu stehlen

    einklappen einklappen
  • Vorname Name am 30.10.2019 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    kann ich nicht glauben

    Bei mir zuhause einzudringen ist nicht nur unmoralisch - es ist eine Straftat. Haben 54% der Befragten nicht mehr alle Tassen im Schrank?

  • Wachparade der Heinzelmännchen am 30.10.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    wir mögen keine unliebsamen Besucher

    Ich habe nichts zu verbergen, weil bei uns nichts zu holen ist. Die Alarmanlage haben wir schon lange, da wir etwas abseits wohnen. Es gibt uns eine gewisse Sicherheit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Blubb am 31.10.2019 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    viel blabla

    im Bericht. Ich will wissen wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass bei mir eingebrochen wird. Ich will nicht wissen 0ob jemand jemanden kennt der Angst hat das bei jemandem den er kennt vielleicht eingebrochen werden könnte. Die Wahrscheinlichkeit,dass bei mir eingebrochen wird ist jedenfalls nicht so gross, dass sich die Anschaffung einer Kamera lohnen würde, und nur darum geht es . Das hat nichts mit Moral zu tun sondern mit klarer Kosten/Nutzen Analyse.

  • Dani B. am 31.10.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    im öffentlichen Bereich

    ...sollten sie nur erlaubt sein, wenn der Stream auch öffentlich ist.

  • El perro am 31.10.2019 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kameras

    Kameras bringen natürlich nur etwas, wenm die Aufnahmen auch aufgezeichnet werden. Aber das war mir bisher zu teuer. Aber muss mich mal wieder schlau machen, vielleicht gibt's jetzt schon bezahlbare Lösungen.

  • A. Brack am 31.10.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unser Nachbar könnte...

    Es ist schon erstaunlich, wie viele reguläre Besucher unsere Kameras teils mit Entsetzen registrieren, obschon das Produkt eigentlich bekannt ist und man wissen könnte, wie die Geräte funktionieren. Nach einem Hinweis, dass sich die Geräte automatisch ausschalten, wenn ich zuhause bin, kehrt meistens ein beruhigtes Lächeln auf den Gesichtern ein. Die Mutter eines Freundes meiner Tochter, hat ihrem Kind sogar ein Kontaktverbot erteilt, aufgrund dieser Kameras. Dies obschon im Kinder- und Schlafzimmer, sowie selbstverständlich in beiden Bädern und der Küche keine solchen Geräte installiert sind (sie war selbst einmal in unserer Wohnung und konnte sich vergewissern). Reine Hysterie! Denn andererseits könnten zumindest die Nachbarn beruhigt sein, weil offensichtlich in unserem MFH nicht mehr eingebrochen wird, seit die roten Hinweiskleber auf der "Einstiegsseite" angebracht sind.

  • Hotwith am 31.10.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toll

    finde ich wichtig heut zu tags.