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Messe Basel

19. Mai 2016 10:08; Akt: 19.05.2016 10:08 Print

Ein Rundhof, der gar nicht rund ist

Die Basler Messehalle 2 ist eines der bekanntesten Schweizer Gebäude der Nachkriegsmoderne. Auffallend ist nicht nur die Uhr an der Fassade, sondern auch der Innenhof.

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Wer den Basler Messeplatz besucht, betritt einen der wichtigsten Basler Plätze. Dem Besucher fällt als Erstes die grosse Uhr an der breiten Glasfassade ins Auge – das Wahrzeichen der Messe.

Das Gebäude, an dem sie hängt, ist eines der bekannteren Schweizer Bauten der Nachkriegsmoderne. Deren grobe Kennzeichen kann er auch sofort erkennen: klare Linien, viel Glas und Beton und eine praktische, effiziente Bauweise.
Letzteres ist wegen einer Besonderheit der Messe ein nicht ganz unwichtiges Detail. Für Neu- und Umbauten der Basler Messe steht damals wie heute immer nur ein knappes Jahr bis zur nächsten Muba zur Verfügung. Die seit 1917 jährlich stattfindende Mustermesse ist noch immer der wichtigste Nutzungszweck.

Die Halle 2 mit Glasfassade und Uhr gibt es seit 1953. Darüber, man übersieht es leicht, befindet sich das geflügelte Logo der Messe Basel, das an den griechischen Gott Hermes (oder sein römisches Pendant Merkur) erinnern soll. Er ist, nicht verwunderlich, der Gott der Diebe und der Kaufleute. Verwunderlich ist aber, dass sich ein antikes Symbol an einem so modernen Bau eingefunden hat. Auch sonst ist bei Messehalle 2 einiges verblüffend anders, als man denkt.

Der quadratische Rundhof

Geht man unter der Fassade durch, landet man nach einigen Schritten im Rundhof der Halle 2, einem weiteren bekannten und sehenswerten Beispiel der Schweizer Nachkriegsarchitektur.
Ein wenig erinnert auch der von Glasfassaden umgebene Hof an eine antike Struktur, ein Amphitheater vielleicht. Mit einem signifikanten Unterschied: Im Hof, und damit im Mittelpunkt steht anstelle der Schauspieler der Besucher. Alles Spannende, die Mustermesse nämlich, findet ringsherum in den Messehallen statt.

Und der Rundhof ist gar nicht rund, sondern ein Quadrat mit 63 Meter Kantenlänge. Rund sind nur die Balkone, die den Hof auf drei Stockwerken umrunden. An ihnen flatterten früher Fahnen der an der Muba teilnehmenden Länder. Darunter waren Spruchbänder mit Werbung angebracht.

Der Messeplatz war als Park gedacht

Geplant war der quadratische Rundhof vom Architekten Hans Hofmann als eine Art Vorzimmer zur Messe, wo sich Besucher orientieren und sich an der frischen Luft auf den Balkonen vom Trubel der Messe erholen konnten.

In die Messe hineingelangen sollte man ursprünglich durch gemütliches Schlendern. Der Durchgang unter der berühmten Fassade war als offener Zugang geplant. Auf der anderen Seite sollte sich statt des Messeplatzes ein grüner Park befinden. Hofmanns Entwürfe sahen vor, den Messeplatz vom Tram- und Autoverkehr zu befreien. Eine Idee, die 1948, zum Zeitpunkt der Planung, wirklich visionär war.

Zeitgeist statt Verkehrsreduktion

Anfang der 1950er-Jahre schickte sich der frisch automobilisierte Mittelstand gerade an, zukünftig mit der Isetta in die Ferien zu fahren. Aus den wenigen Transportfahrzeugen, die auf den Strassen unterwegs waren, wurden viele Personenwagen. Die Schweiz plante Strassen, nicht Parks.

Der Zeitgeist setzte sich durch, aus dem Park und dem offenem Zugang zur Messe wurde nichts. Inzwischen ist der Messeplatz so repräsentativ wie asphaltiert, der Messebau mit Eingangsschranken und Sicherheitstüren bestückt.
Anstelle einer Schule wurde gegenüber der Messe das Messeparkhaus gebaut – ohne Logo über der Fassade. Gepasst hätte es gut: Hermes ist auch der Gott des Verkehrs.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • André Gubelmann Brasilien am 20.05.2016 01:51 Report Diesen Beitrag melden

    Quadrat mit Ringnamen

    Der Boxring ist auch ein Quadrat,und wird Ring genannt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • André Gubelmann Brasilien am 20.05.2016 01:51 Report Diesen Beitrag melden

    Quadrat mit Ringnamen

    Der Boxring ist auch ein Quadrat,und wird Ring genannt.