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Jungdesigner

17. Mai 2016 07:31; Akt: 17.05.2016 07:31 Print

Schusssichere Lampen am Salone del Mobile

Aus Patronenhülsen werden Lampen, aus Nashörnern ein Teppich-Motiv: Wir haben fünf aufstrebende Jungdesigner in Mailand besucht.

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Neue «Lessness» aus Finnland: Ergonomischer Purismus von Antti Tuomi und Anna Lampinen

Schräg ist das neue Gerade: Beim Salone del Mobile in Mailand präsentiert sich der 32-jährige Designer Antti Tuomi zwar mit Reverenzen an die grosse finnische Design-Ikone Alvar Aalto, interpretiert sie aber für den Lebensalltag im 21. Jahrhundert ganz neu: «Another» heisst der Stuhl, der ein bisschen anders ist als viele andere.

Ergonomisch aus Eschenholz geformt, trägt er mit seiner asymmetrischen Lehne der Tatsache Rechnung, dass viele Menschen sich gerne seitwärts oder schräg auf einen Stuhl fläzen. «Ich möchte mit meinem Design diese Tendenz unterstützen», sagt er. «Ist ja auch viel bequemer. Denn: Wer sitzt schon immer gerade?»

Gemeinsam mit Jungdesignerin Anna Lampinen entwarf Tuomi auch das multifunktional einsetzbare Möbel «Vatna» – für die einen eine Bank, für andere ein Tisch.

Fantasy aus der Schweiz: Die Lichtskulpturen von Ini Archibong

Er ist Kosmopolit, Intellektueller und Märchenerzähler zugleich. Der Designer Ini Archibong ist gebürtiger Nigerianer, in Kalifornien aufgewachsen, hat in den USA und Singapur gelebt und arbeitet jetzt in der Schweiz. Sein multikultureller Background liefert ihm jede Menge Inspirationen für seine Entwürfe. Er liebt die griechische Mythologie, die Geschichten aus der Bibel, die Handwerkskunst aus Westafrika, die Abenteuer von «Alice im Wunderland» und die «Chroniken von Narnia».

Beim Salone del Mobile in Mailand stellte er seine Lichtskulptur «Jadis» für «Amen&Amen» vor, benannt nach der Schneekönigin von Charn, die Narnia im Film zum ewigen Winter verdammte. Wie farbige Kristalle und erstarrte Blüten erscheinen die Leuchten als mysteriöse Gebilde aus einem Fantasy-Film. Mundgeblasenes Glas aus der Schweizer Manufaktur Matteo Gonet «tropft» bei der Lichtskulptur «Jadis» quasi von der Decke zu Boden.

«Es hat mich schon immer fasziniert, dass es vielleicht eine Welt ausserhalb von der gibt, in der wir täglich leben. Warum sollten wir uns nicht ein Stück von diesem Traum ins eigene Zuhause holen?», sagt der 33-Jährige.

Tierische Teppichskulpturen aus Korea: Ganz und gar nicht platt – die bunte Boden-Reform von Jiwon Kim

Salamander, Seelöwen, Kröten oder Chamäleons: Ihre Motive findet die Jung-Designerin in der Natur. Geboren und aufgewachsen in Busan (Korea), hat sie in Seoul und Paris studiert und ihre Leidenschaft für eine ganz spezielle, textile Menagerie entdeckt. Gefertigt aus Wolle und mit Naturfarben koloriert, entwirft sie Teppiche in Tierformen, auf die man nur sehr sacht seinen Fuss setzt, weil sie in 2D gestaltet sind. Man spürt beim Betreten die Wölbung der Walross-Zähne oder die Biegung des Salamanderschwanzes unter der Fusssohle. So wird ein gewöhnlich platter Teppich zu einem haptischen Erlebnis im eigenen Zuhause und hinterlässt ganz besondere Fussnoten…

Bullet-Proof-Design aus Österreich: Maximilian Moosleitner macht kugelsichere Lampen

Ein Wilderer ist er nicht, aber trotzdem irgendwie ganz schön wild: Aus gebrauchten Patronen von Schusswaffen formiert der junge Designer und Fotograf – in Deutschland geboren und im österreichischen Salzburg ansässig – Lichtstäbe aus Messing, die sich – mit LEDs bestückt – wie moderne Trophäen von der Decke strecken. Dinge, die uns ohnehin umgeben, neu zu erfinden, ist sein Credo. So kann man gefährliche Projektile auch friedlich interpretieren, z.B. als Leuchten im Flur oder über dem Esstisch, als Bündel arrangiert oder als schmaler Lichtvorhang.

Slow Design aus Spanien: Das Blatt-Werk von Laxmi Nazabal und Lucas Abajo

Den Paravent «Eva» entwarf das Designer-Paar aus Bilbao, um z.B. Wohn- und Arbeitsbereich mal mit einer natürlichen Skulptur im Raum voneinander zu separieren anstatt mit langweiligen, genormten Büro-Paneelen aus Kunststoff. Ständer und Blattstruktur sind aus Buchenholz geformt, das aus dem Norden Spaniens stammt. Die textile Bespannung in blau-grünen Variationen ist eine Handarbeit der Firma «Gabriel», die auf Wandverkleidungen spezialisiert ist. Schon ein Blatt kann als Raumtrenner ausreichen. Man kann sich aber auch aus mehreren Blättern in verschiedenen Farbtönen eine Designer-Laube zusammenstellen. «Einfach mal die Blätter in den Raum pflanzen und spüren, wie die Inspiration wächst», sagen die beiden Designer.

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