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350 Millionen Euro

18. Oktober 2017 11:22; Akt: 18.10.2017 15:03 Print

Das ist die teuerste Villa der Welt

von M. Steiger - Die Villa Les Cèdres in Südfrankreich gehörte einst einem König. Nun wird sie von Campari verkauft.

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In Südfrankreich treffen sich schon seit dem letzten Jahrhundert die Reichen und Schönen. An der Côte d’Azur reihen sich so auch Villen an Schlösser und andere prunkvolle Bauten. Aber keine ist so exklusiv, so teuer wie die Villa Les Cèdres.

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Das teuerste Haus der Welt

Die Villa stammt von 1830, ist also 187 Jahre alt und hat 1672 Quadratmeter Wohnfläche. Darauf verteilen sich unter anderem 14 Schlafzimmer. Erbaut hat sie der Bürgermeister von Villefranche-sur-Mer – damals wurde das riesige Grundstück (141'640 Quadratmeter!) noch als Olivenplantage genutzt. Einige der Olivenbäume sind gar älter als das Haus: Sie werden auf 300 Jahre geschätzt.

Das Haus wurde 1904 an den belgischen König Leopold II. verkauft. Dieser verdankte seinen Reichtum unter anderem dem Kautschuk-Handel im Kongo, damals eine belgische Kolonie. Mit dem Geld vergrösserte der umstrittene König die Gärten noch weiter.

Sardische Einflüsse

Die Optik des Hauses stammt nicht von ungefähr: Saint-Jean-Cap-Ferrat, das Gebiet, in dem sich die Villa Les Cèdres befindet, wurde bis 1860 vom Königreich Sardinien regiert – und die lachs- und sandfarbenen Wände waren dort gerade im Trend.

Die Auffahrt zur Villa ist von Palmen und Zedern gesäumt (Zedern = Cèdres). Vor dem Eingang steht eine Bronzestatue Athenas, einer griechischen Göttin. Sie ist die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes, der Kunst, des Handwerks und der Handarbeit.

Bibliothek mit wertvollen Dokumenten

Im Inneren der Villa erkennt man die Einflüsse des frühen 19. Jahrhunderts sofort: Grosse Zimmer, pompöse Kronleuchter und deckenhohe Gemälde machen die Villa Les Cèdres aber noch nicht zu dem, was sie ist: Ein grosser Teil des Kaufpreises ist auf die holzgetäfelte Bibliothek zurückzuführen.

Dort gibt es über 3000 Bücher über die Tier- und Pflanzenwelt, darunter auch ein botanischer Index aus dem Jahr 1640, der allein schon mehrere Hunderttausend Euro wert sein soll. Mit einem Verkaufspreis von 350 Millionen Euro ist die Villa Les Cèdres die derzeit teuerste Privatresidenz auf dem Markt.

Alkoholproduzenten besitzen die Villa ab 1924

1924, 15 Jahre nach dem Tod von König Leopold, wurde Les Cèdres von einer einflussreichen Familie gekauft: den Marnier-Lapostolles. Die Unternehmerfamilie produziert unter anderem den Grand-Marnier-Likör. Die folgenden 80 Jahre lebte die Familie in der Villa und erntete im Garten die Bitterorangen, die dem Grand Marnier seinen Geschmack geben.

Les Cèdres blieb bis 2016 im Besitz der Marnier-Lapostolle-Familie, bis Campari das ehemalige Familienunternehmen für 684 Millionen Euro aufkaufte und damit zum neuen Besitzer der Villa wurde. Campari realisierte schnell, dass diese Villa 20 Prozent eines Jahresumsatzes wert war – und stellte sie zum Verkauf.

Kaufpreis von einer Milliarde «ein Gerücht»

Einige Medien rechneten mit einem Verkaufspreis von einer Milliarde Euro. «Das ist absurd!», sagt Fabio Di Fede, Manager des Grand-Marnier-Zweigs und ehemaliger Mitarbeiter bei Campari. «Aber auch die 350 Millionen sind ein Schätzwert. Es geht dabei vor allem um den riesigen Umschwung und die fantastische Lage.»

Um den Verkauf kümmert sich ein fünfköpfiges Team, bestehend aus Mitgliedern der Marnier-Familie und Di Fede, der Campari vertritt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berner am 18.10.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wohnen im Museum

    Tolle Villa: Ja! Sehenswert: Ja!! da wohnen: ... ähm. Nein Danke.

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  • Bettina W. am 18.10.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gefällt mir

    Allemal besser und schöner als die gruselige Pelz-Villa.

  • Wicki am 18.10.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schlecht

    Ne Nummer kleiner wär auch ok. Das trägt immense Folgekosten nach sich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RoCh am 20.10.2017 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wie der Weg zum Reichtum führt...

    An alle die denken, dass solche enormen Reichtümer mit ehrlicher Arbeit zu realiseren sind: Nein, es klebt Blut daran. Massenhaft. Es gibt unterschiedliche Schätzungen, wie viele Bewohner des Kongo-Freistaates unter Leopolds Herrschaft ermordet wurden bzw. durch die Folgen seiner Politik starben bzw. vertrieben wurden. Zwischen 1880 und 1920 sank die Bevölkerungszahl des Kongo um mindestens die Hälfte.So hatte die Ortschaft Lukolela 1891 noch 6000 Einwohner. 1903 waren es weniger als 400. Adam Hochschild spricht von 10 Millionen Toten...Dann bleibe ich lieber arm als ein Verbrecher zu werden.

  • E. H. am 20.10.2017 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Portokasse

    bezahle ich doch locker von meiner Portokasse.

  • Typhoeus am 19.10.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Weder als Villa, Schloss oder Museum

    brauchbar. Total umbauen und ein Luxus Spa drau machen.

  • Sea of Tea am 18.10.2017 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Puh!

    In der nächsten kleinen Stadt wo ich wohne konnte man vor 10Jahren (weiss den heutigen Stand nicht) dafür 700 normale, schöne Häuser mit grossem Garten für den Preis erwerben.

  • peter am 18.10.2017 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    ja..grosses haus..

    ich warte mal auf mein lohn ende des monats..dann erst überlege ich mir sowas zu kaufen.