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Gefängnishotel

17. Oktober 2017 15:04; Akt: 17.10.2017 15:04 Print

In diesen Knast gehen Sie freiwillig

von Daniela Gschweng - Im Offenburger Gefängnis waren einst Schwerverbrecher inhaftiert. Jetzt ist es ein Hotel, in dem es sich gut einsitzen lässt – bei Wasser und Brot natürlich.

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Willkommen im Hotel Liberty, dem wohnlichsten Knast der Welt. Im ehemaligen Gefängnis in Offenburg sassen einst Schwerverbrecher ein. Hier waren die Kämpfer der Badischen Revolution von 1847 inhaftiert, der Attentäter des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble sass in Untersuchungshaft und die Nationalsozialisten sperrten hier ihre Gegner weg. Dann kam ein Brüderpaar aus Offenburg mit einer Idee: Ein Hotel sollte her. Manche Dinge im Liberty stammen auch nach dem Umbau noch aus der Zeit, als es ein Gefängnis war: So sind zum Beispiel die 12 Kilogramm schweren Türen geblieben. Die sind aber nur Deko: Als Zimmertüren seien sie einfach zu schwer, erklärt Hotelmanager Marc Aeberhard, ein Schweizer und der neue «Gefängnisdirektor». Auch einige Gitterfenster sind geblieben. Die freigelegten Backsteindecken und Mauern erinnern ebenfalls noch an das Gefängnis, das war es dann aber bald mit den Gemeinsamkeiten. Die kleinen Zellen (7 bis 9 Quadratmeter) wurden in Suiten (17 bis 73 Quadratmeter) verwandelt und mit einer eleganten Einrichtung versehen. Mit King-Size-Bett, Badewanne, Wi-Fi und TV lässt sich die Zeit in Offenburg gut absitzen. Die Zimmer kosten ab etwa 150 Euro – für deutsche Verhältnisse gehobener Standard. Das hauseigene Restaurant heisst «Wasser und Brot». Karge Kost müssen Sie hier natürlich nicht befürchten, denn hinter dem Herd steht ein Sternekoch. Der Slogan des aussergewöhnlichen Hotels ist übrigens «Freiheit neu definiert» – und das Hausmaskottchen ist, ganz knastgerecht, eine Ratte.

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Die Mauern sind zwar historisch und die Lage nicht schlecht, alles andere war bis vor kurzem wenig anziehend: Wer in den vergangenen 160 Jahren an der Grabenallee im deutschen Offenburg landete, kam kaum freiwillig dorthin. Er logierte in einer sieben bis neun Quadratmeter kleinen Gefängniszelle, die er sich oft noch mit einem anderen Gefangenen teile.

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Im Offenburger Gefängnis waren einst die Kämpfer der Badischen Revolution von 1847 inhaftiert, der Attentäter des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble sass hier in Untersuchungshaft und die Nationalsozialisten sperrten hier in den kleinen, dunklen Zellen ihre Gegner weg.

Aus Knast mach Hotel

Mittlerweile denkt niemand mehr an Ausbruch, wenn er hinter den dicken Sandsteinmauern eine Nacht verbringt. 2011 zogen die Gefangenen in ein neues Gebäude um, aus dem Kast wurde das «Hotel Liberty» – die Idee eines Brüderpaars aus Offenburg, das in den Umbau investierte. Am 3. Oktober, kurz nach der Eröffnung, standen die Neugierigen Schlange, um einen Blick in den renovierten Zellentrakt zu werfen.

Wie es gewesen sein mag, in Offenburg sein Urteil abzusitzen, kann man sich noch vorstellen. Den Stacheldrahtzaun gibt es zwar nicht mehr, die Gefängnisflure der beiden zwischen 1840 und 1845 errichteten Gebäude und auch das ein oder andere vergitterte Fenster sind jedoch geblieben.

An den Wänden der Flure hängen die 120 Kilogramm schweren ehemaligen Zellentüren, allerdings nur zur Dekoration. Um die mit Metallbeschlägen versehenen massiven Holztüren als Zimmertüren einzusetzen, seien sie zu schwer, erklärte der Schweizer Hotelmanager Marc Aeberhard, der neue «Gefängnisdirektor».

Bei Wasser und Brot

Eiserne Stockbetten und Stehtoiletten sind aber ganz sicher Geschichte. Die kleinen Zellen wurden zu 17 bis 73 Quadratmeter grossen Gästezimmer zusammengelegt und mit edler Einrichtung versehen. Mit King-Size-Bett, Badewanne, Wi-Fi und TV lässt sich die Zeit in Offenburg gut absitzen. Und wer grübelnd an die Decke starrt, schaut die freigelegte Backsteindecke an. Die Zimmer kosten ab etwa 150 Euro – für deutsche Verhältnisse gehobener Standard.

Die Verpflegung muss kein Gast mehr in der Zelle zu sich nehmen. Dafür gibt es das hauseigene Restaurant «Wasser und Brot». Allzu schlimm dürfte auch das nicht werden – in der Küche sorgt ein Sternekoch für die Essensrationen. Ob der Koch mit dem Haus-Maskottchen, einer Ratte, einverstanden ist, liess sich nicht in Erfahrung bringen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicole am 17.10.2017 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Jail Hotel Luzern

    muss ich nicht nach Offenburg, gibts auch in Luzern...

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  • Chris86 am 17.10.2017 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Finnland und Schweden

    Gibt es in Helsinki und Stockholm schon.

  • Kuscheljustiz am 17.10.2017 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus pur hier

    sehe da keinen grossen Unterschied zu vorher. Im Pöschwies in Regensdorf haben Sie sogar einen schönen Fussball und Basketball platz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Attigram aus FFM. am 26.10.2017 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hotelbesuch und Knast

    Warum nicht, wenn es mich mal in diesen Ort verschlagen würde und ich ein Hotel suchen würde. Nur hätte ich etwas Bammel, ob morgens die Türe sich öffnet und ich Freigang hätte

  • Anna am 18.10.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr besonders

    Also doch ein ganz normales Hotel für hohe Übernachtungskosten...

  • Herr Max Bünzlig am 17.10.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    aber hallo, so schnell gehe ich nirgends freiwillig hin

  • nicht die ersten am 17.10.2017 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gibts auch in Kaiserslautern

    auch der fussball ist dort besser :)

  • Tabmudizzel am 17.10.2017 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kreativ

    Ist kreativ und einzigartig, müsste man fast mal wegen dem Hotel extra hinreisen :)

    • Informieren statt posten am 18.10.2017 04:23 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht einzigartig

      Gibt's in Basel schon seit vielen Jahren - Lohnhof

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