Living

Wir wollen Sie inspirieren.
Hier lesen Sie Artikel zu Wohnen, Immobilien, Architektur, Design und Einrichten.

Interview

08. November 2016 12:38; Akt: 08.11.2016 12:38 Print

So wohnen wir in der Zukunft

Unser Heim hat sich verändert. Vor ein paar Jahren hatte es kleine Fenster, heute ist es hell, urban, funktional. Und morgen? Wir fragen bei Architekten nach.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Wohnhaus Casa Curved (Privatauftrag aus Basel) des Architektenbüros Daluz Gonzalez macht einen eleganten, futuristischen Eindruck. Der auffällig geschwungene Bau mit den grossen Fenstern lässt Licht von allen Seiten herein. Im Innenraum der Casa Curved fliessen offene Formen ineinander. Die Wände, die Decken und die Treppe bestehen aus Holz. Luken im Obergeschoss sorgen für ein raffiniertes Lichtspiel im Haus. Das dreigeschossige Wohnhaus Casa Mi in Herrliberg erhebt sich über dem Zürichsee. Durch das einzigartige Raumkonzept verschmelzen alle Bereiche miteinander. Nur die Schlaf- und Arbeitsbereiche im Untergeschoss sind deutlich voneinander getrennt. Die Schönheit der Landschaft ist durch die grossen Fenster immer präsent. Für das Einfamilienhaus Casa Forest (Basel) bekam das Architektenbüro Daluz Gonzalez die Auszeichnung Best Architects 2017. Das Haus hat die Form eines geschliffenen Diamanten und steht am Rand eines Waldgebiets. Durch die Fensterfronten gehen hier Architektur und Natur eine Symbiose ein. Der Diamant-Grundriss des Casa Forest erlaubt eine optimale Nutzung der Fläche. Alle Ebenen und Räume sind durch den Zentralteil miteinander verbunden. Die Fenster des Wohnzimmers werden durch Holzelemente ergänzt und bieten atemberaubende Blicke in die Natur. Als kongeniales Team entwerfen die Architekten Ruben Daluz (links, 44) und Juan Gonzalez (36) Häuser mit Zukunft. Ihr Zürcher Büro gilt als wegweisend für eine visionäre Architektur. Nach ihrem Studium in Spanien und in der Schweiz gründeten sie 2011 ihr gemeinsames Architekturbüro. Bei dem Einfamilienhaus CHE in Rapperswil ging es um eine Vergrösserung des Wohnraums im Erdgeschoss. Das Architektentrio Daluz Gonzalez & Cajos dockte an das ursprüngliche Haus von 1924 einen eingeschossigen Anbau an. Der Innenraum hängt mit seiner zweiseitigen Verglasung mit der neuen Öffnung der Küche zusammen. So entsteht ein fliessender Übergang von innen nach aussen. In dem Haus REB3 in Hedingen des Architektenbüros Daluz Gonzalez befinden sich fünf Wohneinheiten. Die gute Eingliederung in den Hang und die speziellen Kaskadentreppen machen den besonderen Reiz der Aussenansicht aus. Die Bereiche Kochen-Wohnen-Essen fliessen ineinander.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Braune Möbel, niedrige Decken, wenig Licht, Auslegeware, orange Kacheln – so war sie, die typische Siebzigerjahre-Wohnung. In den Fünfzigern ging nichts über Plastik, Holzfurnier und eine Küche mit neuen Rührmaschinen. Jacques Tati und sein Film «Mon Oncle» von 1958 lassen grüssen – alles hochmodern (damals) und unpraktisch.

Umfrage
Gefallen Ihnen die Häuser der Zukunft?
52 %
12 %
5 %
3 %
25 %
3 %
Insgesamt 956 Teilnehmer

Heute sind die Wohnungen urban, der Boden ist aus Holz und die Küche offen. Was kommt, was geht und welche Visionen gibt es zum Thema Wohnen? Das junge Zürcher Architektenbüro Daluz Gonzalez weiss, was Menschen sich wünschen. Ihr Markenzeichen sind ungewöhnliche Häuser aus Cubes oder mit Grundrissen wie Edelsteinen.

Seitdem die beiden Architekten Juan Gonzalez und Ruben Daluz 2007 ihr Büro in Zürich eröffnet haben, hat sich viel bewegt. Ihre Auftraggeber werden mutiger und ihre Häuser markanter. Viele Gebäude von ihnen sind preisgekrönt. So zum Beispiel das Wohnhaus Q AT Bollingen (1. Preis im Studienauftrag 2013), das Wohnhaus TWOgether (1. Preis im Studienauftrag Wohnüberbauung) und das Privathaus CASA.MI. in Herrliberg (1. Preis im Studienauftrag 2012).

Für ihr Casa Forest sind sie gerade mit dem Preis «Best Architect 2017» ausgezeichnet worden. Mit ihren futuristisch anmutenden und sehr kundenbezogenen Bauwerken haben sie sich mehr als einen Namen gemacht.

Sie sind Realisten und Visionäre zugleich. Herr Daluz, Herr Gonzalez, was ist für Sie bezogen auf die Architektur von heute modern?
Zunächst bedeutet der Begriff, dass es sich um eine Architektur für die jetzige Zeit handelt. Typisch ist, dass die Räume heutzutage offener und fliessender sind und dass Helligkeit und Licht eine grössere Rolle spielen.

Woran liegt das?
In der Vergangenheit waren die Menschen häufiger draussen in der freien Natur und nur nachts zu Hause. So gab es tagsüber viel Licht und abends zählte das Gefühl der Geborgenheit. Da waren kleine Fenster und dicke Mauern ganz angenehm. Heute sind die Menschen tagsüber in einem Büro oder in einer Fabrik. Deshalb wünschen Sie sich zu Hause mehr Weite und Licht.

Was wurde aus dem Bedürfnis nach Abschottung?
Die Menschen leben aktuell exponierter und gehen locker damit um. Wenn der Nachbar hereinschauen kann, sagen sie sich: «Na und?» Wem das nicht gefällt, der kann den Vorhang zuziehen oder den Sonnenschutz runterlassen. Mit der neuen Technik im Haus lässt sich alles steuern.

Die Fenster in Ihren Häusern sind meist zahlreich und grossflächig.
Ja, denn die Bewohner geniessen den Blick nach draussen. Mit grossen Fenstern wird die Umwelt zu einem Teil des Innenraums. In unserem Haus Casa Forest gibt es pro Raum den Ausblick jedoch nur auf einer Seite. Die anderen drei Seiten sind Wände, die Geborgenheit vermitteln, und an denen man Kunst befestigen oder Möbel aufstellen kann. Wir richten uns nach den Kunden und planen jedes Detail individuell.

Wie beschreiben Sie Ihren Architekturansatz?
Uns ist es wichtig, ein Haus so zu bauen, dass es dem Ort, den Anforderungen, dem Auftraggeber und auch uns gerecht wird. Dabei spielt jedes Detail eine Rolle.

Heutzutage werden meist die Küchen mit dem Wohn-Esszimmer zusammengelegt. Woran liegt das?
Die Lebensformen haben sich verändert. Kochen und essen werden nicht mehr getrennt. Man feiert den Genuss, steht zusammen in der Küche und unterhält sich über die Räume hinweg. Es ist auch nicht mehr allein der Koch oder die Köchin, die in der Küche isoliert tätig ist. Abschottung ist vorüber und nicht mehr zeitgemäss.

Sie benutzen bei Ihren Häusern gerne Sichtbeton. Was reizt Sie daran?
Es ist ein ehrliches Material und verleugnet nicht seine Präsenz. Es wirkt authentisch und direkt. Im Innenraum hat es den Vorteil, dass man es nicht verputzen muss.

Wie stellen Sie sich die zukünftigen Bauformen vor?
Wir bauen jetzt und heute und setzen auf Langlebigkeit. Modeerscheinungen sollten dabei keine Rolle spielen. Das sehen wir auch für die Zukunft, was immer sie auch an neuen Lebensformen mit sich bringt.

Und auf welche Auszeichnung sind Sie besonders stolz?
Die Anerkennung des Bauherrn ist die beste Auszeichnung. Wenn wir einen Wow-Effekt bei ihm erreichen, wenn er sein neues Haus betritt, sind wir glücklich!

Übrigens: Hier finden Sie Häuser von Heute.

(mst/20 Minuten)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alexander am 08.11.2016 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Titel.

    Im Titel fehlt: ", wenn wir im Lotto gewinnen."

  • Nostalgiker am 08.11.2016 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geschmacksache

    Ich habe die Bildstrecke angesehen und für mich (persönliche Ansicht) ein Klotz hässlicher als der andere.

  • Zunkünftiger Ehemann FKO am 08.11.2016 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre

    Sieht zvar schön aus aber mir fehlt die Privatsphäre... Zu viele grosse Fenster...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Numerobis am 08.11.2016 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    cool

    ich finde die Bilder cool, endlich mal was anderes.

  • Giancarlo am 08.11.2016 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Sind zu kalt, die Wärme fehlt

    Diese Architektur ist nicht neu, wird sich aber auch nicht durchsetzen. Solche Häuser haben eines gemeinsam: So praktisch sie auch sein mögen, sie vermitteln "keine Wärme". Mein Haus muss ein Gefühl von Wärme und Ruhe vermitteln, gemütlich sein, so wie ein Chalet in den Bergen. Wohnte ein paar Jahren in solch einem modernen Haus. Am Anfang fand ich's klasse, doch nach ein paar Monaten war die Atmosphäre einfach zu kalt.

  • philipp am 08.11.2016 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft?

    eigentlich habt ihr nur bei einem büro nachgefragt... und das ganze klingt wie ein werbevideo für eben dieses büro... heute bauen wir selten innovativ... eher o815 und dann noch physikalisch / ökologisch schlecht

  • Anna Ida am 08.11.2016 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    also schön

    ist in meinen Augen anders...

  • Dan Bains am 08.11.2016 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Urban Innovatiev ist nur Marketing !!

    Bin selber Architekt und hab ein Büro. Was ich zu lesen bekomme ist so alt und runtergeleiert wie in jedem Architekturmagazin. Wir Bauen mit den gleichen Materialien wie vor 100 Jahren. Ein wenig grösser Offener mehr Fenster. Ansonsten wird zu 99 % 0815 gebaut nicht Urban nicht innovativ. Oft an den menschen vorbei. Und noch was. 80 % der Mieter die in einer neuen Mietwohnung Wohnen haben die ganze Zeit die Storen unten oder die hässlichen Vorhänge gezogen. Beispiel Falken Baden. Urban ist Tokyo London etc. aber sicher nicht ZH BS BE etc.