«Chef's Table»-Star Asma Khan

10. Januar 2020 13:30; Akt: 10.01.2020 18:07 Print

«Grosse Messer brachten zwei von uns ins Spital»

von Lucien Esseiva - In der aktuellen Netflix-Staffel von «Chef’s Table» ist Köchin Asma Khan der Star. Ihre Berühmtheit will sie sinnvoll einsetzen.

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Asma Khan (50) wurde in Indien als zweite Tochter einer adligen Familie geboren. In England studierte sie Jura und schloss das Studium mit einem Doktortitel ab. Trotzdem liess sie ihr Traum von einem eigenen Restaurant nie los. 2017 eröffnete sie das Darjeeling Express in London. Das Lokal ist heute eines der beliebtesten indischen Restaurants in England, Asma Khan wurde mit der Eröffnung zum Star. Netflix widmete ihr in der sechsten Staffel von «Chef's Table» eine eigene Episode. In der Küche vom Darjeeling Express arbeiteten neun ungelernte Köchinnen. Das hat gemäss Asma Khan nur wenig Einfluss auf die Arbeit. «Aber wir schneiden unsere Zutaten nur mit kleinen Messern. Als wir es mal mit den grossen Küchenmessern versuchten, landeten gleich zwei Frauen im Spital», erzählt die Köchin im Interview mit 20 Minuten. «Indische Frauen sind es gewohnt, mit einfachsten Mitteln viele Gäste zu bekochen», sagt Khan. Darum bewundere Sie Profiköche mit topausgestatteten Küchen kein bisschen. So sei Kochen keine wirkliche Herausforderung, sagt sie. Sie wisse noch nicht einmal, was ein Thermomix könne. In ihren Gerichten spüre man vor allem die Liebe, die sie investiere. Und natürlich seien die verschiedenen Texturen und die Gewürze eines ihrer Geheimnisse. Die teuerste Zutat sei aber immer die Zeit, die sie investiere. Die Gerichte von Asma Khan wird man vom 4. bis am 8. Februar am St. Moritz Gourmet Festival geniessen können. «Im Engadin werde ich dann sicher zum ersten Mal Ski fahren», verrät sie. Dieses Jahr sind am St. Moritz Gourmet Festival ausschliesslich Gastköchinnen eingeladen, insgesamt werden zehn Spitzenköchinnen aus aller Welt ins Engadin reisen.

Fehler gesehen?

Asma Khan, am Anfang Ihrer «Chef’s Table»-Episode erzählen Sie, wie Sie als Kind ihren Namen aus dem Zugfenster schrien. Warum?
Alle Welt sollte meinen Namen hören! Ich wurde in Indien als zweites Mädchen geboren. Zwei Mädchen zu haben, ist für Eltern ein Desaster und so wuchs ich auf – als Last. Darum wollte ich bekannt werden. Dabei geht es weder um Ego oder Arroganz, sondern darum, dass ich für alle Mädchen einstehen will, die nicht wahrgenommen werden.

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Wie steht es um Ihre Schnippel-Künste?

Ist das ein typisch indisches Problem?
Nein, Mädchen und Frauen werden in patriarchalischen Gesellschaften auf der ganzen Welt nicht als vollwertige Menschen wahrgenommen. Zum Beispiel habe ich auf «Chef's Table» emotionale Reaktionen von Frauen aus Brasilien, Mexiko, China und Malaysia bekommen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Auch dort sind Jungs in der Gesellschaft einfach mehr wert.

«Bei mir arbeiten nur Frauen in der Küche»

Nun sind Sie auf der ganzen Welt bekannt. Was hat sich damit für Sie persönlich verändert?
Jetzt schaut man mich nicht mehr an und denkt: Okay, und das wars? Ich bin nicht mehr nur die zweite Tochter meines Vaters, ich bin viel mehr als das, ich bin jemand, ich zähle. Daraus schöpfe ich meine Kraft. Nicht aus «Michelin»-Sternen, nicht aus TV-Auftritten, sondern daraus, dass ich jetzt frei bin.

Und warum ist ihr Restaurant Darjeeling Express in London so beliebt?
Weil die Gäste die Liebe in unserem Essen schmecken und sehen können. Wir arbeiten in einer offenen Küche, die Gäste können uns neun Frauen, alle um die fünfzig Jahre alt, beim Kochen zuschauen. Ich denke, das berührt die Menschen. Aber natürlich sind alle unsere Gerichte auch richtig lecker.

«Wenn mir eine Bestellung nicht passt, bringe ich etwas anderes – auf meine Rechnung»

Das Lokal hat nur 55 Plätze – warum so wenige?
Ich möchte, dass jeder Gast meine Augen sehen kann, auch wenn ich in der Küche stehe. Schaut man mich an, komme ich sofort an den Tisch und nehme auch Bestellungen auf. Wenn ich mit einer Wahl nicht einverstanden bin, dann sage ich das – notfalls bekommt der Gast meinen Vorschlag auch gratis serviert.

Sie sind studierte Anwältin mit Doktortitel, Gastronomie haben Sie nie gelernt. Warum klappt es trotzdem?
Frauen in unserer Kultur fällt es leicht, viele Menschen zu bewirten. Meine Mutter hatte oft 70 Leute zum Essen zu Besuch. Indische Familien sind gross und sie kündigen ihre Besuche nie an. Also muss man spontan auf Besucher reagieren. Wir haben es im Blut, mit wenigen Zutaten und einfachsten Mitteln etwas Feines zu kochen.

«In St. Moritz werde ich zum ersten Mal Ski fahren»

In Ihrer Küche arbeiten nur ungelernte Frauen, macht sich das bemerkbar?
Eigentlich nur darin, dass wir nicht so gut schnippeln können. Wir benutzen einzig ­kleine Tomatenmesser zum Schneiden. Als wir es einmal mit grossen Küchenmessern probierten, landeten zwei Frauen aus der Küche im Krankenhaus.

Bald werden Sie in den Schweizer Bergen in St. Moritz kochen. Freuen Sie sich darauf?
Ich war noch nie im Winter in den Bergen, das wird sicher aufregend. Obwohl ich noch nie Ski gefahren bin, werde ich es dieses Mal sicherlich probieren. Wann denn, wenn nicht jetzt?

Die Gäste in St. Moritz sind ziemlich verwöhnt. Macht Ihnen das Sorgen?
Überhaupt nicht, denn Geld kann man ja nicht essen. Die Liebe, die in meinen Gerichten steckt, wird man auch in St. Moritz schmecken können. Die teuerste Zutat ist immer die Zeit, die ich investiere. Und die kann man nicht kaufen.

Der Trailer von «Chef's Table» mit Asma Khan

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aylas am 11.01.2020 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asma Khan

    Ganz ehrlich? Was würde ich geben wenn jemand wie SIE für mich kochen würde !? WOW - da wäre ich von gern dabei ! Was ist nur los mit EUCH da draussen?! ICH WÜRDE MIT ihr lachen Ihr herrliches Essen geniessen und mich aus den Tiefen meines freuen dabei sein zu dürfen! Wertschätzung- Freude- Wohlwollen Namastè Asma Kahn für Ihren MUT & Grosszügigkeit

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  • Lilo am 10.01.2020 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung

    Schon wieder ein Netflix Werbebeitrag.

  • Sulj am 11.01.2020 02:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schnipple mit dem Schnitzerli

    Ich habe es wie Asma Khan, mein liebstes Werkzeug ist das "Schnitzerli" und für's Fleisch habe ich ein schmales Fleischmesser das ich verwende um das Fett wegzutrennen. Ich habe zwar noch grosse Metzgermesser von meinem Vater der als gelernter Metzger mit kleinen Messer nichts am Hut hatte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Nörgeli am 13.01.2020 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange noch?

    Nichts gegen die Köchinnen und ihre Kochkunst. Aber was bezahlten sie, um wochenlang unter den Schlagzeilen aufgeführt zu werden?

    • Magnus am 13.01.2020 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Nörgeli

      Wenn jemand Erfolg hat, gibt es halt auch immer Neider.

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  • Eidgenossin am 13.01.2020 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Asma

    Interessante Person diese Asma,in Besuch in ihrem Lokal wäre ganz sicher ein schönes Erlebnis!

  • Mägerli Sprenzel am 13.01.2020 05:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ässen

    Essen, mampf mampf! Ich muss fressen, denn ich gheie schon fast aus dem Leim, ja!

  • Lady Darkness II am 12.01.2020 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chef's Table Star Asma Khan

    Weiter viel Erfolg Asma. Dein Lokal werde ich bei meinem nächsten London Trip sicher besuchen.

    • Marianne am 14.01.2020 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lady Darkness II

      Das Lokal ist leider für Wochen im Voraus ausgebucht. Wir haben es versucht, keine Change.

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  • Don Logan am 12.01.2020 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fantastisch

    Dieser Artikel erinnert mich an den Spielfilm "Madame Mallory und der Duft von Curry". Fantastisch wie weit es ein Spitzenkoch bringen kann.