Food-Scout Simone Jones

17. Januar 2020 08:37; Akt: 18.01.2020 17:03 Print

«Manche Trends sind schon abgefahren»

von Lucien Esseiva - Ihre Entdeckungen finden nicht selten den Weg auf Schweizer Teller: Simone Jones ist Food-Scout bei Betty Bossi.

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Simone Jones, bei welchem ­Gericht oder Lebensmittel sind Sie froh, dass wir es im neuen Jahr endlich vergessen können?
In meinem Job dürfen persönliche Vorlieben und Abneigungen keine Rolle spielen – hier dreht sich alles um den Geschmack der Kundinnen und Kunden. Deshalb kann ich unmöglich ein Lebensmittel oder ein Gericht ins 2019 ver­bannen. Persönlich gesprochen bin ich froh, dass die Weihnachtsguetsli aufge­gessen sind. In elf Monaten freue ich mich dann aber auch schon wieder auf sie.

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Wie stehen Sie zu Food-Trends?

Welche Gerichte oder Lebensmittel werden uns dieses Jahr besonders begleiten?
Sicherlich Produkte rund um die Trends vegetarisch, vegan und «plant-based». Ausserdem wird der Trend, sich auswärts zu verpflegen, weiter zunehmen. Damit geht natürlich die Tatsache einher, dass immer weniger selbst gekocht wird. Das Essen kann heute mit ­wenigen Klicks schnell nach Hause geliefert werden. Die grosse Lebensmittelvielfalt in der Schweiz hat auch unser Qualitätsbewusstsein verändert. Es wird sorgfältiger, vielfältiger, bunter zubereitet.

«Food-Trends müssen in aller Munde sein»

Was ist überhaupt Food-Trend und wie erkennt man ihn?
Ein Food-Trend ist, wenn plötzlich etwas, das vorher nicht besonders verbreitet war, buchstäblich in aller Munde ist.

Wie und wo finden Sie Food-Trends?
Wir sind oft als Food-Scouts unterwegs und bewegen uns in den kulinarischen Schmelztiegeln dieser Welt. Dazu gehören Los Angeles, London und auch Zürich. Wir besuchen Messen, Gastronomie und Detailhändler, ausserdem liefern klassische Medien und Social Media Inspirationen.

«Die Welt ist kulinarisch spannender geworden»

Haben Sie selbst schon einen Trend losgetreten?
Trends kann man unmöglich allein lostreten. Aber natürlich hätte ich diese Fähigkeit gern!

Ein bekannter Schweizer Food-Scout sagte letztes Jahr: «Fuck the Trends», weil er der Meinung ist, dass Trends oft nur heisse Luft sind. Wie beurteilen Sie diese Aussage?
Aus meiner Sicht wird ein kulinarischer Hype zum Food-Trend, wenn er auf breite Akzeptanz stösst. Klar, erscheint manches manchmal etwas abgefahren oder an den Haaren herbeigezogen, doch unsere kulinarische Landschaft ist mit Food-Trends und Produkten und Lebensmitteln aus aller Welt viel reicher und kulinarisch spannender geworden. Das finde ich natürlich toll.

Was wird für Sie immer ein Food-Trend sein?
Für mich persönlich: Spaghetti.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pelopones am 17.01.2020 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Food-Scouts sind Umweltzerstörer

    Sie fliegen total unnötig in der Gegend herum. Dazu propagieren sie dann Produkte wie Avocados und Mandelmilch, wie hier schon erwähnt wurde, was dann zu einem Hype bei uns führt und dafür sorgt, dass ganze Landstriche in Wüsten verwandelt werden und Menschen ihre Dörfer verlassen müssen, weil es kein Wasser mehr hat um dort zu leben. Ganz zu schweigen von der gigantischen CO2 Belastung die durch den Transport um die halbe Welt verursacht wird. Ohne sie würde man sich auf lokale Produkte konzentrieren so wie das vorher auch war und die Umwelt würde massiv entlastet.

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  • elisa am 17.01.2020 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brauche ich nicht

    Trends sind mir egal. Ich koche meine regionalen Lebensmittel selbst, esse überwiegend Bio und nehme meine Lebensmittel in Behältern zur Arbeit mit. So weiss ich, was ich esse, vermeide Abfall und schädige due Umwelt nicht durch den Konsum von Avocados, Mandelmilch usw.

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  • Buntspecht am 17.01.2020 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Essen wie es schmeckt

    Foodtrends braucht kein Mensch. Solches Verhalten bewirkt Stress, Gruppenzwang, ja sogar Depressionen und ist vor allem für die Anbieter rein kommerziell ausgerichtet. Superfood? vergiss es einfach. Gesunde und ausgewogene Ernährung ist das Um und Auf. Jede/Jeder soll sich nach seiner Vorliebe ernähren, Fleisch und alles, Vegetarisch, Vegan oder sonst wie. Ganz egal. Wichtig ist, die Menge, die verdrückt wird. Überdosis ist in jedem Fall schädlich, sei es beim Essen, beim Alkohol, bei Medikamenten usw.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wetterhexe am 18.01.2020 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    Hunger ist der beste Koch!

    Nur wer im grenzenlosen Überfluss lebt, kann sich beim Essen nach Trends und Superfoods richten. Je exotischer, je künstlicher, umso besser. Besinnt euch, auf was hier wächst und gedeiht. Leute mit nordischen Ahnen essen anders als die im Süden. Das ganze Ernährungsgestürm um vegan, low carb, high carb, low fat, paleo und sonstiges verschwindet von selbst, wenn wieder der Hunger regiert.

  • Toll am 18.01.2020 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich nicht glauben

    Die Aussage ist das Züri SUPER ist und Food Trends setzt? In welchem Universum soll das sein? Nett tu sein ohne peinlich zu wirken wäre besser.

  • Steve WONDER am 18.01.2020 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    120 Jahre

    Jede Generation will besser in gesünder essen. ...! Was bringt es uns wenn wir 120 Jahre alt werden ?

    • juan malverde am 18.01.2020 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Steve WONDER

      gesundheit?

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  • Egon am 18.01.2020 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin da offen

    Wenn Bier dazu passt, ess ich so ziemlich alles.

  • Narnia am 18.01.2020 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BB

    Irgendwie& irgendwo- altbacken& stehen geblieben. Zudem vollgespickt mit Coop-Werbung. Anscheinend ist Kochen ohne eine Zutat von Coop nicht möglich. Kochbücher, Krimskrams kosten für Abonnenten Fr. 7.90 Porto zusätzlich. Dafür kaufe& unterstütze ich gerne eine Buchhandlung notabene ohne Coopwerbung.