Coiffeurin und Jägerin

06. September 2019 21:23; Akt: 06.09.2019 21:23 Print

Auf ihrem Teller landet nur selbstgeschossenes Wild

von Lucien Esseiva - Sändy Ryffel besitzt einen Coiffeur-Salon in Chur und sie geht auf die Jagd. 20 Minuten hat mir ihr über ihre Passion gesprochen.

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Sändy Ryffel, wie sind Sie zum Jagen gekommen?
Durch meinen Mann, den ich auf der Hochjagd begleitete. Zufällig durfte ich dabei sein, als mein Mann einen Hirsch erlegte, und mir war klar: Ich möchte auch selber jagen.

Umfrage
Wie stehen Sie zum Jagen?

Wie hat Ihr Umfeld reagiert?
Keine meiner Kolleginnen jagt, und es ist für Nichtjäger manchmal schwierig, alles genau zu verstehen. Darum ist es mir wichtig, negative Kritik an der Jagd aus der Welt zu schaffen.

Wie machen Sie das?
Indem ich erkläre, dass die Jagd wichtig für die Gesundheit des Waldes und der Tiere ist. Eine Überpopulation der Wildbestände würde eine Ausbreitung von Krankheiten und Nahrungsmangel zur Folge haben.

Können Sie sich an Ihre erste eigene Jagd erinnern?
Mein erstes Jahr selbst auf der Pirsch war schon ein komisches Gefühl, und ich war froh, dass ich im ersten Jahr bereits Jagdglück hatte.

«Nach dem ersten Schuss war ich von Tränen überströmt»

Was war das für ein Gefühl?
Der Finger war am Abzug, zielen, durchatmen und schiessen. Irgendwie ging alles in Zeitlupe und trotzdem sehr schnell. Nachladen und warten. Dann sah ich das Tier liegen und war von Tränen überströmt. Mein ganzer Körper zitterte. Mein Mann begleitete mich zur erlegten Rehgeiss und wir ehrten das Tier mit dem letzten Bissen. Die Freude, dass alles perfekt abgelaufen war, war überragend, die Emotionen und Gefühle unbeschreiblich.

Empfinden Sie manchmal Mitleid mit den Tieren?
Für mich ist es am wichtigsten, dass das Tier nicht leiden muss und der Schuss schnell tödlich ist.

In welchen Momenten drücken Sie nicht ab?
Wenn der Schuss nicht weidmännisch wäre, das heisst, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich einen sicheren Schuss abgeben kann.

«Pflichtbewusste Jägerinnen und Jäger sind viel wichtiger als das Geschlecht»

Essen sie überhaupt noch Fleisch aus dem Supermarkt?
Hauptsächlich esse ich natürlich Fleisch aus eigener Jagd. Seit ich selbst jage, kaufe ich bewusster Fleisch ein, nach Möglichkeit beim Metzger.

Warum sollte man Jägerin werden?
Die Jagd muss man erleben, um diese Passion zu verstehen. Man verbringt sehr viel Zeit in der Natur, auch viele Tage ohne Jagdglück. Die Erlebnisse, die mit Freunden geteilt werden, das sehr einfache Hüttenleben und der Abstand zur hektischen Zivilisation machen das Jagen toll.

Braucht es mehr Jägerinnen?
Die Jagd braucht meiner Meinung nach nicht mehr oder weniger Frauen. Das Jagen ist eine Leidenschaft, die Männer und Frauen ausüben können. Weidmännische und pflichtbewusste Jägerinnen und Jäger sind viel wichtiger als das Geschlecht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mimimi am 06.09.2019 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pietätlos

    nur das essen was man selber getötet hat ist wirklich eine sehr ehrliche art fleisch zu essen. aber warum muss man lächelnd neben dem toten tier posieren?!

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  • MalSoMalSo am 06.09.2019 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überpopulation

    Die Überpopulation und die Ausbreitung der Krankheiten als Folge ist ein Resultat der Ausrottung der Raubtiere.

  • Christine Meier am 07.09.2019 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jagd

    Wenn die Natur nicht durch den Menschen aus dem Gleichgewicht gebracht worden wäre müsste sie auch nicht durch diesen "reguliert" werden

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vorname Name am 10.09.2019 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein ganz anderes Problem

    Mich stört viel mehr, dass man im Bericht Coiffeurin statt Coiffeuse schreibt...

  • christian clavadetscher am 10.09.2019 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    die jagd ist wichtig, wird aber leider von manch f

    die jagd ist seit der ausrottung der meisten karnivoren wichtig. sie ersetzt das, was bär und wolf früher gemacht haben. doch leider gibt es in dieser regulierung auch fehler. vor allem im spätherbst und winter erfährt der kanton graubünden das seit einigen jahren. mit der sonderjagd und dem tierfütterungs- verbot. das eine hat mit weidmännischem verhalten nichts zu tun, das andere führt in harten wintern zur schwächung des bestandes. denn wir leben nun mal in der moderne. plötzlich nicht mehr zu füttern ist einfach nur grausam. denn die tiere haben sich daran gewöhnt.

  • Margrit Aegerter am 10.09.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    oft unwürdige Jagd

    Das mit der Überpopulation von Reh, Hirsch, Gemsen und Steinwild ist vor allem ÄmterPropaganda und wegen den Förstern, die immer Angst um ihren Wald haben. Gerade in Nordbünden wird viel Jungwild durch Luchs und Wolf erlegt. Es braucht dann nicht noch Jäger, die in grösseren Gruppen geplagte Hirsche durch den Wald hetzen und einer knallt vorne dann das gestresste Tier ab. Wenn ein Tier es geschafft hat, die Jugend zu überleben, soll es nicht abgeknallt werden. Wildverbiss verjüngt und verändert den Wald natürlich, es hat besonders in den Bergen zu viel Wald und es wächst ja alles ein.

  • Marco am 10.09.2019 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz richtig

    Teils richtig Teils falsch. Überpopulation wir sehr stark von uns Menschen gesteuert. z.B. Landwirtschaftliche Monokulturen.( Beispiel Mais und Wildschweine ) oder Fütterung der Füchse in Agglomerationsgebieten. Es kommen viele Faktoren zusammen wieso es Überpopulationen gibt. Raubtiere würden einen Teil für uns erledigen da haben Sie recht, aber sicherlich nicht alles. Die Schweiz ist ein Dicht besiedeltes Land und Raubtiere brauchen viel Platz.Daher ist es nicht möglich den Raubtierbestand auf ein Mass heranwachsen zu lassen um die ganze Überpopulation zu reduzieren.Konfliktgefahr!!

  • Lilli Giger am 10.09.2019 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Teller......

    Jagd ist wichtig für alles!! Mensch und Tier Wald und allws Ich weiss was ich koche und esse. Das ist biologisch und sehr gut. Danke und WMH