Ruby-Schokolade

14. März 2020 10:41; Akt: 17.03.2020 12:15 Print

Die vierte Schoggi-Dimension ist pink

von Lucien Esseiva - Ein Schweizer Unternehmen stellt in Belgien eine neuartige Schoggi her. 20 Minuten hat die hochgeheime Produktion besucht.

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Die Produktion von Ruby RB1, wie die neuste Schokoladen-Entwicklung des Schweizer Unternehmens Barry Callebaut, dem grössten Schokoladenproduzenten der Welt, intern heisst, ist dermassen geheim, dass Journalisten beim Besuch am Hauptsitz der Produktion im belgischen Wieze nur eine Powerpoint-Präsentation über die Herstellung der Schoggi-Neuheit zu sehen bekommen. Das, obwohl die pinke Schokolade nebenan literweise aus der Conchier-Maschine fliesst. Das Betreten der Ruby-Fabrik ist streng verboten.

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Die Geheimhaltung ist verständlich. Denn bei Ruby handelt es sich – nach der Erfindung der weissen Schokolade in den 1930er-Jahren – um die erste echte Innovation seit über 80 Jahren. Gefunden wurde die Ruby-Bohne durch reinen Zufall, denn äusserlich ist die Frucht nicht von derjenigen mit normalen Kakaobohnen zu unterscheiden. Auch das Anbaugebiet sei unbedeutend, Ruby komme in Brasilien, Ecuador und an der Elfenbeinküste vor, einige Bohnen hätten die Ruby-Eigenschaften, andere nicht, sagen die Entwickler von Barry Callebaut. Ganze 13 Jahre lang forschten die Belgier, bis sie endlich ein verlässliches Herstellungsverfahren gefunden hatten. Wie das genau aussieht, wird natürlich nicht verraten. Nur so viel: Es habe mit der Fermentation der Kakaobohnen zu tun.

Ruby ist weder gefärbte noch aromatisierte Schokolade

Ruby ist also erst die vierte Sorte in der langen Geschichte der Schokolade. 1819 gründete François-Louis Cailler in Vevey die erste Schokoladenfabrik der Welt und produzierte die erste industrielle schwarze Schokolade. Milchschokolade wurde erst zwanzig Jahre später von einem Deutschen erfunden, und bis Nestlé 1930 aus reiner Kakaobutter, Milchbestandteilen und Zucker die weisse Schokolade erfand, vergingen fast hundert Jahre.

Eigentlich kaum zu glauben, dass die beerigen, leicht säuerlichen Aromen der Ruby-Schokolade einzig von der Kakaobohne stammen und durch die spezielle Verarbeitung herausgekitzelt werden. Der Schokolade werden weder Farb- noch Aromastoffe beigefügt. Mit ihrem einzigartigen Geschmack lässt sich Ruby gut mit Rosé-Champagner, belgischem Kriek-Bier, salzigem Karamell und sogar Blauschimmelkäse kombinieren.

Nur eine grosse Glace-Firma darf Ruby verwenden

Auch grosse Produzenten haben Ruby für sich entdeckt. Als erstes Unternehmen brachte Nestlé in Japan ein pinkes Kit Kat auf den Markt, und in der Schweiz verfeinert Wernli seine Petit Beurre mit Ruby-Schokolade. Aber auch kleinere Unternehmen wie die Gourmet-Manufaktur Taucherli oder das Läckerli-Huus arbeiten mit der neuartigen Süssigkeit.

Magnum hat sich als erste Glace-Marke an die pinke Schokolade gewagt und lancierte den kultigen Stengel mit einem Kern aus weisser Schoggi und Himbeersauce, überzogen mit Ruby-Schokolade. Bis im Juni 2020 hat sich das Unternehmen das Exklusivrecht an der industriellen Verarbeitung der Ruby-Schokolade für Glace gesichert.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ludo am 14.03.2020 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internet Explorer?

    Also diese Info ist von 2017..

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  • Mimimimi am 14.03.2020 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Da sieht man mal wieder

    ja klar die gute Dame verkauft das Praline für 20 Dollar pro Stück wEiL eS sO ExKlUsIv iSt während Tonnen KitKat, wernlis und Magnums hergestellt werden und zu normalen Preisen verkauft werden.

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  • PoiPoi am 14.03.2020 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hübsch anzusehen

    Mich hatte die Farbe neugierig gemacht, weshalb ich mir Ruby-Schokolade gekauft hatte. Leider traf sie nicht meinen Geschmack und ich wurde enttäuscht... :'( Ich verwertete sie dann als Torten-Deko.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sapaude am 15.03.2020 23:34 Report Diesen Beitrag melden

    Pinky ink

    Dieses Zeugs sieht aus wie die Altlasten in RFs Vorgarten.

  • Verlorene Innovationsentwicklung am 15.03.2020 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kreative Kompetenzen

    Und wo bleibt diese Innovation welche vor ca. 2 Jahren mal auf die "Strasse gebracht" wurde??Diese beschriebene Innovation hat mit Psychologie etwas zu tun aber auch mit Kreativkompetenzen und Psychologien der Organisationsentwicklung. Sollen somit auch noch wissenschaftliche Arbeiten verloren gehen? Das Kompetenzzentrum am Zürichsee wird wohl nicht auf die kreativen Kompetenzen eingegangen worden sein und die darin beschriebenen Elemente der Psychologien wie makroökonomischen wie mikroökonomischen Prozesse wie die meisten weder erkannt noch miteingebunden haben.

  • hippo66 am 14.03.2020 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suuuper

    Sehr lecker:)

  • Sulj am 14.03.2020 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schwarze Schoggi

    Wenn ich Chocolat kaufe, dann nur schwarze die sehr viel Cacao hat, ich liebte schon als kleines Kind schwarze Chocolat denn Milchchocolat und Praliné sind mir zu süss wenn ich mal eine Ausnahme mache, dann muss es ein Gianduja Stängel sein von Mastroiani. Aber das ist wunderselten. Früher liebte ich die weisse Chocolat von Cailler mit Mandeln, die beste aller weissen Chocolat.

  • Multiplum am 14.03.2020 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich

    Also, wenn ich die Zutaten Liste vom Kitkat gelesen habe, habe ich es im Regal zurück gelassen. Danach waren die, zusammen mit den Matcha, mit 50% Aufklebern zu haben. Ausser viel Zucker und viele synthetischen Zutaten hat es nur Spuren vom Ruby Kakao gehabt. Eine Schande...