Samigo Amusement

01. Februar 2019 11:53; Akt: 04.02.2019 16:46 Print

Mr. Samigo ist gekommen, um zu bleiben

von Lucien Esseiva - Alle wollten dabei sein, wenn Sami Khouri ein Pop-up aufmacht. Nur wenige durften. Mit Samigo öffnet sich der Gastronom nun für die breite Masse.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Szene-Gastronom Sami Khouri (30) ist Schöpfer vieler exklusiver Events und Pop-up-Restaurants. ... Vielen wurde er mit seinem Boxclub in Zürich ein Begriff. Rund um den Boxring platzierte Khouri Tische und servierte mehrgängige Menüs. In den Pausen wurde geboxt, es flogen Motorräder über die Tische, schräge Shows wurden gezeigt. Nur wer die passende Handy-Nummer hatte, konnte einen Tisch reservieren. Und die hatten nicht viele. Der Effekt: Jeder wollte an Sami Khouris Events dabei sein. Nun hat Sami Khouri einen weiteren Coup gelandet und das legendäre Seerestaurant Quai 61 am Zürcher Hafen Enge übernommen. Er nennt es ab sofort Samigo und (Hurra!) es ist für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Seinem Konzept, der Kombination von Kulinarik und Show, bleibt er auch mit festem Lokal treu. «Zu uns kommt, wer etwas zu feiern hat», sagt Sami Khouri. Für ernsthafte Besprechungen sei sein Lokal eher weniger geeignet. In der Küche wirkt der kreative Chef Timo Oberegger, der früher im Hotel Greulich und im Spitz am Herd stand. Bereits die Speisekarte im Samigo ist ziemlich verführerisch. Im Samigo bestellt man von der Karte mindestens drei Gänge. «Anders könnte ich die Kosten für die Showacts niemals decken», erklärt Khouri. Die Auswahl ist gross und geht von einer gigantischen Seafood-Platte über Kalbfleischravioli bis hin zu Rindstatar. Für die Shows lässt sich aus dem Boden eine Bühne hochfahren. «Davon habe ich schon immer geträumt», sagt Khouri. Die Showacts lässt der Gastronom aus der ganzen Welt einfliegen. Wer mag, kann das Samigo auch einfach nur für einen Drink oder für eine Party besuchen. Am Sonntag wird im Samigo ein Brunch à la carte serviert. Und der kommt, ganz untypisch, ganz ohne Show aus. Die gigantische Aussicht auf den Zürichsee ist wohl Augenschmaus genug.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der legendäre Boxclub in Zürich, der Palestine Grill an der Langstrasse, die Gondelhalle in Laax, das Franzki im ehemaligen Spielwarengeschäft Franz Carl Weber an der Zürcher Bahnhofstrasse und das im letzten Winter eröffnete Galaaxy in der Laaxer Bergstation Crap Sogn Gion – das sind alles Projekte aus der Feder des wohl kreativsten Schweizer Gastronomen: Sami Khouri (30).

Umfrage
Was halten Sie vom Konzept Food und Shows?

Seine temporären Restaurants und Events waren heiss begehrt, die Handynummer, über die man einen Tisch reservieren konnte, kannte nur ein exklusiver Kreis von Szenegängern. Wer Teil von Mr. Samigo war (so nennt Khouri den Dunstkreis um seine Projekte), durfte sich stolz zu einem illustren Kreis von Insidern zählen.

Spagat zwischen Szene und Kommerz

Seit zwei Wochen kann nun jeder Teil der Wunderwelt von Mr. Samigo sein, denn Khouri hat das ehemalige Seerestaurant Quai 61 übernommen – an bester Lage am Zürichsee. «Es ist eine logische Konsequenz meiner Arbeit der letzten Jahre», sagt er. Dabei denkt er vor allem an Freunde, mit denen er zusammenarbeitet. «Ich wollte ihnen nicht immer nach ein paar Wochen sagen müssen: ‹So, danke, jetzt ist wieder fertig für eine Weile.›» Und so verwundert es auch nicht, dass sich Khouri in seinem neusten Projekt mit seinen Liebsten umgibt. Seine Schwester ist an Bord, langjährige Freunde, insgesamt beschäftigt er im Samigo fast 40 Personen. Im Sommer werden es noch mehr werden.

Pop-ups ziehen wegen ihrer Vergänglichkeit die Gäste in Scharen an. Auf diesen Boost muss er jetzt verzichten. Das schreckt Sami Khouri wenig ab. «Auch wenn es bei früheren Projekten immer so easy ausgesehen hat, mussten wir doch auch da jeden Tag kämpfen», erklärt er und sieht in der Sesshaftigkeit vor allem Vorteile: «Im Samigo können wir uns endlich konzentriert auf ein Projekt fokussieren.»

Stimulation aller Sinne

Wichtiger Bestandteil von Sami Khouris Projekten, so auch im Samigo, sind die Shows. «Samigo Amusement», nennt er die Kombination aus schrägen Auftritten von Dragqueens, Kleinwüchsigen, Feuerschluckern, Burlesque-Tänzerinnen, Food und Drinks. Bei so viel audiovisueller Stimulation wurde auch mal das Essen kritisiert. Im Samigo legt er deshalb jetzt besonderen Wert auf die Küche und hat mit Timo Oberegger einen talentierten Jungkoch (Greulich, Spitz) eingestellt.

Als weiteres Novum wird Khouri im Samigo einen Sonntagsbrunch à la carte anbieten, ganz ohne Show. Darauf freut sich der kreative Gastronom: «Nicht jeden Tag Halligalli machen zu müssen, ist auch mal ganz entspannend.»


Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Right (Official) am 01.02.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klientel

    War vor ein paar Wochen dabei im Quai. Essen Top, Stimmung Top, Organisation Top. Einzig die Klientel, hauptsächlich Szene-Gänger und möchtegern Instagram Stars sorgte bei mir für Stirnrunzeln.

  • I_AM_VAMPIRE am 01.02.2019 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein,

    Ich möchte nicht dabei sein.

  • milliefeder am 02.02.2019 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bin nicht traurig dass ich keine Nummer habe

    ohh jeee je exclusiver je besser... ich finde es nur traurig.... :-(...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Papa Bär am 02.02.2019 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pop-up-Restaurant...

    ...soso. Gehe dort hin und tags darauf ist es eine Beratungsort für verpasste Züge. Fantasie muss man haben um enttäuscht zu werden. Schickt ihn nach hause, denn mit solchem Ideenreichtum kann er seine Leute überzeugen.

  • milliefeder am 02.02.2019 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bin nicht traurig dass ich keine Nummer habe

    ohh jeee je exclusiver je besser... ich finde es nur traurig.... :-(...

  • Nana am 02.02.2019 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mags dir / eu so gönne!!! Weltklass!

    Ich finds eifach genial!!!

  • Nick Schwarz am 01.02.2019 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Very creative Food......

    Kalbfleischravioli, Seafoodplatte, Tatar!!!!!Wow, da hatte jemand einen Kreativen Schub :-)

  • LELu am 01.02.2019 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    gibts Menschen wie Sami, bitzli meh für und chli weniger grau ;)