Ausgehen & Einkehren

04. Oktober 2018 15:15; Akt: 23.10.2018 14:48 Print

Das Sihlcity rüstet kulinarisch auf

Ausser im Restaurant Rüsterei war für Gourmets im Sihlcity bisher nicht viel zu holen. Das dürfte sich mit der franko-asiatischen Brasserie L'Amant ändern.

Bildstrecke im Grossformat »
Werfen wir einen Blick in den Blueroom der Brasserie L'Amant im Hotel Four Points by Sheraton im Zürcher Sihlcity. Hier wird ab sofort Essen auf höchstem Niveau serviert. Küchenchef Marc Ullmann ist verantwortlich für die Speisen und prägt das einzigartige Konzept. Im L'Amant wird französische Küche mit einem asiatischen Touch serviert. Schon der Gruss aus der Küche zeigt, dass die franko-asiatische Fusion funktioniert. Hier sehen wir ein Beef Tatar mit Ketakaviar und Creme fraîche, Pâte de fruit vom Pandan mit Mandelcreme und Sablé. Dazu wurde ein Curry- Miesmuschelsüppchen gereicht. Weiter geht es mit einer Kalbsmilkenterrine mit Traubensalat, Sauternes- Verjusgelee und Traubenjus. ... ... Gefolgt von geschmorter Schwarzwurzel, Macadamiaspuma, gerösteten Macadamia-Nüssen und Kerbelöl. Ausserordentlich erfrischend ist der Suppen-Zwischengang mit einer Kaltschale von grünen Kräutern auf Tomatenbrot mit cremiger Tomatentapenade und vielen frischen Kräutern. Ein Gedicht: Entenconfit mit Zwiebelcreme, Sakeluft und marinierten rohen Champignons sowie Beifussöl. Der Lachs von der Loch Duart Farm mit glasierten Erbsen, Erbsenminzcreme und Champagnerschaum zerging auf der Zunge. Geschmackssache, aber nun mal ein wichtiger Teil der französischen Küche ist Foie gras. Das L'Amant serviert die Stopfleber in Ochsenschwanzessenz pochiert auf Bonito-Oxtailgelée und Bonitoflocken. Bei der Komposition Spannkferkelrücken mit lauwarmer Karamellkraut-Sommerrolle, Bierjus und Reiscracker wird das Zusammentreffen von Frankreich und Asien besonders deutlich. Die Desserts im L'Amant sind die Sünde wert. Besonders geschmeckt hat das Nougatparfait mit frischen Orangen, Orangengranité und Okrablüten-Fond. Während im Blue Room feudal gespeist wird, kommen in der Brasserie etwas einfachere, aber nicht minder feine Speisen auf den Tisch. Das L'Amant empfiehlt sich aber auch einfach für eine Tasse Kaffee oder einen Drink von der Bar.

Zum Thema
Fehler gesehen?

An die einstige Zürcher Papierfabrik an der Sihl erinnert im Sihlcity nur noch der Kamin aus Backstein, der imposant in den Zürcher Himmel ragt. Schreibwaren werden in Zürich-Wiedikon schon lange nicht mehr produziert, seit 2007 regiert hier der Konsum. Auf fast 100'000 Quadratmetern drängen sich Geschäfte, Kinos, ein Hotel, einige Fast-Food-Läden und Take-aways. Einzig das Restaurant Rüsterei fungierte bisher als Rettungsanker von hungrigen (und anspruchsvollen) Sihlcity-Besuchern.

Umfrage
Welches ist Ihre liebste Food-Kombination?

Mit dem Einzug der Brasserie L'Amant im September dieses Jahres haben Gourmets nun eine zweite Anlaufstelle im Sihlcity. Das L'Amant (zu deutsch: der Liebhaber) will laut eigenen Angaben mit dem Motto «Parisian Passion – Asian Breeze» punkten. In die Kulinarik übersetzt, bedeutet das: französische Küche, insbesondere die aus Paris, wird mit Geschmäckern aus Asien fusioniert. Klingt exotisch und etwas wild, die gewagte Kombination funktioniert aber extrem gut.

Bonjour und Hallo

Marc Ullmann, der Chef de Cuisine des L'Amant, packt beim Testbesuch von 20 Minuten sein ganzen Können aus und serviert einen Querschnitt aus der Karte – inklusive Amuse bouche und Petit fours sind das nicht weniger als neun Gänge. Die Franko-asiatische-Kombinationsküche überzeugt schon beim Gruss aus der Küche. Bonjour sagt ein Rindstatar mit Crème fraîche, das asiatische Hallo kommt auf dem gleichen Teller in Form eines Curry- Miesmuschelsüppchens mit Kartoffel- Misoespuma.

So kreativ kombiniert präsentieren sich auch die weiteren Gänge, die Marc Ullmann aus seiner offenen Küche schickt. Ein besonderes Lob verdient der butterzarte Spannferkelrücken, der mit einer lauwarmen Sommerrolle aus Karamellkraut mit Bierjus und Reiscrackern serviert wird. Ein Gedicht ist das Entenconfit mit Zwiebelcreme, Sakeluft und marinierten rohen Champignons sowie Beifussöl. Platz fürs Dessert muss unbedingt bleiben, denn die Süssspeisen im L'Amant sind der Hit. So gerieten die Testesser beim Nougatparfait mit frischen Orangen, das mit einem Fond aus Okrablüten serviert wurde, endgültig ins Schwärmen.

50 Sorten Champagner stehen auf der Karte

Neun Gänge sind dann doch etwas sportlich, darum können die Gäste entweder à la Carte bestellen oder sich ein Menü von drei (64 Franken) bis sieben Gängen (99 Franken) gönnen. Auf Wunsch präsentiert der Sommelier zu jedem Gang den passenden Wein.

Wenn es schneller gehen muss, so kann ein Tisch in der Brasserie reserviert werden. Die Gerichte dort stammen aus der gleichen Küche, sind aber etwas simpler gehalten. Unbedingt probieren: den Salade Niçoise mit Tuna Tataki und pochiertem Wachtelei (29 Franken) oder das asiatisch angehauchte Stubenküken mit Honig-Sojalack (28 Franken). Ebenfalls sehr zu empfehlen ist ein Besuch in der Bar des Lokals, in der nicht weniger als 50 Sorten Champagner auf der Karte stehen.

(lme)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mum am 04.10.2018 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2018?!

    Fois gras, echt jetzt?!? So schnell kann man sich ins Abseits stellen. Dégoutant!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mum am 04.10.2018 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2018?!

    Fois gras, echt jetzt?!? So schnell kann man sich ins Abseits stellen. Dégoutant!