Kochen mit Kindern

21. März 2020 19:01; Akt: 23.03.2020 12:32 Print

«Es muss nicht immer das grosse Geköch sein»

Kochen für Kinder ist herausfordernd – besonders jetzt. Kochbuchautorin Nadja Zimmermann entkräftet die zehn hartnäckigsten Vorurteile.

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1. Behauptung: Alle seine bisherigen Essgewohnheiten kann man vergessen, sobald das ersteKind da ist.

Jedes Kind ist anders. Tatsächlich gibt es Gourmet-Kinder, die fast alles essen. Andere kann man behutsam an seine Essgewohnheiten heranführen. Wieder andere verweigern alles. Meine sind da irgendwo dazwischen und dies führt ab und an zu Kompromissen. Aber die eigenen Essgewohnheiten komplett vergessen? Nein.

2. Behauptung: Es geht mit Kindern weniger um den grossen Genuss, sondern ums Ernähren.

Es ist wünschenswert, dass Kinder beim Essen satt werden. Aber der Genuss sollte schon nicht zu kurz kommen. Dafür braucht es aber nicht immer «das grosse Geköch».

3. Behauptung: Kinder zu ernähren, ist ein organisatorischer Kampf.

Nein, aber einen Wochenplan zu machen, ist sicher sinnvoll. Aber nicht nur mit kleinen Kindern, sondern immer dann, wenn für mehrere Personen gekocht werden soll. Das vereinfacht die Sache und schont die Nerven.

4. Behauptung: Weil Kinder nicht wie Erwachsene essen, kocht man immer zwei Menüs.

Für unsere Kinder haben wir nie etwas Separates gekocht. Ich denke aber auch nicht, dass sie auf der Stelle verhungern, wenn sie mal etwas nicht essen, weil sie es nicht mögen. In solchen Situationen kann man den grössten Hunger gut mit einem Apfel überbrücken.

5. Behauptung: Kinder muss man manchmal zum (Ess)-Glück zwingen.

Stimmt. Gewisse Lebensmittel wirken auf Kinder – nur schon wegen ihres Aussehens – nicht besonders attraktiv. Meine 12-jährige Kocherfahrung für Kinder zeigt aber: Auf Vorurteile folgen oftmals auch positive Überraschungen.

6. Behauptung: Jedes Kind findet: Je grüner das Lebensmittel, desto grusiger ist es.

Das ist sehr individuell. Grün ist bei Lebensmitteln sicher nicht unbedingt dieLieblingsfarbe aller Kinder. Doch verallgemeinern kann man das nicht. Meine mögen einige grüne Sache sehr, andere wiederum nicht.

7. Behauptung: Alles muss mindestens einmal probiert werden.

Ja, denn sonst kann das Kind gar nicht beurteilen, ob ihm das Lebensmittel schmeckt oder eben nicht.

8. Behauptung: Junk-Food ist ein No-Go.

Natürlich gibt es Besseres. Aber ab und zu ist es okay – die Balance muss stimmen. Ernähren sich Kinder grundsätzlich gesund, dann darf auch mal gesündigt werden.

9. Behauptung: Cola ist verboten.

Manchmal dürfen meine Kinder ein Süssgetränk haben, zum Essen gibt es aber ausschliesslich Wasser. Für sie ist ein Süssgetränk etwas Besonderes und sie geniessen es dementsprechend. Gefühlsmässig ist das wohl etwa so, wie wenn ich ein gutes Glas Wein trinke.

10. Behauptung: Tischmanieren sind zu Hause nicht so wichtig.

Doch, sogar sehr! Es gibt viele Gepflogenheiten am Tisch. Und alle erachte ich als wichtig. Es ist ein Gesamtpaket, das stimmen muss. Davon profitieren alle, das Kind spätestens beim ersten Date.

(lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Muchcresy am 21.03.2020 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mags nüme Köre

    ich bin Berufstätig habe meine Tochter allein gross gezogen, sie war immer dabei zum kochen Haushalt machen und bei Freizeitaktivitäten....seit froh sind eure Kinder gesund und jammert nicht rum.

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  • Susa am 21.03.2020 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja ist gut

    Man könnte meinen Eltern bräuchten bereits für alles Tipps und Hilfestellungen. Ich hoffe doch sehr, dass immer noch die Mehrzahl von uns fähig ist unsere Kinder ohne Bedienungsanleitung und Wartungsdienst zu erziehen.

  • Erika am 21.03.2020 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Organisation

    Ich habe immer gearbeitet und frisch Saisongerecht und gesund gekocht. Meine heute 18 und 22 jaehrigen Kids nehmen die Mahlzeiten immer von Zuhause mit weil sie keine Kantinen oder ungesunde Kost gewohnt sind. Zudem schont es den Geldbeutel. Ist alles nur eine Frage der Organisation.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mom2Boys am 22.03.2020 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur kein Stress!

    So ein Schwachsinn! Unsere Kinder essen vom Familientisch seit sie genug Zähne haben. Ich koche milder und stelle Pfeffer und Co für meinen Mann auf den Tisch. Ich koche saisonal, frisch und abwechslungsreich. Gewisse Nahrungsmittel mögen sie mehr, andere weniger. Ich auch. Etwas probieren und dann nachschöpfen. Das gilt seit 10 Jahren und bewährt sich. Etwas Neues ist nur für meinen Mann und mich. Je geheimnisvoller umso leckerer. Dann naschen die Kinder von unserem Teller und wollen auch davon.

  • BS am 22.03.2020 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Dummer Bericht, denn Millennials sind gar nicht in der Lage, sich selbst oder ihre noch unbedarfteren Gofen zu ernähren.

  • miro am 22.03.2020 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute frauen

    schön daß es diese Frauen noch gibt, die mit den Männern noch am gleichen Strick ziehen und das gleiche Ziel haben und nicht nach jeder Kleinigkeit mit ihrem gezicke mit übertriebener Emanzipation daherreden und noch vorallem Hirn zeigen. es braucht immer 2 zum streiten und das sind nicht nur die männer

  • Roger am 22.03.2020 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtige Erziehung...

    Wie man sich bettet so liegt man oder wie man die Kinder erzogen hat, so hat man sie. Jetzt müssen nicht die Krippenplätze ausbaden, wie die Kinder sind, sondern die Eltern selber.

  • Achwas am 22.03.2020 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    in Gourmettempel ohne Kinder?

    ein Teil der heutigen (Spitzen)Köche hat bereits in der Kindheit Kochen gelernt, es sich oft selbst durch Experimentierfreude beigebracht. Manche Kinder können sogar besser als ihre Eltern kochen. Manche Eltern unterschätzen ihre Kinder definitiv