Noumi Bern

14. Juli 2019 20:12; Akt: 14.07.2019 20:12 Print

Sharing is Caring – auch im Restaurant

Das Restaurant Noumi im Berner Luxushotel Bellevue ist nichts für Eigenbrötler. Was hier auf den Tisch kommt, wird geteilt.

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Bei über 30 Grad Aussentemperatur ist das kühle Restaurant Noumi im Souterrain des Berner Hotels Bellevue ein wahrer Zufluchtsort. In der ehemaligen Münzpresserei Berns hat vor einigen Monaten das Restaurant Noumi eröffnet und besticht auf den ersten Blick durch sein natürlich gehaltenes Interieur: Marmor, Holz, Leder und Stein dominieren die Einrichtung, daneben sorgen Details wie ruhige Schwarz-Weiss-Fotografien und Bücher für eine entspannte Atmosphäre. Ein dezenter DJ spielt in einer Ecke leichte Club-Musik. Alles trendy, alles urban, alles easy.

Die drei Schlagwörter treffen auch auf die Speisekarte zu. In der offenen Showküche werden gesunde Bowls hergerichtet – mal exotisch, mal währschaft, aber immer mit einer Prise Exquisität. Die Tische im Noumi sind bewusst etwas gross ausgefallen, denn hier wird geteilt: Gäste sollen ihre kulinarische Reise selber zusammenstellen und gemeinsam die verschiedenen Geschmackskompositionen der einzelnen Menüs erkunden.

Es geht ans Eingemachte

Als Apéro lohnt es sich jedoch, die Fertigkeiten des Mixologen auf die Probe zu stellen – die grosszügige Bar lässt kaum Wünsche offen. Besonders gut schmeckt etwa der Negroni (18 Fr.).

Zur Vorspeise hat sich die Burrata-Bowl (24 Fr.) hervorragend bewährt. Der italienische Frischkäse wird mit Feigen, Rucola, Croutons und Balsamico serviert. Etwas fremdländischer wird es bei den Crossovers – etwa krosse Tempura-Crevetten mit Wakame-Salat und Pomelo an einer scharfen Cocktailsauce (22 Fr.). Das Doraden-Ceviche (22 Fr.) mit Süsskartoffeln und einem Dressing serviert, war besonders schön angerichtet, jedoch etwas fad.

Als Hauptgänge eignen sich besonders die Grilladen, die mit einer wählbaren Beilage serviert werden. Zu empfehlen sind grillierte Lammkoteletts an Pfefferminz-Jus (41 Fr.) – dazu wurde weisser Spargel mit Orangen-Sabayon serviert. Deftig, aber gut waren die Schweinsrippchen mit Ingwer-Sauce und karamellisierten Karotten (34 Fr.). Die würzigen Babykartoffeln als Beilage schmeckten vorzüglich. Geschmacklich erneut etwas im Abseits: der Fisch. Der gebratene Kabeljau mit Zitronengras-Sauce (42 Fr.) verspricht auf der Karte mehr, als er halten kann. Immerhin: Die Beilage, frischer sautierter Spinat mit Pinienkernen, überzeugte.

Wer einen fruchtigen Abschluss sucht, sollte sich zum Dessert die Frühlings-Sorbet-Terrine (12 Fr.) zu Gemüte führen. Passionsfrucht, Mango und Erdbeeren in Kombination mit dem Fruchtsorbet ergeben eine echte Fruchtbombe. Etwas weniger intensiv, aber ebenfalls lecker: Die Crème brulée Havanna (15 Fr.) mit Kaffee, Limetten, Mandeln und Añejo-Sirup.

Fazit

Alles in allem überzeugt das Noumi die Testesser. Die Küche weiss grundsätzlich zu überzeugen, der Service ausnahmslos. In Erinnerung bleiben die kreativen Menükreationen und das generell unkomplizierte Dinieren. Einzig: Im Jahr 2019 wünscht man sich als Gast, dass bei den Zutaten auf Saisonalität geachtet wird und Fleisch, Fisch und Co. aus der Schweiz oder dem nahen Ausland stammen. Hier hat das gehobene Restaurant noch Potential.

Noumi Grill & Bar
Kochergasse 3-5
3011 Bern
Noumi.ch

Vom 30. Juni bis am 25. August 2019 macht das Restaurant Noumi Sommerpause. Die Speisen werden während dieser Zeit teilweise im Hotel-Restaurant serviert.

(cho)