Hawker bis Gourmet

13. Dezember 2019 07:59; Akt: 18.12.2019 14:30 Print

Singapur greift nach den Food-Sternen

von Lucien Esseiva - Singapur ist bekannt für skurrile Verbote, Formel-1-Rennen und viel gutes Essen. 20 Minuten hat sich drei Tage lang durch die Stadt degustiert.

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Der südostasiatische Stadtstaat Singapur beeindruckt mit prächtigen Bauten wie dem Marina-Bay-Sands-Hotel und seinem imposanten Rooftop-Pool, ... ... einem Nachtrennen der Formel 1 ... ... und mit extrem hohen Bussen für Vergehen wie zum Beispiel Rauchen oder das Essen von Stinkfrüchten. Ausserdem gilt Singapur als eine der grünsten Städte der Welt. Im Milliardenprojekt Gardens by the Bay, das unter anderem einen gigantischen botanischen Garten beherbergt, stehen die sogenannten Supertrees, bewachsene Bäume aus Metall. Die 18 Konstruktionen sind zwischen 25 und 50 Meter hoch, vertikal begrünt und teilweise mit Solarzellen ausgestattet, die den Strom für den Park liefern. Ausserdem speichern sie Wasser und funktionieren als Belüftungsschacht. In Singapur kann man aber auch hervorragend essen. Den Bewohnern des Stadtstaates ist Kulinarik so wichtig, dass man «hast du schon gegessen?» fragt, wenn man sich nach dem Wohlbefinden seines Gegenübers erkundigt. Die vielen Einflüsse machen die Küche Singapurs so interessant. China, Malaysia, Vietnam, Südindien und Europa beeinflussen und prägen die Gerichte bis heute. Meistens wird auf der Strasse in sogenannten Hawkers gegessen. Im Bild sieht man ein schönes Beispiel von Hawker-Gerichten. Unverzichtbar: Curry und Chilli. In Singapur wird viel Fisch gegessen. Doch das kleine Land kann die Nachfrage nicht selber stemmen, darum kommen viele Meerestiere aus Indonesien. Was man auf der Strasse aufgetischt bekommt ist nicht nur von hoher Qualität und fein, sondern (für Singapur-Verhältnisse) auch ziemlich günstig. Allgemein ist das Preisniveau im Stadtstaat jedoch ziemlich hoch. Singapur ist flächenmässig 57-mal kleiner als die Schweiz und trotzdem die Heimat von 44 Restaurants, die mit «Michelin»-Sternen ausgezeichnet sind. Zwei davon tragen drei Sterne: die französischen Lokale Les Amis und das Odette mit Chef Julien Royer am Herd. Das langlebigste kulinarische Souvenir ist sicherlich ein Kochkurs. Ruqxana von Cookery Magic bietet in ihrem herzigen Zuhause Kurse für bis zu zehn Personen an. Schon Ruqxanas Vorgarten, etwas ausserhalb vom pulsierenden Zentrum Singapurs, ist sehr einladend. Die Klasse findet in einer charmant improvisierten Outdoorküche statt. Macht Sinn bei den vorherrschenden Temperaturen. Auf dem Lehrplan steht das Nationalgericht Laksa, für das am Anfang einiges an Körperkraft beim Mörsern der Zutaten (getrocknete Krevetten, Chili, Galgant, Schalotten, Zitronengras, gemahlener Koriander und Knoblauch) nötig ist. Das Andünsten der der selbstgemachten Currypaste braucht Zeit. Das Garnieren mit Tofu, Fisch, Krevetten, Ei und Kräutern geht dann ziemlich schnell. Das Resultat kann sich sehen (und schmecken) lassen. Natürlich dürfen Satay-Spiesschen mit selbstgemachter Erdnuss-Sauce nicht fehlen. Wer mag, der kann sich in der Zubereitung von singapurischen Desserts versuchen. Die süssen Teigbällchen sind gefüllt mit Palmzucker und mit Kokossplittern überzogen. Eine etwas gummige Versuchung. Der geschäftigste Food-Nachtmarkt liegt an der sogenannten Satay Street, mitten im Finanzdistrikt von Singapur. Ab 19 Uhr wird die Strasse für den Verkehr gesperrt und die Grills beginnen zu rauchen. Sollte es regnen (das kann in Singapur mehrmals täglich passieren) bietet der angrenzende Telok Ayer Market ein schützendes Dach. Die Speisen gehen von gebratenem Reis, über Gemüse und Meeresfrüchten bis hin zu ... ... grillierten Spiessen. Hoch im Kurs sind Riesenkrevetten und natürlich Satay mit Rind- oder Pouletfleisch. Die Portionen sind üppig. Die Krevetten etwas schwer zu verspeisen, weil sie ungeschält grilliert werden. Tipp: Feuchttücher mitnehmen. Wen auf dem Weg zum Flughafen der letzte Hunger packt, dem sei ein Besuch im Long Beach Seafood Restaurant empfohlen. Der gebratene Reis mit Krevetten schmeckt hervorragend. Die Spezialität des Hauses ist eine ganze Krabbe, die in schwarzem Pfeffer gegart wird. Das nette Personal hilft untalentierten Touristen gern beim Zerlegen des Krustentiers. Hungrig am Flughafen Changi anzukommen, ist quasi unmöglich. Wäre auch schade, wenn man wegen eines knurrenden Magens das neue Highlight, den Rain Vortex im Jewel-Terminal, verpassen würde. Aus 40 Metern Höhe stürzen hier 40'000 Liter Regenwasser pro Minute als Wasserfall hinunter. Das eindrückliche Schauspiel steht übrigens nicht nur Fluggästen, sondern allen Bewohnern Singapurs offen.

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Fragt man in Singapur nach jemandes Wohlbefinden, dann sagt man nicht «wie geht es dir?», sondern «hast du heute schon ­ gegessen?». Diese Redensart ­illustriert gut, was die Bewohner des Stadtstaates glücklich macht – gutes (und viel) Essen.

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Gespeist wird selten daheim, sondern auf der Strasse, Hawker Food werden diese schnellen Gerichte genannt. Der wohl bekannteste Snack aus Singapur (auch wenn Satay eigentlich aus Indonesien stammt) sind grillierte Satay-Spiesschen aus Rind oder Poulet, die mit Erdnuss-Sauce und Gurken gereicht werden. Satay ist so beliebt, dass in Singapur sogar eine Strasse danach benannt wurde, Singapore Airlines reicht jedem Business- und First-Class-Passagier die Spiesschen zur Begrüssung.

44 Sterne-Lokale – 57-mal kleiner als die Schweiz

Die kulinarische Vielfalt Singapurs kennt kaum Grenzen, denn hier wird chinesische, malaiische, südindische und kontinentale Küche zelebriert. Die Speisen kann man entweder in authentischer Aus­prägung (in Katong, Geylang Serai, Little India oder Chinatown) geniessen oder man probiert eine der vielen Geschmacksverschmelzungen, die immer öfter Einzug in Sternerestaurants halten.

Der Stadtstaat, der mit 721 Quadratkilometern 57-mal kleiner als die Schweiz ist, zählt 44 Lokale mit «Michelin»-­Sternen, zwei sind mit der Höchstnote ausgezeichnet. Und selbst ein Hawker (Hawker Chan und sein Soja-Poulet) trägt seit 2016 einen Stern.

Wie vielfältig die kulinarischen Erlebnisse in Singapur sind, sehen Sie in der Bildstrecke.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter M am 13.12.2019 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich zu Fuss gegangen

    so oft ihr hier uns grüne Artikel präsentiert, Greta hier Greta Da, etc. hoffe ich doch sehr, dass euer Reporter mit dem Zug oder zu Fuss nach Singapur gereist ist.

  • CS am 13.12.2019 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Beste

    Kulinarisch ist Singapur das Beste was Asien zu bieten hat. Ja, ich war schon überall in Asien und hab in der Region gelebt.

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  • Jov am 15.12.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild Stadt

    Wer ist Greta........muss man diese Person unbedingt kennen. Singapor ist eine Superstadt und da könnten wir noch vieles lernen in der Schweiz: Keine Fussgängerstreifen, 80 Speed innerorts, keine Fahrräder und die niedrigste Kriminalität weltweit!! Noch Fragen ihr L + G???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Snobby Bob am 19.12.2019 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    sss-sss

    Wann degustiert sich 20-Minuten bspw. in Uster durch? Oder ist sich die Jungmannschaft zu fein dafür?

  • Diamondcobra am 19.12.2019 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Jo am 19.12.2019 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr Teuer

    Singapur ist eine tolle lebendige saubere und sehr teure Stadt. Nur 1. Beispiel: Bier kostet je nach Tageszeit anders. Das Glas 7 Dollar am Vormittag , 10 Dollar am Mittag 13 Dollar am Nachmittag bis abends. 17! Dollar abends oder in der Nacht. Aufgepasst bei den happy hauer Preisen. Die angeschriebenen Preise sind pro Glas die tieferen happy Hauer Preise. nicht 2 für 1 das gibts nicht. Stand: 2. November 2019

  • Herr Kleiderbügel am 19.12.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    kulinarisch ist Singapur das übelste was Asien zu bieten hat. Ja, ich war schon überall in der Welt und hab in der Region nicht gelebt.

  • Herr Kleiderbügel am Gulasch mit Stocki am 19.12.2019 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    in Singapur gibt es nur Reis und Fisch!

    • Jo am 19.12.2019 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Kleiderbügel am Gulasch mit Stocki

      Das stimmt so nicht! Ich warum November 3 Nächte da und habe keine 2 mal Reis oder Fisch. Da bekommst du alles. Auch habe ich da das besser Steak gegessen das ich je hatte.

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