Wu, Gurung, Wang

13. September 2011 14:41; Akt: 13.09.2011 19:41 Print

Asiatische Shootingstars erobern New York

von Yolanda Di Mambro - An der Fashion Week in New York sorgen drei junge Designer aus Taiwan und Nepal mit ihren stylishen Kreationen für Furore. Und begeistern sogar Michelle Obama.

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Vom 8. bis 15. September 2011 findet in New York die Fashion Week statt. Danach folgen London, Mailand und Paris. Ein Highlight der Fashion Week ist die Frühlingskollektion 2012 des Nepalesen Prabal Gurung. Divenhafter Sexappeal statt Purismus und Minimal-Chic. Wie Jason Wu setzt auch Prabal Gurung auf sexy Shorts für den Frühling. Die Frühlingskollektion begeistert mit digitalen und surrealistischen Prints sowie mit ultrafemininen Kleidern mit sexy Cut-outs. Prabal Gurung kombiniert Barock- mit Fetisch-Elementen sowie Couture- mit Sportswear-Details. Stylishe Farbkreation: Lavendel mit Weiss und als Eyecatcher schwarze Details. Eine Hommage an den Hollywood-Glamour der Fifties? Der libanesische Designer Ellie Saab wäre von diesem Modell begeistert. Prabal Gurung in seinem Studio. Die Fotowand hilft, bei einer Fashionshow den Überblick zu behalten. Traumhafte Kreation von Prabal Gurung. Trendy: Weisse Hose mit schwarzen geometrischen Prints. Digitale Prints als Eyecatcher. Für moderne Prinzessinnen. Sexy Cut-outs und raffinierte Transparenz. Ultrafemininer Red-Carpet-Look. Raffinierte High Heels mit Schnürelement und Beinringen. Prabel Gurung gibt Interviews in seinem Studio. Die internationale Modeszene ist begeistert. Zu Recht! Nächster Designer, bitte. Frühlingskollektion 2012 von Jason Wu. Sexy: Ultrakurze Shorts mit Blütenprint. Ein Eyecatcher: Fliessender Rock, der vorne um einiges kürzer ist als hinten. Limettengelb sorgt garantiert für gute Laune. Ein Highlight der Kollektion: Fliessendes Kleid, das vorne um einiges kürzer ist als hinten. Limettengelbe Bluse mit raffinierten Details. Raffiniert: Mit Strassapplikaktionen verzierter Kragen und grosse Satinschleife. Outfit für Park-Avenue-Prinzessinnen. Signalblau ist derzeit die Lieblingsfarbe vieler Designer. Der Hollywood-Glamour der Fifties lebt auf. Hier mit Federbesatz am Bustier. Mit nur 29 Jahren gehört Jason Wu zur Topriege der amerikanischen Fashiondesigner. Am 20. Januar 2009 wurde Jason Wu über Nacht zum neuen Shootingstar der Fashionszene. Vor Millionen von Fernsehzuschauern trug Michelle Obama bei der langen Ballnacht zur Amtseinführung des ersten farbigen US-Präsidenten ein langes Abendkleid aus weissem Chiffon, Kristallen und zarten Stoffblumen. Der nächste Designer, bitte. Models amüsieren sich kurz vor der Show von Alexander Wang. Rock Grunge und raffinierter Materialienmix. Das Markenzeichen von Alexander Wang. Rotbraunes Minikleid mit Netzeinsatz. Hat bei Wang Seltenheitswert: Eine Kreation in Weiss. Raffinierter Stil- und Materialienmix. Athletic Chic: Für seine neue Kollektion hat sich Wang von schnellen Sportarten inspirieren lassen. Weisse Zipper-Tasche und Overall mit floralen Prints. Florale Prints in verschiedenen Blautönen. Bei Wang eine Seltenheit, denn er hat eine Vorliebe für Schwarz. Die neue Kollektion zeichnet sich durch einen interessanten Materialienmix aus. 2009 gewann der Jungdesigner den Swiss Textiles Award mit einem Preisgeld von 100 000 Franken. Den Preis holte er sich persönlich in Zürich ab. Zu Gast an der Fashionshow von Alexander Wang: Topmodel Linda Evangelista. Bad Boy & Bad Girl: Courtney Love und Fotograf Terry Richardson waren auch unter den Gästen Wangs. So auch Zoe Kravitz, die Tochter von Lenny Kravitz.

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In New York machen sich schon Frühlingsgefühle breit. Nein, nicht aufgrund der Temperaturen bis 27 Grad, die derzeit im Big Apple herrschen. Die neuen Frühlingskollektionen von rund 90 Designern werden in diesen Tagen an der New York Fashion Week gezeigt. Die Shows sind nicht öffentlich. Sie sind vorwiegend Modejournalisten, Einkäufern, Fotografen und bekannten Bloggern vorbehalten. Dank Livestreams können aber auch Fashionistas aus aller Welt einige grosse Shows in Echtzeit auf ihrem iPhone oder Laptop sehen.

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Die grösste Aufmerksamkeit geniessen in diesen Tagen aber nicht amerikanische Newcomers, sondern drei junge Designer, die aus asiatischen Familien stammen. Zwei unter ihnen wuchsen in Taipeh bzw. Kathmandu auf, der dritte wurde in San Francisco als Sohn taiwanesischer Einwanderer geboren.

Der Red-Carpet-Look eines edlen Nepalesen

Divenhafter Sexappeal statt Purismus und Minimal-Chic. Prabal Gurung kombiniert Barock- mit Fetisch-Elementen sowie Couture- mit Sportswear-Details. Die Frühlingskollektion begeistert mit digitalen und surrealistischen Prints, ultrafemininen Kleidern mit sexy Cut-outs sowie edlen Farben wie Mauve, Türkis, Opal, Weiss und Schwarz. Im Fokus steht auch der Materialien-Mix aus Seiden-Georgette, Tüll, Crêpe de Chine, Guipure-Spitze, Nappaleder und Latex.

Gurung wuchs in Kathmandu (Nepal) auf, wo er eine katholische Jesuitenschule besuchte. Für sein Designstudium zog es ihn nach Neu-Delhi, wo er unter anderem auch ein Praktikum beim bekannten indischen Modedesigner Manish Arora absolvierte. 1999 zog er nach New York, um die renommierte Modeschule Parsons School of Design zu besuchen. Im Big Apple arbeitete er für die Designer Cynthia Rowley und Bill Blass, bevor er 2010 sein eigenes Label lancierte. Seine Kreationen werden heute unter anderem von Michelle Obama, Demi Moore und Oprah Winfrey getragen.


Frühlingskollektion 2012 von Prabal Gurung (Video: YouTube, Fashion TV)

Über Nacht zum Promi-Designer dank Michelle Obama

Am 20. Januar 2009 wurde Jason Wu über Nacht zum neuen Shootingstar der Fashionszene. Vor Millionen von Fernsehzuschauern trug Michelle Obama bei der langen Ballnacht zur Amtseinführung des ersten farbigen US-Präsidenten ein langes Abendkleid aus weissem Chiffon, Kristallen und zarten Stoffblumen. Der Designer? Ein 26-jähriger Taiwanese, der drei Jahre zuvor sein eigenes Label in New York lanciert hatte.

Seit dieser geschichtsträchtigen Nacht gehört Jason Wu zur Topriege der amerikanischen Fashiondesigner. Seine eleganten femininen Kreationen bezaubern durch wunderschöne Details – oft aus früheren Jahrzehnten. Seine soeben in New York gezeigte Frühlingskollektion 2012 zeichnet sich aus durch fliessende Chiffonkleider, mit Strassapplikationen verzierte Kragen, asymmetrisch geschnittene Röcke, glänzende Nylon-Jacken, trendy Shorts und florale Prints. Letztere entstanden in Zusammenarbeit mit dem Graffiti-Künstler Kaws.


Frühlingskollektion 2012 von Jason Wu (Video: YouTube, Fashion TV)

Sportswear-Kollektion für urbane Trendsetter

Die neue Frühlingskollektion von Alexander Wang steht ganz im Zeichen des Sports. «Wir liessen uns von Wettkampfschwimmern, Radfahrern und Marathonläufern inspirieren», erklärte Wang bei der Präsentation vor der Presse. Und liess seine Models auch gleich im sportlichen Wetlook über den Catwalk schreiten. Seine urbane Sportswear überraschte mit einem originellen Materialienmix und cleveren Layer-Kombinationen aus knallfarbigen Stoffen und schwarzem Nylon mit Lochperforation. Enge Motorrad-Anzüge, Minikleider aus perforiertem Leder, Bikerjacken, perforierte Multifunktionswesten, BMX-Shirts, Cargohosen mit floralen Prints, Zipper-Windjacken sowie Bermudas mit aufgesetzten perforierten Taschen widerspiegelten die neue Vielfalt von Wangs Kollektion.

Alexander Wang, 27, wuchs in San Francisco als Sohn taiwanesischer Einwanderer auf. Mit 18 zog er nach New York, um an der renommierten Parsons School of Design Modedesign zu studieren. Noch während seines Studiums lancierte er 2007 seine erste Kaschmir-Pullover-Kollektion. 2009 gewann der Jungdesigner den Swiss Textiles Award mit einem Preisgeld von 100 000 Franken. Den Preis holte er sich persönlich in Zürich ab, wo er an der grossen Fashionshow auch gleich seine Kollektion zeigen durfte.


Frühlingskollektion 2012 von Alexander Wang (Video: YouTube, Fatalefashion II)