165-Jahre-Jubiläum

06. März 2012 07:45; Akt: 06.03.2012 12:36 Print

Ein Panther fliegt für Cartier um die Welt

von Yolanda Di Mambro - 4 Millionen Euro investierte Cartier in den neuen Werbefilm «L'Odyssée». Darin ist ein Panther im Schnee zu sehen; eine Weltpremiere – und eine Knacknuss für die Filmcrew.

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Das Juwelierhaus Cartier feiert sein 165-jähriges Jubiläum mit einem spektakulären Werbefilm. (Alle Fotos: Cartier) Ein Panther (kein Schwarzer Panther) begibt sich dabei auf eine abenteuerliche Reise um die Welt und fliegt auch auf dem Motorflieger von Alberto Santos-Dumont mit. Auf der Kuppel des Grand Palais in Paris sieht er ihn wieder davonfliegen. Der Panther ist das Markenzeichen Cartiers. 1914 prangte er zum ersten Mal auf einer Kreation. Jeanne Toussaint, Leiterin der Schmuckabteilung von Cartier, rückte den Panther ab 1933 in den Mittelpunkt der Schmuckkreationen des Hauses. Wallis Simpson, Herzogin von Windsor, war eine der ersten Kundinnen, die der Raubkatze aus Diamanten verfiel. 1949 erwarb sie diese Brosche, die sich aus einem Saphir-Cabochon von über 152 Karat zusammensetzt, auf dem ein Panther aus Platin mit Augen aus gelben Diamanten sitzt. Im Werbefilm lässt sich der Panther vom kanadischen Topmodel Shalom Harlow streicheln. Für den Werbefilm wurden drei junge Panther eingesetzt. Der Panther vor der verschneiten Ermitage in St. Petersburg. 1907 begab sich Maria Feodorowna, Witwe von Zar Alexander II., nach Paris, und bat Louis Cartier, eine Niederlassung in St. Petersburg zu eröffnen. Die Aristokratie Russlands war vom Stil des französischen Juweliers begeistert. Wird im Werbespot in mehrfacher Ausführung gezeigt: das legendäre Love-Armband von Cartier mit Schraubenmotiv. Das Schmuckstück wurde in den Siebzigerjahren lanciert. Auf seiner Reise durch China begegnet der Panther bei der Chinesischen Mauer dem himmlischen Drachen. Motive und Tierdarstellungen aus China faszinierten Cartier - insbesondere der Drache. Das Juwelierhaus liess sich von ihnen inspirieren und interpretierte sie in seinen Schmuckkreationen auf eine neue Art und Weise. Cartier widmete sich der Wiedergabe der asiatischen Märchen-, Legenden- und Sagenwelt in seinen Kreationen. Die abenteuerliche Reise führt den Panther im Werbefilm auch nach Indien. Als moderner Reisender machte sich Pierre Cartier 1910 auf nach Indien. Er machte Bekanntschaft mit einflussreichen Maharadschas, die ihn mit traumhaften Schmuckkreationen beauftragten. Cartier brachte den indischen Stil in die westliche Welt. Dort sorgte er mit Schmuckkreationen aus prunkvollen Edelsteinen und unregelmässigen Formen für Furore. Die Schlange ist eines der Lieblingsmotive des Hauses Cartier. Ein Hindu-Collier von Cartier von 1936. Alberto Santos-Dumont war ein Flugpionier, der am 23. Oktober 1906 in Paris ein leistungsstarkes Luftfahrzeug, das 14 B, präsentierte. Alberto Santos-Dumont und Louis Cartier wurden bald Freunde. 1904 revolutionierte Cartier die Uhrmacherei mit einer der ersten Armbanduhren: der Santos-Uhr. Mit ihr konnte Santos-Dumont während eines Fluges die Uhrzeit ablesen, ohne die Hände vom Steuer seines Fluggerätes zu nehmen. Foto: Santos-Armbanduhren von 1915.

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«L'Odyssée de Cartier» wird als einer der teuersten und aufwendigsten Werbespots aller Zeiten in die Geschichte eingehen: 4 Millionen Euro, 60 Personen und 2 Jahre Arbeit brauchte es für die Fertigstellung des exklusiven Films, mit welchem auf der ganzen Welt das 165-jährige Jubiläum von Cartier gefeiert werden soll.

Im Grand Palais in Paris wird ein Panther aus Diamanten zum Leben erweckt. Er springt durch die Glaskuppel, die in tausend Splitter zerbricht. Dank der neu gewonnenen Freiheit durchstreift er die Welt: das mondäne Paris, das verschneite St. Petersburg der Zaren, die imposante Chinesische Mauer, wo er auf einen himmlischen Drachen stösst, und das märchenhafte Indien der einflussreichen Maharadschas. Mit dem legendären Motorflieger Nr. 14 von Alberto Santos-Dumont lässt er sich eines Tages wieder zurück nach Paris fliegen. Auf der Place Vendôme, dem Sitz der teuersten Juweliergeschäfte, schleicht er sich in eine herrschaftliche Villa und trifft auf eine wunderschöne, in Rot gekleidete Aristokratin (Shalom Harlow), die ihn streichelt, während ihr mit Diamanten besetzter Panther-Armreif im Licht funkelt.

«Wir wussten nicht, wie der Panther auf Schnee reagiert»

«Cartier wollte ein grosses Spektakel inszenieren. Das hat mich am Projekt gereizt», erklärt Regisseur Bruno Aveillan im Making-of zum Film. Für die Filmaufnahmen reiste die Crew nach Paris, Cervinia (Italien), Antwerpen (Belgien), Tschechien und in die Wüste von Aragón (Spanien). «Die technischen Anforderungen waren sehr hoch, da wir viele Special Effects im Film haben», sagt Aveillan. Auch gab es viele offene Fragen, auf die er zu Beginn der Dreharbeiten keine Antworten hatte. «Uns war klar, dass wir den ganzen Film mit einem richtigen Panther drehen mussten, um eine Magie zu vermitteln. Die drei Panther, die eingesetzt wurden, hatten aber noch nie Schnee gesehen. Wir wussten also nicht, wie sie am Drehtag darauf reagieren würden.»

Der Panther stand auch für Pierre Adenot, der die Filmmusik komponierte, im Mittelpunkt. «In der Musik wollte ich eine Sinnlichkeit vermitteln, die für den Panther und seine Bewegungen steht», sagt der Dirigent. Mit einem Orchester aus 84 Musikern nahm er die Filmmusik in den legendären Abbey-Road-Studios in London auf, wo schon viele der weltweit erfolgreichsten Film-Soundtracks und auch Platten der Beatles aufgenommen worden sind. Im Chor sangen 60 Frauen und Kinder.

Der Juwelier der Könige und seine Bewunderung für die elegante, unabhängige Frau

Seit den Dreissigerjahren ist der Panther das Markenzeichen von Cartier. Er symbolisiert die elegante, intelligente und unabhängige Frau. Im Werbefilm, der dreieinhalb Minuten dauert, durchstreift er mehrere Kontinente, Länder und Städte, welche die 165-jährige Geschichte von Cartier geprägt haben.

Der Pioniergeist der Familie Cartier wird gegen Ende des Films thematisiert, als der Panther in einem Luftschiff zurück nach Paris fliegt - und zwar im Beisein des legendären brasilianischen Flugpioniers Alberto-Santos Dumont. 1904 revolutionierte Louis Cartier die Uhrmacherei mit einer der ersten Armbanduhren: der Santos-Uhr. Mit ihr konnte Santos-Dumont während eines Fluges die Uhrzeit ablesen, ohne die Hände vom Steuer seines Fluggerätes zu nehmen. Mit dieser Innovation wurde Cartier zum Hoflieferanten der einflussreichsten Königshäuser Europas. Fortan war Cartier auf der ganzen Welt als «Juwelier der Könige und König der Juweliere» bekannt.

Werbefilm «L'Odyssée de Cartier» (Video: YouTube, Cartier)

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