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Doktor Sex

12. Dezember 2018 10:06; Akt: 12.12.2018 10:06 Print

«Der Sohn meines Freundes stört extrem!»

Heidis Freund hat ein Kind. Was ihr zunächst Freude machte, wird nun zunehmend zum Problem und führt auch zu Spannungen in der Beziehung. Was tun?

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Heidi (32) hat jetzt Probleme damit, wenn der Sohn ihres Freundes bei ihnen ist. Sie ist sich nicht sicher, ob das wirklich mit dem Kleinen zu tun hat. (Bild: Monkeybusinessimages/iStock)

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Frage von Heidi (32) an Doktor Sex: Ich habe seit einem Jahr einen Freund, der ein Kind hat. Wir wohnen auch schon zusammen. In den ersten Monaten hatte ich kein Problem damit, seinen Sohn (8) jedes zweite Wochenende bei uns zu haben. Aber seit den Sommerferien stört es mich sehr, wenn der Kleine da ist. Ich freue mich überhaupt nicht auf ihn und kann es manchmal nur schwer verbergen.

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Ob dies daran liegt, dass ich eifersüchtig auf seine Exfrau bin, oder ob ich wirklich mit dem Sohn Mühe habe, ist für mich nicht klar. Ich möchte keine eigenen Kinder. Zudem könnte er auch keine mehr zeugen. Aus meiner Sicht hat man kein eigenes Leben mehr, wenn man Kinder hat – alles dreht sich nur noch um sie, und sie zu betreuen, kostet enorm viel Nerven und Energie.

Ich habe mit meinem Freund darüber gesprochen und gesagt, dass ich mir mehr Zeit für mich nehmen möchte, wenn der Kleine da ist. Dies hat ihn verletzt und er versteht es nur schwer, da am Anfang ja alles super war. Er denkt, dass sein Kontakt zu seiner Ex mein eigentliches Problem sei. Kommt das irgendwann wieder, dass ich seinen Sohn mag und vermissen werde?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Heidi

In einer Beziehung zu sein, in der eines oder mehrere von unterschiedlichen Eltern stammende Kinder leben, die aus der aktuellen oder einer früheren Beziehung der Partner hervorgegangen sind, stellt für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung dar. Der Umgang damit erfordert Fingerspitzengefühl und hohe kommunikative Kompetenzen.

Wer sich – wie du – in einen Mann mit Kind verliebt, hat diesen nicht wie in einer klassischen Liebesbeziehung am Anfang für sich allein. Mehr oder weniger oft sind die Kinder zu Besuch und als Stiefmutter muss man erst einen Platz in dieser Konstellation (er-)finden. Meist ist auch die Ex als leibliche Mutter der Kinder ebenfalls noch präsent.

Für manche Frauen fühlt sich diese Situation dann an, als ob der Platz neben dem Partner, auf den sie berechtigterweise Anspruch erheben, schon besetzt wäre. Und es ist naheliegend, dass sie darauf mit Wut und Aggression reagieren. Meist werden die Emotionen auf die Kinder gerichtet, obschon sie definitiv nicht verantwortlich sind für die komplizierte Situation.

Manche Männer neigen dazu, vor diesen Problemen die Augen zu verschliessen. Oft haben sie den Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen und versuchen, an den Wochenenden etwas davon zu kompensieren. Von der neuen Partnerin wird dabei erwartet, dass sie ihre Bedürfnisse zurückstellt und mitspielt. Das kann auf Dauer aber nicht funktionieren.

Häufig fühlen sie sich als Frau vom Partner abgelehnt und beginnen, an sich selbst zu zweifeln. Sie sind hin- und hergerissen zwischen Rücksichtnahme – schliesslich sind sie zuletzt in das bereits bestehende Familiensystem gekommen – und dem Ärger, dass sie ihre Rolle als Partnerin «ihres» Mannes und die Beziehung mit ihm nicht frei gestalten können.

Auch bei euch sind diese Dynamiken im Gang und ich denke daher, dass ihr in dieser komplexen Situation Begleitung braucht – sowohl als Paar als auch in euren unterschiedlichen Elternrollen. Ob sich dadurch bei dir wieder die alten Gefühle für den Sohn deines Partners einstellen werden, weiss ich nicht. Jedoch kann im Prozess zumindest eine echte Chance entstehen, um wieder Schritte in seine Richtung zu machen und das Problem an der Wurzel zu packen. Viel Glück!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lusi am 12.12.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Komm klar, oder geh..

    Es ist und bleibt sein Sohn... Wenn du damit - aus welchen Gründen auch immer - nicht klar kommst, musst du Schluss machen. Es ist weder deinem Partner noch seinem Kind gegenüber fair. Und wenn der kleine Junge deine Abneigung spürt, löst das allenfalls nur noch mehr "nerviges Verhalten" seinerseits aus.

  • Reiner Zufall am 12.12.2018 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gesamtpaket

    Ich lebe auch in einer Patchworksituation mit eigenen Kindern und Kindern meiner Partnerin. Wenn ich mich mit einer "neuen" Frau einlasse, kenne ich das Gesamtpaket von Anfang an und kann abschätzen, was auf mich zukommen wird. Dann plötzlich zu sagen "wenn man Kinder hat, hat man kein eigenes Leben mehr", ist aus meiner Sicht sehr fragwürdig. Wo haben Sie denn vorher hingeschaut? Sie wussten von Anfang an, dass ein Kind da ist. Mit dieser offenbar grundsätzlich negativen Haltung gegenüber Kindern hätten Sie diese Beziehung nie eingehen dürfen.

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  • Tom Schweizer am 12.12.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kinder sind immer wichtiger

    Als Vater sollten immer die eigenen Kinder wichtiger sein, als eine neue Beziehung. Die Kinder sind lebenslang deine Kinder, Beziehungen können wechseln. Wenn meine Frau und ich uns trennen würden und eine neue Frau in mein Leben treten würde, müsste sie meine Kinder ganz klar akzeptieren, sonst kann sie gleich wieder abzischen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 2. Frau am 30.12.2018 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade ...

    Tja, kann auch umgekehrt gehen. Wir sind immer noch verheiratet (28Jahre) Verhältnis mit Kindern sehr kühl. Danke, liebe ExFrau, hast alles für die Entfremdung für Vater und eurer Kindern gegeben. Bravo! (Ironie) Leid tun mir nur die Kids. Bleibt wohl immer etwas hängen. Meinem Mann gehts prima, denn ich bin für ihn immer da. Leider lässt sich die verpasste Zeit nicht aufholen. Wir hätten, alle zusammen, tolle Jahre haben können.

  • zum teufel am 14.12.2018 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Also was man hier zum Teil hört ist wirklich schrecklich. Wir haben einfach keine anderen Probleme mehr oder!? 1. Ein Kind ist und bleibt ein Kind es hat sich nicht selbst in die Situation gebracht. 2. Frag ich mich wie Egoistisch man sein kann zu behaupten das man kein eigenes Leben mehr hat mit Kind...wo kommen wir denn her?? woher kommt das Leben?? 3. Wer zum Teufel sucht sich ein Mann mit Kind und motz rum dass das Kind da ist?? 4. Dreht sich denn das ganze Leben um den Partner? Kann man keine 4 Tag im Monat auf gewisse Sachen verzichten oder halt eben seinen Eigenen Hobbys nachgehen?

    • Tileria am 17.12.2018 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @zum teufel

      Naja, ein Kind beeinflusst sehr viele Entscheidungen im Leben. Man kann schon nicht mehr einfach so machen wie man will und Lust hat. Und wenn jemand das nicht will ist es dessen seine Entscheidung. Ich glaube nicht das sie sich einfach ein Mann mit Kind gesucht hat, liebe kann man halt nicht beeinflussen..

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  • d.r. am 14.12.2018 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich möchte sie nicht missen!

    Meine Freundin ist ebenfalls geschieden und hat zwei Kinder im besten frühpupertären Alter Als Langzeitsingle war das für mich eine riesen Umstellung. Plötzlich bin ich vom Single in einer Rolle mit Verantwortung und Aufgaben die ich so nicht kannte. Und ja, die Kids können einen den letzten Nerv rauben und einen zur Weissglut treiben. Aber ich wusste dass sie da sind, durfte in drei Jahren Beziehung ein super Verhältnis aufbauen, Vertrauen gewinnen, Herausforderungen meistern, lachen, trösten, unterstützen, alles was zum "Vater" sein gehört. Was soll ich sagen: Ich liebe sie!!!

  • Basil Luzerner am 14.12.2018 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffener

    Ich kenne das auch, meine Freundin hat 2 Kinder, diese mögen mich sehr (na ja ich find sie ganz ok, sie sind halt da) nun wollte ich wenigstens am 25./26. Dez mit meinen Eltern und Freundin feiern, die Kinder könnten ja zur Oma, seh das Problem nicht, meine Freundin findet dies unverständlich.

  • Lisi am 13.12.2018 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gaht scho

    Als die Kids von meinem Mann noch klein waren, war ich mir oft unsicher ob ich das möchte oder auch kann. Bis ich gemerkt habe, dass ich den Teufel an die Wand male. Es war gar nicht schlimm. Klar ich musste ihn mit den Kids teilen, Finanziell bisschen zurückstecken aber es ist ok. Heute kann ich sagen: Ich habe ein sehr tolles Verhältnis mit den beiden Kindern. Die Mutter dh. die Ex hat die Kids sehr gut erzogen, nie gegen uns gehetzt. Nie haben sie ein schlechtes Wort an mich gerichtet. Beruflich stehen beide Top da. Ich war und bin der Kumpel und das Heute noch :)

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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