BERATUNG
Herz & SexDoktor Sex

Probleme im Bett? Unsicher beim Stellungsspiel? Fragen zum Sexualleben? Liebeskummer oder Beziehungsprobleme? Bruno Wermuth weiss Rat!

Blog Übersicht

Doktor Sex

16. November 2011 14:00; Akt: 15.11.2011 10:36 Print

«Geplatzter Gummi: Grosse Aids-Gefahr?»

Linda hat gehört, dass die HIV-Ansteckungsgefahr bei einer Verhütungspanne mit einem Kondom sehr gering ist. Stimmt das?

storybild

Pariser sollten nicht mit spitzen oder scharfkantigen Gegenständen in Kontakt kommen - dazu gehören auch die Zähne. (Symbolbild: Colourbox.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Frage von Linda (22) an Doktor Sex: Mir wurde erzählt, dass die Ansteckungsgefahr für Aids nur äusserst gering ist, wenn der Gummi reisst. Die Wahrscheinlichkeit sei praktisch null. Ist das wirklich wahr?

Antwort von Doktor Sex:

Liebe Linda

Eine Übertragung des HI-Virus kann bei der von dir beschriebenen Verhütungspanne nicht ganz ausgeschlossen werden - und das ist das entscheidende Kriterium! Es stimmt zwar, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung nicht in jedem Fall gleich hoch ist, weil sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Letztlich ist es aber wie beim Russischen Roulette: Für den tödlich getroffenen Spieler sind im Moment, in dem der Schuss losgeht, alle Wahrscheinlichkeitsrechnungen null und nichts mehr wert: Er ist tot.

Aids ist und bleibt eine ernst zu nehmende Krankheit, auch wenn es heute Medikamente gibt, die ihren Ausbruch verzögern können. Daher gilt: Bei eindringendem Verkehr immer Präservative verwenden, kein Sperma und kein Menstruationsblut in den Mund nehmen oder schlucken. Und bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss immer zum Arzt.

Im Falle einer Verhütungspanne kann mit folgenden Sofort-Massnahmen versucht werden, das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Der eindringende Partner kann seinen Penis waschen und zu urinieren versuchen, um Reste von Körperflüssigkeiten des Partners beziehungsweise der Partnerin ab- und auszuspülen. Ob für die aufnehmende Person eine Darm- oder Scheidenspülung sinnvoll oder im Gegenteil gefährlich ist, ist bis heute nicht sicher geklärt. Wenn beim Oralverkehr Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangt, sollte dieses sofort ausgespuckt und der Mund danach mit lauwarmem Wasser mehrmals gespült oder gewaschen werden.

Steht fest oder ist es sehr wahrscheinlich, dass eine der an einer Risikosituation beteiligten Personen HIV-positiv ist, kann eine Post-Expositions-Prophylaxe - kurz HIV-PEP – sinnvoll sein. Dabei unterzieht sich die HIV-negative – also die nicht angesteckte Person - einer mehrwöchigen medikamentösen Therapie.

Nach heutigem Wissensstand kann die HIV-PEP mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine mögliche HIV-Infektionen verhindern. Sie ist aber keine garantiert wirksame Massnahme. Der Nutzen der Therapie hängt wesentlich davon ab, wie schnell nach einer Risikosituation damit begonnen wird. Dabei gilt: Je schneller, desto besser. Später als 72 Stunden nach einer Risikosituation ist die Therapie nicht mehr sinnvoll.

Die Post-Expositions-Prophylaxe ist kein «Kondom danach», sondern eine Behandlungsmöglichkeit für Ausnahmesituationen. Ob eine HIV-PEP angewendet werden sollte, kann nur ein erfahrener Arzt oder eine Ärztin bestimmen. Es ist daher wichtig, sich möglichst rasch in eines der HIV-Behandlungszentren oder auf die Notfallstation eines grösseren Spitals zu begeben.

(bwe)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Info am 17.11.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Oral

    Ich habe vor 3 wochen eine Frau kennengelernt Sie hat mich an diesem Abend auch Oral befriedigt (ohne Gummi) seitdem mache ich mich krank vor Sorgen vorallem wegen meinen Grippe Symptomen! Ist eine Anstekung überhaupt möglich auf diese Weise? Der Geschlechtsakt fand danach mit Kondom statt!

    einklappen einklappen
  • ÎNFO am 16.11.2011 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    INFORMIERT EUCH DOCH MAL BITTE

    erstens sollte man nicht von AIDS reden, sondern von HIV. zweitens, wenn jemand positiv ist, aber seine Werte gut sind (hier dazu EKAF STudie Jahr 2008/2009) dann ist die gefahr einer ansteckung sehr gering / eigentlich nahe 0. dies ist ja auch wichtig, wenn z.b. serodiffiziente paare ein Kind wollen (heteropaare). sicher ist, dass Man auf safersex nicht verzichten sollte, wenn der status nicht bekannt ist. ich fänds noch wichtiger, dass sich die Menschheit über HIV und Aids informiert. Es gibt nämlich auch keinen Aidstest. Es ist ein HIV-Test.

    einklappen einklappen
  • Frage am 16.11.2011 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Aus der Sicht des Mannes...

    ...im umgekehrten Fall ist das Risiko, wenn man es sofort merkt, wohl ziemlich gering..?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Dampf am 17.11.2011 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zu simpel

    Wieso eigentlich diese extreme Fokussierung ausschliesslich auf HIV? Erstens ist, selbst wenn eine HIV-Infektion vorliegt, das Übertragungsrisiko bei einem einzelnen Ereignis dieser Art (ohne zusätzliche Faktoren) extrem gering (0.05% gemäss wissenschaftlichem Stand), zweitens gibt es noch zahlreiche andere sexuell übertragbare Krankheiten, über die man sich je nach dem wesentlich mehr Sorgen machen müsste. Man könnte also ruhig auch darauf hinweisen, etwas in die Breite zu denken..nicht ohne Grund verteilen sich andere STDs als HIV relativ munter.

    • Noro Elle am 17.11.2011 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      Sexuell übertragbare Krankheiten

      Guter Kommentar. Es ist schon bedenklich, dass die Leute sich immer nur vor einer Schwangerschaft oder HIV fürchten. Es gibt eine ganze Bandbreite an sexuell übertragbaren Krankheite die schlimme Folgen wie z.B. Unfruchtbarkeit haben können.Teilweise hat man sie auch ein Leben lang und es gibt solche die ziemlich hässlich sind wie z.B. Feigwarzen. Aber es ist ja auch zu beobachten, dass diese Krankheiten einen neuen Boom erleben.Die meisten wollen von ihrem Partner nur einen negativen HIV Test.Für Syphilis und co interessiert sich aber keiner.

    • Logisch am 17.11.2011 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Trotzdem

      Und trotzdem könnte es jederzeit sein, dass dieser Fall einer Infektion eintritt und dann helfen einem diese Zahlen auch nicht weiter. Man hat dann ein Leben lang ein geschwächtes Immunsystem.

    • Hans Dampf am 17.11.2011 16:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Logisch

      Mir ging es eigentlich nicht darum, das HIV-Risiko zu verharmlosen (selbst wenn dieses aus gesundheitspolitisch-strategischen Gründen effektiv gerne überzogen dargestellt wird). In dem Sinn ist an der Antwort von Bruno Wermuth auch nichts falsch. Bloss würde ich halt erwarten, dass zumindest ein Satz anderen, generellen Risiken gewidmet würde. Denn es kann halt gerade auch problematisch sein, den Leuten zu suggerieren, ohne HIV wäre zwangsweise alles in Butter..

    einklappen einklappen
  • Horst Butcher am 17.11.2011 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Geplatzter Gummi - Anwendungsproblem?

    Mir ist unklar, warum ein Gummi platzen sollte bei korrekter Anwendung und der nötigen Vorsicht. Ich halte das für einen modernen Mythos und ist eher auf unsachgemässe Handhabung zurückzuführen. Ein Kondom ist extrem dehnungsfähig und falls ausreichend "Gleitflüssigkeiten" im Spiel sind, sehr belasstbar. Es gibt zudem Kondome, die höheren Anforderungen genügen, wie Analverkehr und auch unterschiedliche Grössen sind erhältlich, damit alles gut sitzt. Auf spitze Fingernägel, Piercings und andere harte Gegenstände achten. Auch abgelaufene Kondome erfüllen die Anforderungen im Verkehr nicht mehr!

    • Aron am 29.11.2011 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      "Vorsichtig"

      Also ich weiss nicht wie es dir geht, aber in Situationen höchster Erregung fällt es teilweise sehr schwer noch "vorsichtig" zu sein.

    einklappen einklappen
  • Info am 17.11.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Oral

    Ich habe vor 3 wochen eine Frau kennengelernt Sie hat mich an diesem Abend auch Oral befriedigt (ohne Gummi) seitdem mache ich mich krank vor Sorgen vorallem wegen meinen Grippe Symptomen! Ist eine Anstekung überhaupt möglich auf diese Weise? Der Geschlechtsakt fand danach mit Kondom statt!

    • Noro am 17.11.2011 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      mein Halbwissen zu dem Thema

      Keine Ahnung ob eine Übertragung so möglich ist. Also im Speichel hat es keine Viren, aber im Blut und sie könnte auch eine Verletztung im Mund gehabt haben, wodurch wieder Blut im Spiel gewesen wäre.Ich halte eine Ansteckung allerdings für äusserst unrealistisch. So weit ich weiss, würdest du es aber noch gar nicht merken. Du hättest HI Viren im Körper, welche aber noch nichts anstellen würden. Es braucht seine Zeit bis sie den Körper merklich schwächen.Geh aber zum Arzt und lass dich beraten.Ich bin nur ein Laie

    • Klassenprimus am 18.11.2011 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      Vorsicht!

      Es reichen schon mikroverletzungen um Viren weterzuverbreiten. Also ja, möglich wäre es...wenn du nicht sicher bist, dann ab zum Arzt, der macht dir ein Geschlechtskrankheitenscreening. Die Inkubationszeit von 2-3 Monaten (HIV) aber bedenken.

    • Any May am 18.11.2011 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mach dir nicht zu grosse Sorgen

      Die Ansteckungsgefahr von Frau zu Mann ist generell kleiner als umgekehrt, weil Körperflüssigkeiten nur schwierig in den Penis gelangen. Zudem sind im Speichel (falls Partnerin HIVpositiv) zwar HIV-Vieren enthalten, aber in einer zu geringen Dichte, um soch anzustecken. Man kann sich deswegen auch nicht beim Küssen infizieren. Mach dir also keine Sorgen und wenn du das Gefühl nicht loswirst, geh nach drei Monaten ohne ungeschützen Geschlechts- und Oralverkehr einen Test machen.

    • besser spätalsnie am 11.01.2012 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      Schwachsinn

      Die hypothetische Ansteckungsgefahr bei Oralverkehr mit einem Mann als passiven Partner und einer HIV-positiven Frau als aktiven Part geht nicht darauf zurück, dass Flüssigkeiten oder sonstwas durch die Öffnung in der Eichel zurückfliessen könnte, sondern, da auf Eichel bei Stimulation kleine Risse entstehen können (welche man niccht sieht und nicht spürt). Dazu müsste eine Wunde im Mund des aktiven Parts kommen. In der Praxis müssten aber beide Wunden (Eichel und Mund) ziemlich gross sein. Es gibt keinen einzigen Fall, bei dem HIV auf diese Weise auf den passiven P. übertragen wurde

    einklappen einklappen
  • Peschä am 16.11.2011 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Partner zum Arzt und Test machen

    Am besten gleich zum Arzt und beide einen HIV-Schnelltest machen. Ist der Test des Partners negativ, so ist das Risiko wohl äusserst gering. Ist er allerdings positiv, so wäre vermutlich eine sofortige PEP sinnvoll. Diese sollte so schnell wie möglich erfolgen. Für einen Mann ist das Ansteckungsrisiko vermutlich kleiner, als für eine Frau. Bei sexuellen Kontakten besteht immer das Risiko, Krankheiten einzufangen, deshalb ist auch eine sorgfältige Auswahl der Sexualpartner sinnvoll. Auch mit Kondomen kann beispielsweise HPV übertragen werden, welches Genitalwarzen verursachen kann.

    • Marco K. am 17.11.2011 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      erst nach 3 monaten möglich

      dumm nur, das ein HIV-test erst nach drei monaten nach dem letzten sexualakt möglich ist, weil vorher keine antikörper festgestellt werden können. bitte vorher etwas besser informieren.

    • Arzt am 17.11.2011 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte selber informieren Marco K!

      Wichtig für eine PEP ist zu wissen ob der potentielle Ansteckungspartner bereits HIV hat. Hierfür braucht man keine 3 Monate zu warten!

    • Coni am 17.11.2011 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      Besser informieren

      Marco K. Etwas besser informieren? Du dann aber auch! Es gibt die Möglicheit eines PCR-Test, der ist schon nach 15 Tagen einer möglichen Infektion möglich, da er die Viren direkt detektiert. Alles klar?

    • pädy am 17.11.2011 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      3 monate ja, aber...

      Es geht ja nicht darum, ob man sich jetzt gerade angesteckt hat. Es geht darum, herauszufinden, ob der Sexualpartner evtl. bereits Positiv ist, und falls das der Fall ist, gibt es auch einen guten Grund die PEP sofort zu beginnen, sollten aber beide Negativ sein, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung wesentlich geringer

    einklappen einklappen
  • ÎNFO am 16.11.2011 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    INFORMIERT EUCH DOCH MAL BITTE

    erstens sollte man nicht von AIDS reden, sondern von HIV. zweitens, wenn jemand positiv ist, aber seine Werte gut sind (hier dazu EKAF STudie Jahr 2008/2009) dann ist die gefahr einer ansteckung sehr gering / eigentlich nahe 0. dies ist ja auch wichtig, wenn z.b. serodiffiziente paare ein Kind wollen (heteropaare). sicher ist, dass Man auf safersex nicht verzichten sollte, wenn der status nicht bekannt ist. ich fänds noch wichtiger, dass sich die Menschheit über HIV und Aids informiert. Es gibt nämlich auch keinen Aidstest. Es ist ein HIV-Test.

    • Alessia am 17.11.2011 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      :-)

      Bravo!

    • Noro Elle am 17.11.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

      @INFO

      Ich finde es gut,dass du auf diese Tatsachen hinweist.Allerdings sind das Themen, die betroffene Paare interessieren.Es ist vielleicht nicht so gut, wenn man diese Zahlen offen propagiert.Du und ich wissen,dass dies nur in eine Beziehung unter ärztlicher Kontrolle gehört. Ein Jugendlicher registriert aber, dass HIV nicht so gefährlich ist, wie er dachte und verzichtet nacher auf Kondome weil die Übertragungschance ja gegen "0" geht.Natürlich ist das falsch, aber es wird die Info sein, die im Kopf hängen bleibt.Man sollte den Menschen die Angst vor HIV nicht nehmen, sondern sie schüren

    • Jonas Müller am 17.11.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz

      Wenn du es scho so genau nimmst mit der Bezeichnung, handelt es sich auch nicht um einen HIV-Test, sodern um einen HIV-Antikörper-Test. Den es wird nur getestet ob den Körper Antikörper gegen das HIV produziert oder nicht. Deshalb muss man auch 3 Monate warten.

    • Klassenprimus am 18.11.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht ganz

      @Jonas Müller Es gibt auch den serologischen Antigentest für HIV, nur das dieser nicht routinemässig durchgeführt wird.

    einklappen einklappen
Ihre Frage an Doktor Sex
Blog Archiv

Durchstöbere das Monatsarchiv von Doktor Sex.

Monat
Anzeigen
Blog Suche

Suche nach einer Doktor-Sex-Story.

Volltextsuche
Suchen
bruno wermuth

Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

RSS-Feed RSS-Feed