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Doktor Sex

27. November 2019 07:55; Akt: 27.11.2019 07:55 Print

«Wie können wir unser Sex-Problem lösen?»

Nino will häufiger Sex und dabei experimentieren. Aber seine Freundin macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

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Bei zu viel Druck und Stress kann keine Lust entstehen. (Bild: Istock)

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Frage von Nino (33) an Doktor Sex: Für meine Partnerin hat Sex nicht die gleiche Priorität wie für mich. Aber alle drei Monate einmal ist mir definitiv zu wenig! Ich habe eine Menge Fantasien und Wünsche, möchte vieles ausprobieren und die Möglichkeit haben, zu experimentieren, spontan zu sein, versaut oder auch kitschig.

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Fühlst du dich von deiner Lust auf Sex manchmal unter Druck gesetzt?

Wir haben schon oft darüber geredet und ich hab immer gesagt, dass ich unzufrieden bin. Trotzdem ändert sich nichts. Wir haben es auch schon mit fixen Dates für Sex versucht. Ich konnte jeweils kaum warten. Sie hat die Begegnungen aber oft verschoben und wir kamen dann zum Schluss, dass es mich frustriert und sie unter Druck setzt.

Ich weiss nicht, was ich noch tun könnte. Druck ist keine Lösung. Sie möchte ja auch, dass sich etwas ändert und weiss selber nicht, warum die Lust weg ist. Ich liebe sie und ich liebe Sex. Mein Wunsch ist, das Problem gemeinsam zu lösen und mich nicht für das Eine entscheiden und auf das Andere verzichten zu müssen.

Antwort von Doktor Sex

Lieber Nino

Wenn ich mich in die Lage deiner Freundin versetze, die dein Gegenüber ist beim Sex und in den Gesprächen darüber, kann ich schnell mindestens einen Grund für ihre Lustlosigkeit erkennen: Der Aktivismus, den du in dieser Sache an den Tag legst. Sorry, aber bei dem Stress, den du verbreitest, kann keine Lust entstehen!

Verstehe mich nicht falsch: Es ist völlig okay, dass du Lust hast, beim Sex zu experimentieren. Und auch, dass du dies häufiger tun möchtest, als nur einmal alle drei Monate, ist voll nachvollziehbar. Das Problem ist, dass du gefangen bist in deiner Lust und in deinen Ideen, wie sie befriedigt werden soll.

Durch diese Haltung verliert deine Freundin den Status der gleichberechtigten Partnerin in einer lustvollen Begegnung und wird Mittel zum Zweck. Auch wenn ich weiss, dass es nicht deine Absicht ist: Unbewusst machst du sie zu einem Sexspielzeug, mit dem du experimentieren und deine Lust befriedigen willst.

Du verstehst sicher, dass diese Rolle für deine Freundin unattraktiv und entwürdigend ist. Deshalb versucht sie auch, sich daraus zu befreien. Dies gelingt ihr, indem sie keine Lust entwickelt oder diese verdrängt, denn so kann sie sich dem Sex mit dir entziehen. Selbstverständlich geschieht dies alles weitgehend unbewusst.

Es ist höchste Zeit für ein Gespräch. Aber nicht über Sex, sondern über die Dynamik, die sich in eurer Beziehung entwickelt hat. Es gilt zu klären, welche Bedürfnisse deine Freundin hat – und wie diese erfüllt werden können. Wenn sie sich wieder als gleichwertige Partnerin erlebt, dürfte Sex auch für sie wieder interessant werden.

Und erst von dem Moment an kann es darum gehen, die Qualität eurer körperlichen Begegnungen zu verändern. Dass dies gleichberechtigt geschehen muss, versteht sich von selbst. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • richtiger Doktor am 27.11.2019 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richtiger Doktor

    Wird immer verreckter hier. Vor 2 Jahren hätte es noch geheissen, man soll vielleicht mal das Gespräch suchen oder die Partnerin soll ihre Sexualität zuerst selber wieder ein Stück entdecken - mittlerweile ist jedes Mal der Mann das Problem, weil er seine Freundin pauschal als Objekt und Sexspielzeug behandelt... Sorry aber so einfach ist die Welt nicht immer. Nicht alle Männer sind Schweine, und nicht alle Frauen sind ängstlich und verschlossen.

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  • Nick P. Wild am 27.11.2019 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    Mich beschleicht das Gefühl, dass es irgendwie nur noch darum geht, was die Frau gerne hätte und welche Bedürfnisse sie hat. Egal zu welchem Thema. Die Bedürfnisse des Mannes scheinen weitgehendst irrelevant zu sein heutzutage. Er ist gerade mal gut genug für alles aufzukommen. Wann hat das Miteinander aufeghört? Wann hat dieser Egotrip angefangen?

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  • Man(n) am 27.11.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar...

    Etwas simpel, Doktor Sex, nicht? Er macht einfach zu viel Druck und müsste halt anders und alles klar. Und auch ganz klar, dass es besser würde, wenn man(n) über die "wirklichen Bedürfnisse" und die "Paardynamik" sprechen tät, kein Problem. Aber: Vielleicht hat er das ja alles bereits versucht? Und kriegt nun zu hören: Du musst dir halt mehr Mühe geben...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hdion am 27.11.2019 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Ernst jetzt?

    3 mal pro Monat und der vom Freund ausgehende Stress soll Schuld sein? ich weiss nicht was für Pseudotherapeuten diese Artikel verfassen, aber diese Argumentation kann ich nicht nachvollziehen...

  • Erich am 27.11.2019 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Was heisst da Mühe geben?

    Ich gebe mir gar keine Mühe aber mein Sexleben ist erfüllt. Braucht nur die richtigen Frauen dazu dann klappt es super.

  • die Ritterin am 27.11.2019 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ochsenstall

    Falls die Freundin hormonell verhütet, muss man wahrscheinlich gar nicht mehr anderweitig suchen. Scho blöd, wenn Frau Dank Pille theoretisch allzeit bereit ist, aber genau WEGEN der Pille nie Lust hat. Also Männer, endlich Verantwortung übernehmen, dann müsst ihr auch nicht mehr im Ochsenstall schlafen

  • Marco am 27.11.2019 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doktor "kein Plan"

    Diese Erklärung von "Dr. was auch immer" ist ja wohl der reinste Witz. Jeder Paarberater usw. würde empfehlen so oft wie nur möglich mit der Partnerin darüber zu sprechen. Sonst heisst es immer man soll nicht mit der eigenen Unzufriedenheit leben sonder das Problem angehen und darüber sprechen. Nicht mit einem Wort konnte ich "Druck" oder ähnliches im Beschreib des jungen Mannes erkennen. Er drängt seine Partnerin nicht im geringsten. So wie es für mich klingt, tut er alles dafür dass sich die Situation verbessert. Ich habe auch keine passende Lösung aber so ein Unsinn macht mich wütend.

  • Urs am 27.11.2019 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    So hat es angefangen

    Angefangen hat das mit dem amerikanischen Feminismus. Qui bono?

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


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