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Doktor Sex

19. Mai 2014 10:00; Akt: 13.05.2014 15:10 Print

«Mein Freund ist leider so gut wie impotent!»

Zwar kam Mary lange auch ohne Geschlechtsverkehr zu befriedigendem Sex. Doch langsam hat sie genug von der Situation. Viagra hat nicht geholfen. Was nun?

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Erektionsstörungen können Männer an den Rand der Verzweiflung bringen. (Symbolbild: Colourbox.de, lev Dolgachov)

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Frage von Mary (43) an Doktor Sex: Mein Freund (39) und ich kennen uns seit 18 Monaten. Unsere Begegnung begann im Netz. Bevor wir ein Paar wurden, hatten wir häufig geile Sexchats. Als wir uns dann real begegneten, stellte sich bald heraus, dass er leider so gut wie impotent ist. Trotzdem pflegten wir am Anfang ein intensives Sexleben, halt meist ohne die Beteiligung des Penis. Ich wurde von ihm aber immer voll befriedigt. Mittlerweile weicht er mir aber zunehmend aus. Es gibt auch kaum noch zärtliche Momente. Die ganze Situation ist für beide sehr frustrierend. Dennoch lehnt mein Freund den Besuch bei einer Fachperson kategorisch ab. Viagra hat er schon ausprobiert – ohne Erfolg. Zu sagen ist auch noch, dass er raucht und gelegentlich auch kifft. Könnte ihm ein Facharzt helfen oder wäre es besser, zu einem Psychotherapeuten zu gehen?

Umfrage
Kann Sex trotz Impotenz befriedigend sein?
16 %
20 %
18 %
32 %
14 %
Insgesamt 5572 Teilnehmer

Antwort von Doktor Sex

Liebe Mary

Weil sie den Kern der männlichen Identität treffen, entwickeln Potenzprobleme oft eine ungeahnte Eigendynamik. Bereits kleinste und völlig harmlose Erektionsstörungen, wie sie im Leben eines Mannes immer wieder vorkommen, führen bei manchen Betroffenen sofort zu einer grossen Verunsicherung und sexuellen Versagensängsten. Und weil Unsicherheiten und Ängste einen negativen Einfluss auf die Erektionsfähigkeit haben, werden allenfalls bereits vorhandene Ursachen noch verstärkt. Die so in Gang gesetzte Negativspirale macht aus einer an sich bedeutungslosen Episode, die beispielsweise aufgrund von temporärem Stress am Arbeitsplatz auftritt, rasch ein sich selbst verstärkendes Problem.

Impotenz kann die Lebensqualität und das Wohlbefinden des betroffenen Mannes und seiner Lebenspartnerin oder seines Lebenspartners sehr einschränken. Weil Männer häufig Schwierigkeiten haben, sich bei körperlichen Schwächen und Störungen Unterstützung zu holen oder darüber zu sprechen, führen solche Probleme schnell zu Rückzug und einsamem Leiden. Aufgrund deiner Beschreibung vermute ich, dass bei deinem Freund eine ähnliche Dynamik im Gang ist. Trotzdem bringt es nichts, wenn du ihn unter Druck setzt. Letztlich muss der Impuls von ihm aus kommen, denn sonst ist kaum mit einer echten Veränderung zu rechnen. Wenn du magst, kannst du ihm ja meine Antwort auf deine Frage zeigen. Vielleicht bewirkt sie einen Umschwung in seiner Haltung und in seinem Denken.

Folgendes sollte dein Freund unbedingt wissen:

Potenzprobleme, im Fachjargon spricht man auch von erektilen Dysfunktionen beziehungsweise erektiler Impotenz, können neben den oben teilweise beschriebenen psychischen auch körperliche Ursachen haben. Besonders zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus (die sogenannte Zuckerkrankheit) und Übergewicht. Aber auch der Konsum von Drogen – dazu gehören auch Alkohol und Nikotin – und gewisser Medikamente können zu Impotenz führen. Aus diesen Gründen sollten sich Männer mit Potenzproblemen, deren Ursache nicht mit Sicherheit psychischer Natur ist, unbedingt gründlich vom Hausarzt oder von einem Urologen untersuchen lassen. Nur so können körperliche Erkrankungen frühzeitig erkannt oder aber sicher ausgeschlossen werden. Sind psychische Probleme die Ursache, kann eine psychiatrisch-psychologische Begleitung hilfreich sein. Je früher Betroffene therapeutische Hilfe suchen, desto grösser sind die Chancen auf Heilung.

Diagnostisch liegt eine «echte» erektile Impotenz dann vor, wenn ein Mann mindestens sechs Monate oder länger unfähig ist, eine Erektion zu bekommen oder so lange aufrechtzuerhalten, um einen befriedigenden Geschlechtsverkehr vollziehen zu können. Untersuchungen legen nahe, dass rund 50 Prozent der über 40-jährigen Männer zumindest vorübergehend davon betroffen sind. Altern ist also ein «Risikofaktor» für Impotenz.

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • eine frau am 19.05.2014 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum..

    ..geht man da nicht einfach zum arzt?? und von wegen, das ist peinlich, glauben die männer etwa, es ist lustig vor einer frauenärztin die beine breit zu machen und sich instrumente einführen zu lassen? also hopp zum doc, man überlebts, und danach weiss er vielleicht was los ist und kann wieder problemlos sex haben!

  • 16cm am 19.05.2014 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Stecker ziehen

    letztens hatte ich auch keinen mehr raufgekriegt. zuerst dachte ich auch an eine störung z.b. durch kiffen. aber es hatte sich herausgestellt dass ich meiner freundin zu viel aufmerksamkeit beim sex schenke und all ihre wünsche zu realisieren versuchte, ich immer auf der strecke bleibe und somit ich einfach keine lust mehr auf sie habe weil meine bedürfnisse nicht abgedeckt werden.

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  • Tobo am 19.05.2014 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente

    Auch scheinbar harmlose Medikamente können sowas auslösen. Bei mir war es ein Haarwuchsmittel, ich kam erst nach 3 jahren drauf. Stand nicht in der Packungsbeilage. Nachdem ich das Zeug abgesetzt hatte, fühlte ich mich wieder wie mit 20... Seitdem mache ich einen grossen Bogen um Medikamente, es sei denn sie sind zwingend nötig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • John Mc Vegi am 19.05.2014 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesünder leben

    Ernährung umstellen! Gemüse statt Fleisch und nach 4-5 Monaten könnt's wieder klappen! Keine Pizzas mehr und dafür Sport machen! Hilft bewiesen bei Impotenz und Unfruchtbarkeit!

  • Hobbyforscher am 19.05.2014 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Der Rätsels Lösung

    Ist wohl genetisch bedingt, Männer werden heute, nach der Grösse ihre Brieftasche, sprich ihrem Status, nicht nicht mehr nach ihren körperlichen Fähigkeiten ausgewählt. Ergebnis: Körperlich, nicht gerade gesunder Nachwuchs.

  • P.P. am 19.05.2014 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obs wirklich Impotenz ist?

    vermutlich sieht er den ganzen Tag Pornos und kann dann nicht mehr. scheint mir ein verbreitetes Phönomen und hat nix mit Impotenz zu tun

  • Liebe Lust am 19.05.2014 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht auch anders

    Probiert mal Slow Sex von Diana Richardson ;)

  • Hanfueli am 19.05.2014 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kiffen vs. Sex

    2wochen nach beenden des kiffens wird die lust zurückkommen.

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


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