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Doktor Sex

05. Oktober 2018 09:20; Akt: 05.10.2018 09:20 Print

«Muss ich wirklich zum Frauenarzt?»

Emma ist schon über 30, hat es bisher aber nicht für notwendig erachtet, sich zum Gesundheitscheck bei einer Gynäkologin anzumelden.

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Emma fragt sich, was ein regelmässiger Gang zum Frauenarzt bringen soll. Foto: iStock (Bild: Serhiibobyk)

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Frage von Emma (32) an Doktor Sex: Ich war noch nie beim Frauenarzt. Verhütet habe ich bis jetzt immer nur mit Gummi und nie hormonell. Beschwerden im Unterleib hatte ich auch noch keine. Und ich habe auch nicht vor, mich in absehbarer Zeit fortzupflanzen.

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Unterziehst du dich regelmässig einer Vorsorgeuntersuchung?


Daher ergab sich für mich bisher auch noch keinen Grund, mich von einer spezialisierten medizinischen Fachperson untersuchen zu lassen. In meinem Umfeld gehen aber ausnahmslos alle Frauen regelmässig zum Gynäkologen. Ich finde das merkwürdig.

Andere Teilbereiche oder Funktionen des Körpers lässt man ja auch nicht rhythmisch untersuchen, sondern erst, wenn Beschwerden auftreten. Würdest du mir trotzdem einen regelmässigen Arztbesuch empfehlen oder kann ich da getrost darauf verzichten?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Emma

Die gynäkologische Untersuchung ist in erster Linie eine Vorsorgeuntersuchung. Die Idee dahinter ist, dass schwerwiegende Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und/oder des Urogenitaltrakts frühzeitig erkannt werden, wenn Frauen diesen Check regelmässig durchführen lassen – und die Heilungschancen so zu erhöhen.

Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) rät, bis zum 30. Lebensjahr jedes zweite Jahr einen Krebsabstrich durchführen zu lassen, danach bis 70 nur noch alle drei Jahre – vorausgesetzt natürlich, es liegt kein erhöhtes Risiko vor. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der WHO, empfiehlt, den Krebsabstrich alle drei bis fünf Jahre vornehmen zu lassen.

Beim Krebsabstrich – er wird auch Pap-Abstrich genannt – werden an Muttermund und Gebärmutterhals mittels eines Wattestäbchens oder kleinen Bürstchens Schleimhautproben entnommen. Diese werden danach in ein Labor gesendet und dort nach Auffälligkeiten und sogenannten Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs untersucht.

Da solch frühe Veränderungen keine spürbaren Beschwerden verursachen, können sie von einer Frau nicht selbst erkannt werden. Studien haben gezeigt, dass die Zahl der Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs sterben, um fast zwei Drittel gesunken ist, seit diese Art der Krebsvorsorge in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts in der Schweiz eingeführt wurde.

Häufig werden gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen ergänzt durch eine Untersuchung der Brüste. Dabei sucht die Frauenärztin durch Tasten nach Knoten und anderen auffälligen Veränderungen in der Brust. Frauen ab 50 Jahren wird empfohlen, im Rahmen von Mammografie-Screening-Programmen die Brüste alle zwei Jahre röntgen zu lassen. Der Nutzen dieser Untersuchungen ist jedoch umstritten.

Du siehst: Es gibt gute Gründe, sich hin und wieder in einer gynäkologischen Praxis zu einem Check anzumelden. Da du dies überhaupt noch nie getan hast, empfehle ich dir, bald einmal zum Telefon zu greifen und einen Termin zu vereinbaren. Bei dieser Gelegenheit kannst du dann auch gleich mit dem Arzt oder der Ärztin deiner Wahl über ein für dich passendes Intervall unterhalten. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maja am 05.10.2018 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gyk

    Es geht ja nicht nur um Geschlechtskrankheiten. Bei meiner Mutter wurde durch die jährliche Untersuchung Brustkrebs im Anfangsstadium festgestellt.

  • Ini Bini am 05.10.2018 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Geh auf jeden Fall hin!

    Wenn du es nicht wegen dir machst, dann wenigstens deinen Nächsten zuliebe. Meine Tante erkrankte an Gebärmutterkrebs, welcher erst viel zu spät erkannt wurde, weil sie nie zum Frauenarzt ging. Über Jahre hinweg hat sie die Tortur von Chemo etc auf sich genommen und starb letzten Endes unter Schmerzen und Medikamenten im Spital. Es war ein Ende, welche sie nicht verdient hatte und ihre Familie hatte es nicht verdient, ihr dabei zu zusehen. Um Himmelswillen beweg dich einmal im Jahr dort hin!

  • L.E. am 05.10.2018 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvoll

    Unbedingt machen, kenne doch einige die schon in sehr jungen Jahren (20-30) Gebärmutterhalskrebs hatten und durch den Abstrich erkannt haben. Besonders bei mehreren Sexualpartnern lohnt sich die Untersuchung, da auch andere Geschlechtskrankheit teilweise unbemerkt bleiben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anja am 05.10.2018 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Sicherheit

    Der Abstrich kann nur auf eine einzige Art von Krebs hinweisen, und das ist ist Gebärmutterhalskrebs, verursacht durch Viren. Also falls man nie seinem seinen Sexualpartner gewechselt hat und auch der Partner genauso und man zusätzlich noch geimpft ist, ist zumindest diese Untersuchung völlig sinnlos. Wenn das nicht zutrifft muss man sich aber schon ein wenig Sorge machen, denn etwa 70% der Bevölkerung tragen einmal im Leben diesen Virus in sich. Ultraschall und Mammographie sind zwar umstritten, aber der Nutzen kann nicht ganz ausgeschlossen werden.

  • Dani am 05.10.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt machen

    Ich (w, 32) gehe seit ich 18J bin jedes Jahr in die Kontrolle. Vor ein paar Jahren musste ich eine Vorsorge-OP machen und hatte keine Schmerzen davor. Es kann immer etwas sein und bin darum froh, dass ich das regelmässig mache. Erkrankungen im Unterleib sind auch in diesem Alter ein Thema: auch wenn man jung ist, keine Beschwerden hat, keine Vorgeschichte oder genetisch nie was war.

  • ein Mann am 05.10.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    musst nicht, ist aber zu empfehlen

    müssen tust du schon mal gar nicht. man kann niemandem vorschreiben zum Arzt zu gehen, aber es wäre zu empfehlen. ich gehe zum Beispiel einmal im jahr zum Zahnarzt zur kontrolle und zahnreinigung. mir ist es das wert und allfällige schäden werden früh erkannt und können behandelt werden. weil wenn es dir weh tut, dann ist es meistens schon stark fortgeschritten und kann nur aufwändig in Ordnung gebracht werden. ist auch für den Geldbeutel besser regelmässig einen kleinen betrag zu zahlen, als eine teure "totalsanierung".

  • Bine am 05.10.2018 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensfreude

    Ich habe eine nahe Angehörige verloren, die an Brustkrebs starb. Nachdem die eine Brust entfernt worden war, merkte man einige Zeit später, dass der Krebs doch schon Metastasen gebildet hatte. Die Kontrollen können nicht immer alles verhindern. Sie sind aber dennoch wichtig, weil man eine Krebserkrankung meist nicht fühlen kann. Viele Krebserkrankungen können heute geheilt oder wenigstens verzögert werden, wenn sie frühzeitig entdeckt werden.

  • Trulla am 05.10.2018 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Gehe nur wegen dem Pillenrezept zur Frauenärztin. Jeder jammert wegen den hohen Gesundheitskosten, hier wäre Potenzial zum Sparen. Für mich sind das immer unnötige Kosten und Aufwand. Bin ü35. Kein Kinder und will auch keine.

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


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