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Doktor Sex

04. September 2019 08:32; Akt: 04.09.2019 08:32 Print

«Sie verbietet mir, über ihre Probleme zu reden!»

Weil seine Freundin Schwierigkeiten damit hat, ihr Leben zu bewältigen, hat Stan Rat bei einem Freund gesucht. Seitdem ist zu Hause der Teufel los.

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Die Freundin von Stan ist spielsüchtig, das belastet ihn sehr, und er weiss nicht, wie es weitergehen soll.. (Bild: sdi Productions)

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Frage von Stan (29) an Doktor Sex: Meine Partnerin will nicht, dass ich über unsere Beziehungsprobleme mit jemandem spreche. Da sie spielsüchtig ist und mich dies sehr belastet, wollte ich mich unbedingt mit einem Freund darüber austauschen. Ich versprach mir davon Tipps für den Umgang mit ihrer Sucht als Partner. Zumal sie sich weigert, sich in Therapie zu begeben.

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Nachdem ich sie darüber und die dahinterliegenden Bedürfnis informiert hatte, war bei uns zu Hause der Teufel los. Sofort wollte sie wissen, warum ich dies gemacht habe. Es gehe doch niemanden etwas an, was sie tue, und dergleichen. Für mich waren ihre Reaktionen völlig unverständlich.

Ihr Verhalten zeigt mir, dass sie null Verständnis hat für meine Sicht. Mich entlastet es nämlich sehr, wenn ich mit jemandem über ihr Problem und dessen Auswirkungen auf mich reden kann. Aber ihrer Meinung nach soll und darf ich dies offenbar nicht tun. Findest du das auch?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Stan

Nein, das finde ich ganz und gar nicht! Wer eine Beziehung eingeht, gibt ja nicht seine Individualität als Person und entsprechend auch nicht seine höchstpersönlichen Rechte oder seine menschlichen Bedürfnisse auf. Im Wissen um die Spielsucht, an der deine Partnerin gemäss deinen Aussagen leidet, ist ihre Reaktion jedoch verständlich.

Solange eine süchtige Person nämlich sich selber nicht eingestehen kann, dass sie an einer Suchterkrankung leidet, tut sie alles Erdenkliche, um das mit der Sucht in Zusammenhang stehende Verhalten zu vertuschen oder dieses nicht als auffällig oder gar pathologisch erscheinen zu lassen.

Wenn ein Mensch an einer Suchterkrankung leidet, leiden seine Nächsten mit – Kinder oft noch mehr als Erwachsene. Die Sorgen der Menschen im Umfeld sind zwar sehr verschieden, aber alle sind berechtigt! Es ist deshalb auch sinnvoll, wenn sich jemand – so wie du es getan hast – einem Freund oder einer Fachperson anvertraut.

Wichtig ist aber, dass du auch mit deiner Partnerin sprichst. Sag ihr, was du erlebst, aber sprich dabei in der Ich-Form, beispielsweise: «Ich mache mir Sorgen, weil …», «Ich beobachte, wie …», «Mir ist es unangenehm, wenn …» oder «Mich belastet es, dass …». Vermeide es, sie zu beschuldigen oder ihr Vorschriften zu machen.

Erzähle ihr von deinen Wünschen und Erwartungen. Wie stellst du dir die Beziehung zu deiner Partnerin vor, wenn das «Problem» gelöst ist? Aber auch: Was muss sich für dich verändern, wenn die Beziehung weitergehen soll? Beide Fragen erfordern, dass du dich vorgängig mit dir auseinandersetzt: Was bin ich bereit mitzutragen? Wo setze ich Grenzen, um mich zu schützen?

Sei dir bewusst, dass deine Freundin professionelle Hilfe braucht. Dazu zwingen kannst du sie aber nicht. Auch wenn sie sich in absehbarer Zeit nicht Unterstützung holt: Lass ihr Problem nicht dein Leben bestimmen. Tue Dinge, die dir Freude machen, und sprich weiterhin mit deinem Freund. Und hole dir Infos, zum Beispiel auf der Website von Sucht Schweiz.

Und selbstverständlich kannst du dich jederzeit selbst mit einer Fachpersonen oder einer Beratungsstelle in Verbindung setzen und dir Unterstützung holen. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • secondo am 04.09.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dein Hohlergen

    Gut gemeinter Rat solange Ihr noch keine gemeinsamen Kinder habt, trennst du dich am besten von Ihr. Denn dass wird nicht besser!

  • Rene am 04.09.2019 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    wie bitte

    Hallo Wer sich mit sich sprechen lässt und sich nicht helfen lassen will, sei mit Professionelle Hilfe oder Partnerin oder Partner soll man einen Schlussstrich ziehen. So bitten wie es ist, du machst Dich kaputt. Lieber ein ende mit schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Viel Glück

  • R. Hoffmann am 04.09.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Trenn dich!

    Denn einerseits wirst du emotional belastet und darfst dir nicht einmal unter Freunden einen Rat holen und wenn sie wirklich spielsüchtig ist, wird sie dir irgendwann einmal das Geld aus der Tasche ziehen und dir derartige Probleme bereiten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zogger am 04.09.2019 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sucht

    Also wenn Sie gerne Xbox oder PS4 zoggt, kann sie gerne zu mir kommen. Vielleicht kommt Ihr typ einfach nicht damit klar das Sie freude am spielen hat.

  • claudia am 04.09.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    süchtig

    Mein Ex Partner ist auch spielsüchtig. Lange merkte ich nichts da er es online machte und als dann die Casinobesuche anfingen gings nur noch berg ab. Trotz gemeinsamer Kinder habe ich mich getrennt nach 5Jahren da es immer nur Streit desswegen gab. Niemand wusste davon und bei der Trennung fiel seine Maske was alle extrem schockierte.....er spielt heute noch....somit schau auf Dich du leidest mehr als sie glaub mir ..........

  • R. Hoffmann am 04.09.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Trenn dich!

    Denn einerseits wirst du emotional belastet und darfst dir nicht einmal unter Freunden einen Rat holen und wenn sie wirklich spielsüchtig ist, wird sie dir irgendwann einmal das Geld aus der Tasche ziehen und dir derartige Probleme bereiten.

  • deineMamah am 04.09.2019 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die..

    ...Reaktion lässt auch ein bisschen darauf schliessen, dass ihr die Angelegenheit peinlich ist. Denn dadurch, dass das Problem nach aussen getragen wurde, kann sie das Ganze nicht mehr einfach ao runterspielen.

  • Benedikt am 04.09.2019 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemeinter Rat

    Lauf, lauf schnell und lauf weit. Erst wird sie dich isolieren, dann finanziell ruinieren. Sie will ihre Sucht weder wahrhaben, noch behandeln lassen, noch das du dich darüber mit jemanden austauschst. Nein Danke und weg

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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