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Doktor Sex

02. Dezember 2013 10:00; Akt: 02.12.2013 10:58 Print

«Warum akzeptiert er mein Bedürfnis nicht?»

Laura versteht die Welt nicht mehr. Immer genau dann, wenn sie sowieso genervt ist und wegen der Menstruation ihre Ruhe haben möchte, will ihr Freund reden.

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Menstruationsbeschwerden können massive Auswirkungen haben auf das Befinden und den Alltag einer Frau. (Symbolbild: Colourbox.com, Artem Furman)

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Frage von Laura (44) an Doktor Sex: Ich leide seit vier Jahren an Menstruationsbeschwerden. Während der Blutung bin ich müde, gereizt, mag kaum essen und auch seelisch geht es mir nicht gut. Der Arzt sagt, ich sei gesund und da müsse ich jetzt einfach durch. Nun wäre das alles weniger schlimm, wenn mein Partner mir die nötige Ruhe gönnen würde. Aber immer genau dann will er unbedingt über das sprechen, was mich gerade nervt. Das geht jeweils so weit, das wir wegen Kleinigkeiten Streit haben. Ich werde dann gemein, was mir im Nachhinein leidtut. Warum akzeptiert er mein Bedürfnis nicht? Ist es für einen Mann so schwierig zu verstehen, dass eine Frau in dieser Zeit mehr Ruhe braucht?

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Antwort von Doktor Sex

Liebe Laura

Menstruationsbeschwerden können sehr unangenehm sein und temporär massive Auswirkungen haben auf das Befinden und den Alltag einer Frau. Ohne damit dein Leiden kleinreden zu wollen, möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass dies ebenso für den Partner und für die Kinder gilt, sofern es solche gibt. Mit anderen Worten: Das ganze Beziehungs- und Familiensystem ist davon betroffen und sogar die Situation am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Studium kann durch die Beschwerden vorübergehend beeinträchtigt sein. Dieser Umstand und das erweiterte Umfeld sind bei der Suche nach einer Lösung unbedingt zu berücksichtigen, denn sonst landen wir unweigerlich bei der Schuldfrage und damit in der Opfer-Täter-Falle. Beides gibt zwar kurzzeitig Orientierung, denn man weiss, wer das Problem ist oder wer es hat. Jedoch ergibt sich daraus schnell einmal ein endloses Pingpong mit unabsehbaren Folgen für die Beziehung.

So, wie du die Sache beschreibst, gibt es ein eindeutiges Muster, nach dem sich die Situation zwischen euch jeweils entwickelt. Und innerhalb dessen scheint es bestimmte Rollenskripte zu geben, an die ihr euch strikt haltet. Nur so ist es nämlich möglich, dass die Geschichte immer genau gleich endet. Andernfalls wäre der Ausgang von Mal zu Mal verschieden, denn ihr würdet situationsbezogen agieren und es würde auch keine Gesetzmässigkeit entstehen. Wichtig scheint mir daher, dass ihr euch dieses Musters und damit eures gemeinsamen blinden Flecks bewusst werdet. Sobald ihr damit aufhört, euch gegenseitig die Schuld zuzuschieben und stattdessen erkennt, dass ihr beide die Situation mitgestaltet und damit auch jederzeit verändern könnt, wird es nie mehr so sein wie bisher. Weil man nämlich ein Spiel, dessen Regeln man kennt, nie mehr so spielen kann, als hätte man keine Ahnung, worum es dabei geht und wie die Verantwortlichkeiten verteilt sind.

Indem ihr euch wieder ganz als handelndes und gestaltendes Gegenüber positioniert und einander nicht länger für erlittenes Unglück und erhofftes Glück verantwortlich macht, befreit ihr euch gegenseitig aus der Opfer-Täter-Falle. Und damit verändert sich sofort auch der Fokus in Bezug auf die Fragestellungen. Wichtiger als «Warum tust du mir das an?» werden dann die Frage «Was brauchst du?» und wertschätzende Rückmeldungen. Also zum Beispiel: «Es war angenehm, dass du mir heute einen Mittagsschlaf ermöglicht hast» oder «Ich habe bemerkt, dass du dich mit Fragen zurückgehalten hast. Dafür danke ich dir». Zu Beginn ist es für Paare im Kritik- und Problemmodus oft schwierig, dem Ausdruck zu geben, was sie als angenehm und wünschenswert empfunden haben.

Neben kommunikativen gibt es aber auch strukturelle Aspekte, die eine Veränderung der Situation herbeiführen könnten. So wäre es möglicherweise hilfreich für dich, wenn du ein eigenes Zimmer hättest – durchaus auch ausserhalb der Wohnung, also zum Beispiel eine Mansarde in der Nachbarschaft –, in das du dich jederzeit zurückziehen könntest. Ich höre immer wieder von Paaren, wie entlastend es ist, wenn beide Partner einen Ort für sich ganz alleine haben.

(wer)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Wieso sagst du ihm nicht, dass du deine Tage hast und deshalb genervt bist und schmerzen hast? Wahrscheinlich denkt er sich was ganz anders, nur weil du nicht deutlich sagen kannst was du hast. Ich habe diese Schmerzen und Krämpfe schon von Anfang an. Auch mir geht's dann nicht besonders gut. 3 Tage vor Mens merke ich schon dass meine Stimmung schwankt. Es ist nicht einfach den Tag so zu meistern, doch meist sage ich es, wenn es mir nicht gut geht. Und meist nehmen andere auch Rücksicht. Ich aber auch. Dein Partner hat womöglich auch Verständnis - nur musst du es ihm so erklären.. – next me

Versuche mal Mens-Tassen, denn Tampons können so was auch auslösen oder verstärken. Lass Dich von einem anderen Arzt auf Endo untersuchen. Das kommt häufiger vor als Man(n) meint. Eine Zweitmeinung ist in Deinem Fall sicher ratsam. Und um die aktuelle Lage zu entschärfen trage ihm im Kalender die "Zickenwoche" ein. Ist nicht negativ gemeint sondern einfach ein Zeitraum in dem er nicht meckern soll. Nur schon weil er es nicht darf wird sich Deine Gefühlswelt entspannen und Du wirst es so einfacher haben. Und gönn Dir was. Chinesische Akupunktur hat bei meiner Frau kleine Wunder bewirkt. – Predictor

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Nötig am 02.12.2013 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unlogisch

    genau....und wenn der Mann nicht fragt was sie bedrückt dann heisst es wieder warum fragt er nicht....entscheidet euch mal :-)

  • Markus W. am 02.12.2013 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenfrage....

    ähm... warum akzeptiert sie sein Bedürfnis nicht? Er soll also still sein wenn sie Schmerzen hat? Nach der Mens kommen dann sicherlich noch einige Tage mit Migräne dazu und der halbe Monat ist vorbei. DANN kommen die 2 Wochen in denen ER nicht reden will oder kann.... und somit herrscht Funkstille und der Gang zum Scheidungsanwalt ist nicht mehr weit. WIR Männer sollen immer und für alles Verständnis aufbringen? Wie sieht es dann im Gegenzug aus? Wir Männer sind keine Teppiche, auf uns kann man nicht immer nur rumtrampeln!

    einklappen einklappen
  • Roli am 02.12.2013 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir genau gleich

    Und ich würde alles dafür tun, dass meine Frau weniger mit mir reden und mich nerven würde!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Esther am 03.12.2013 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unterscheiden BITTE

    Als ich bei meinem Arzt war erklärte ich es ihm so. Herr Doktor ich gebäre jeden Monat einen Kind so schmerzen habe ich. Oder, ich kann es einfach nicht verstehen wieso es mir so schlecht geht an diesen Tagen. Oder, ohne Schmerztabletten kann ich den Tag nicht überstehen. Es ist wirklich nicht übertrieben und diese Frauen machen auch kein Drama draus! . Viele haben wirklich keine AHNUNG. Männer wie Frauen! Gibt mir zu denken!

  • Emili am 03.12.2013 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Hausgemacht

    Was tust Du sonst wenn er Dich mit etwas nervt über das Du nicht sprechen willst? Weghören! Tu das eben auch wenn Du Deine Tage hast. Arbeite an Dir selbst, dann begegnet Dir auch die Welt anders. Das meiste liegt an einem selbst.

  • Hobby Clown am 02.12.2013 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nachfragen

    Wenn meine Frau genervt und gereizt ist sage ich ihr jeweils: "Gartenzaun Fragezeichen" #? Häsch-täg? .... Hilft nicht wirklich aber ich finds lustig ;-)

  • Tango am 02.12.2013 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer mag einen Abend mit schlecht gelaunten Mensche

    Welcher Frau ist es egal, wenn eine launische, zickige, mürrische oder überempfindliche Person (Mann oder Frau) Sie für alles verantwortlich macht? Also ich kenne keine Frau (oder Mann), die auf schlecht gelaunte Menschen steht und einen Abend mit solchen verbringen möchte. Deshalb gilt meiner Meinung nach: "Wer schlecht drauf ist, soll sich gefälligst aus Anstand und Respekt gegenüber den anderen zurück ziehen. Ich stehe nicht auf Miesepetras, Du stehst nicht auf Miesepetras, niemand steht auf Miesepetras.

    • Samba am 03.12.2013 10:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ich stehe auf meine Miesepetra!

      Komische Ansicht. Ich kann meine Liebste doch nicht allein in ein Zimmer schicken, wenn sie Schmerzen hat und sich mies fühlt. Genau dann braucht sie Kuschelmomente, Massagen, etwas Gutes zum trinken und vor allem Wärme. Und das alles ohne Worte. Einverstanden, wenn eine Frau unter Endometriose leidet, hilft die medizinische Therapie dieses Übels deutlich besser ;-)

    einklappen einklappen
  • Yuki am 02.12.2013 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum soviel Hass

    An alle diese Kommentierer die voller Hass sind. Egal ob Frau oder Mann wenn ihr keinen Respekt voreinander habt dann bleibt doch einfach alleine.

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


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