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Doktor Sex

08. Juni 2018 09:09; Akt: 08.06.2018 09:09 Print

«Wenn ich Pornos schaue, dreht er durch!»

Eliane hat ein einziges Mal das gemacht, was er sich täglich gönnt. Seither ist die Hölle los.

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Der Konsum von Pornos kann die Haltung von Männern prägen. (Bild: Colourbox)

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Frage von Eliane an Doktor Sex: Ich (29) habe seit zwei Jahren einen Freund. Wir haben etwa fünfmal die Woche Geschlechtsverkehr, was in meinen Augen genügt. Aber er möchte jeden Tag Sex, und das am liebsten mehrmals. Nun habe ich entdeckt, dass er sich täglich Pornos anschaut – auch dann, wenn wir Sex haben. Ich habe kein Problem mit solchen Darstellungen, aber dass er täglich solche Filme konsumiert, irritiert mich schon!

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Was mich besonders stört, ist, dass er sich Frauen anschaut, die überhaupt nicht mit mir vergleichbar sind. Meist sind sie blond und sehr schlank. Ich habe dunkle Haare und eine normale Figur. Wenn ich ihn darauf anspreche, sagt er, dass ich der Grund für seinen Pornokonsum sei, da ich keinen Sex wolle. Aber das stimmt überhaupt nicht!

Neulich habe ich auch einen Porno angeschaut und mich dazu befriedigt. Später habe ich ihm davon erzählt, und seither ist er total sauer auf mich. Ich finde dieses Verhalten von ihm total unfair: Er nimmt sich jedes Recht heraus, und wenn ich das Gleiche nur einmal mache, dreht er völlig durch. Wie soll ich damit umgehen?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Eliane

Viele Frauen interpretieren den Pornokonsum des Partners als Ausdruck von Unzufriedenheit oder eines Mangels. Häufig bringen sie diesen auch mit sich selbst in Verbindung und zweifeln dann beispielsweise an ihrer Attraktivität. Die Männer ihrerseits versichern ihren aufgebrachten Partnerinnen, sie könnten Porno und Beziehung sauber trennen.

Dass Letzteres stimmt, wage ich zu bezweifeln, denn es ist unbestreitbar, dass die Bilder und Filme das Denken und wohl auch die Haltung der Männer prägen. Dies kann jedoch – abhängig von Häufigkeit und Intensität des Konsums – in unterschiedlichem Ausmass geschehen.

Findet der Konsum eher selten statt, dürfte diese Prägung kleiner sein als beispielsweise bei deinem Mann, der, wie du schreibst, täglich Pornos konsumiert. Ohne hier gleich die Suchtkeule schwingen zu wollen, kann man in diesem Fall von einer starken Bindung sprechen, die sich durchaus zu einer Abhängigkeit auswachsen kann.

Dass dein Partner Pornos schaut, in denen Frauen mitmachen, die nicht mit dir vergleichbar sind, lässt vermuten, dass er damit nicht nur sein angebliches Sexdefizit kompensiert, sondern sich auch noch Abwechslung verschafft. Dagegen ist nichts einzuwenden. Dass er aber versucht, dich für seinen Konsum verantwortlich zu machen, ist ziemlich schräg.

Das Gleiche gilt für seine Reaktion auf deinen Selbstversuch. Damit zeigt er zum einen, dass auch für ihn der Konsum von Pornografie nicht harmlos ist. Zum anderen offenbart er durch sein Verhalten, dass er total überfordert und zudem offenbar auch noch unfähig ist, dies zu kommunizieren.

Lass dich nicht einschüchtern. Hau einfach mal kräftig auf den Tisch. Sag deinem Partner in aller Deutlichkeit, dass du seine trotzige Reaktion nicht akzeptierst. Lege ihm dann noch einmal deinen Standpunkt dar und erkläre ihm, was du in Zukunft erwartest. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudia am 08.06.2018 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Komischer Typ

    Frage dich selbst, ob das der Mann ist, mit dem Du vielleicht nicht dein ganzes Leben, aber doch die nächsten Monate/Jahre verbringen möchtest.

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  • Mann am 08.06.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Vermutlich dachte er, statt sich selber zu befriedigen hätte sie ja mich holen können. Der ist ja richtig Notgeil und hat es nötig.... Naja du musst wissen ob du den wirklich behalten willst, such dir doch einen feinfühligeren.

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  • Mimi am 08.06.2018 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Für mich wäre das ein Grund für die Trennung. Ich könnte mich nie von meinem Freund so behandeln lassen. Gleiches Recht für alle

Die neusten Leser-Kommentare

  • L.Riman am 08.06.2018 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Beziehung

    Da läuft anscheinend sexuell nichts ohne Pornokonsum. Null Emotionen, null Gefühle und reinen mechanischen Sex aus Geilheit. Ob das Freude bereitet oder Spass macht?

  • PS;L am 08.06.2018 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Auge um Auge

    Da sind halt einige doch gleicher als Andere... Schade, das Selbstbewusstsein des Mannes scheint mir nicht gerade ausgeprägt im Gegensatz zu dem der Frau... Respekt für den offenen Dialog.

  • Herbert Mast am 08.06.2018 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Liebe

    Der Mann liebt dich doch gar nicht. Offensichtliches Verhalten, er will nur den Sex, der Rest ist ihm egal. Als Frau würde ich ganz klar die Trennung suchen.

  • Christian am 08.06.2018 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Porno- vs. Horrorfilm

    Hört doch endlich auf alles als Krankheit klassifizieren zu wollen - DAS ist pathologisch! Es ist unbestritten dass manche Menschen mit dem Pornokonsum in eine Abhängigkeit geraten. Warum das so ist lässt sich aber nicht so einfach eruieren. Sicher ist nur, dass es NICHT am Suchtobjekt selber liegt. Das ist kein Heroin oder Nikotin, das eindeutige Effekte im Organismus bewirkt. Konflikte wegen solchem Konsumverhalten können NUR auf persönlicher Ebene besprochen werden und bedürfen keiner medizinischen Intervention (Heilung). Pornos stellen nur in Einzelfällen ein Gesunheitsrisiko dar.

  • WaleLi am 08.06.2018 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinsam schauen

    Schaut doch die Pornos gemeinsam, da werdet ihr beide zusammen geil und habt Lust aufeinander.

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


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