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Doktor Sex

27. März 2015 10:31; Akt: 27.03.2015 10:31 Print

«Weil er impotent ist, haben wir keinen Sex!»

Ohne Geschlechtsverkehr zu leben, ist für Ursula kein Problem. Da sie von ihrem Mann aber auch keine Zärtlichkeiten mehr bekommt, wird es für sie zunehmend schwierig.

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Krankheiten können die Sexualität in einer Beziehung stark verändern. (Symbolbild: Colourbox.de)

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Frage von Ursula (36) an Doktor Sex: Seit über zehn Jahren haben mein Mann und ich keinen Geschlechtsverkehr mehr, weil er impotent ist. Was mir aber vor allem fehlt, sind die Zärtlichkeit und das kuschelige Zusammensein. Das würde ja rein technisch gesehen problemlos gehen. Trotzdem findet nichts dergleichen statt. Alles Reden und Erklären meinerseits bringt nichts. Von ihm kommt nur Schweigen. Sprechen Männer nicht über solche Probleme? Mir fehlt etwas. Wozu bin ich denn verheiratet? Bis jetzt war ich ihm stets treu. Doch wenn jetzt ein Mann käme, der mir Zärtlichkeit schenken würde, könnte ich für mich nicht mehr die Hand ins Feuer legen – auch wenn ein Seitensprung überhaupt nicht mein Stil ist. Was rätst du mir?

Umfrage
Kriegst du von deinem Partner | deiner Partnerin genug Zärtlichkeit?
21 %
17 %
6 %
5 %
9 %
6 %
11 %
7 %
16 %
2 %
Insgesamt 3459 Teilnehmer

Antwort von Doktor Sex

Liebe Ursula

Anstelle des Begriffs Impotenz wird heute von einer erektilen Dysfunktion gesprochen. Damit wird das anhaltende oder wiederkehrende Unvermögen bezeichnet, eine ausreichende Erektion für eine sexuelle Aktivität zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Die allermeisten Männer erleben es, dass ihr Penis ab und zu nicht oder zumindest nicht ausreichend steif wird. Dabei handelt es sich aber in der Mehrzahl der Fälle um vorübergehende Episoden, die aus medizinischer Sicht harmlos sind. Von einer ernsthaften und chronischen Krankheit wird erst gesprochen, wenn der Zustand länger als sechs Monate anhält.

Erektionsstörungen – auch wenn sie nur kurzzeitig auftreten – führen bei den meisten Männern schnell zu grossen Verunsicherungen. Und chronische Formen, wie sie bei schweren Erkrankungen oder nach Operationen auftreten, können einen Mann komplett aus der Bahn werfen und sein Selbstvertrauen massiv erschüttern. Dies hat auch Folgen für seine Beziehung. Manche Männer verstummen und ziehen sich zurück. Sie glauben, durch das Vermeiden von Gesprächen und Körperkontakt Selbstzweifel und Schamgefühle unterbinden zu können. Ich vermute, dass auch dein Mann diese Bewältigungsstrategie anwendet.

Wie du schreibst, hält dieser Zustand bereits seit zehn Jahren an. Deine Klage über sein Verhalten kommt also reichlich spät und es dürfte schwierig sein, nun auf die Schnelle etwas zu verändern.

Wichtig scheint mir, dass du dein Bedürfnis nach Zärtlichkeit und kuscheligem Zusammensein unmissverständlich kommunizierst und gleichzeitig klarmachst, dass du nicht länger bereit bist, darauf zu verzichten. Unterlasse jedoch dramatische Inszenierungen und Aussagen wie «Wozu bin ich denn verheiratet?». Diese bewirken das Gegenteil dessen, was du anstrebst. Das Gleiche gilt für übertriebene Mitleidsbekundungen.

Sprich von dir, bleib sachlich und zeig deinem Mann, dass es dich interessiert, wie es ihm geht. Frag ihn, wie er mit seinem Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit umgeht. Erwarte jedoch nicht zu viel. Wahrscheinlich wird es mehrere Versuche brauchen, bis er seine Sprachlosigkeit überwinden kann. Möglicherweise weigert er sich auch, mit dir darüber zu reden. Bitte ihn in diesem Fall, mit dir zusammen eine Paartherapie zu beginnen. Falls er auch auf diesen Vorschlag nicht einsteigt, empfehle ich dir, allein eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Viel Erfolg!

(wer)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Liebe und Sex sind nicht gleiche. Dass man sie voneinander abhängig macht, ist meines Erachtens ein fataler Fehler. Überhaupt wird durch die monogame Ausschliesslichkeitsforderung unserer Kultur die Sexualität in die Enge getrieben, auf die Dauer geschwächt, ihrer Lebendigkeit beraubt. Die Sexualität ist etwas Wildes und das Wilde in einem Käfig verliert seine Frische, seine Lebendigkeit, seine Schönheit, ja auf die Dauer seinen Lebenswillen. Monogamie mag wichtige menschliche Bedürfnisse befriedigen, wie das Bedürfnis nach Sicherheit, für die Sexualität ist sie aber verheerend! – Sonusfaber

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Müller am 27.03.2015 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    An dieser Stelle Daumen hoch für Ursula, dass sie so lange treu ist! Sonst wird "Mein Mann gibt mir nicht das, was ich brauche" immer als Ausrede fürs Fremdgehen gebraucht. Bei dir würde ich es aber verstehen und du versuchst auch aktiv was zu ändern. Super Frau!

  • Linus am 27.03.2015 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprich deutliche Worte

    Das tönt jetzt aber sehr einseitig! Impotent ist Impotent ! Sie haben seit 10 Jahren kein Sexualleben, dann darf das Wort Impotent wohl in den Mund genommen werden.Und nein , sie soll sagen was sie will, mit klaren, deutlichen Worten. Auf ihn wurde lange genug Rücksicht genommen! Viel zu oft wird heute nur noch um den Brei herum geredet! Aber was ich nicht verstehe, wie komm er auf die Idee wenn er nicht kann seine Frau nicht anders zu befriedigen ? Er muss doch wissen das er sie so auf Dauer nicht halten kann?

  • Martin am 27.03.2015 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Passende Worte

    Ziemlich heikle Angelegenheit. Find aber den hier gegebenen Rat gut. Aber wirklich unbedingt passende Worte wählen: Das "wieso bin ich dann verheiratet" ist das Eine. Aber auf keinen Fall solltest du das mit deinen Seitensprung Absichten/ Gedanken erwähnen. Damit zerstörst du sein Selbstvertrauen komplett. Er sieht es dann als offiziell bestätigt an, dass er nicht mehr als "vollwertiger" Mann angesehen wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rainbow am 27.03.2015 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht mir ähnlich :(

    Respekt, 10J.!! Ich (w/30) finde die Situation seeehr schwierig&kann sie auch nachfühlen aus eigener Erfahrung momentan..:( Ich weiss schon, dass Druck das Falsche ist!! Aber es ist teilweise auch sooo schwierig ständig Geduld für aalles aufzubringen!:/ trotzdem nützt mir der Tipp "dann verlass ihn" auch nichts, weil man liebt diese Person!! Manchmal weiss ich nicht, ob iiirgendjemand anders in der Schweiz auch eine ähnliche Situation hat und auf Sex verzichten muss (Liebe und Nähe ist aber ausreichend da!:) in diesem jungen Alter, weil der Freund Tabletten nehmen muss und in Therapie geht..:/

  • Taiga Wutz am 27.03.2015 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    10 Jahre Impotent? Es gibt seit etwa 17 Jahren Viagra. Oder andere Behandlungsmöglichkeiten. Irgendwie habe ich das Gefühl, da steckt mehr dahinter, eine Geliebte oder verdrängte Homosexualität. Mach mal den Vorschlag zu einer medizinischen Behandlung.

  • Frau am 27.03.2015 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer's glaubt...

    Das klingt meiner Meinung nach sehr aufgesetzt...Ich glaube diese Story nicht! Eine 36jährige Frau, die 10 Jahre mit einem impotenten Mann verheiratet ist? Wer's glaubt....!

  • Claudia am 27.03.2015 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problemorientiert handeln

    Das ist sicher eine lange Zeit und super von dir hast du durchgehalten.Jetzt bist aber du an der Reihe und musst auf dich auch schauen.Ich würde eine Paartheraphie vorschlagen.Wenn er nicht mitzieht,vor volendete Tatsachen stellen so hart es klingt.Bevor du einen Fehler machst,und fremdgehst.Den das würde eure Liebe zerstören nur weil das Problem noch nicht gelöst ist.Ich bin zuversichtlich für dich dass du ihn überzeugen kannst Hilfe zu holen und es wenigstens zu versuchen.Viel Erfolg!

  • Marc am 27.03.2015 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfähig

    Immer ist der Mann schuld. Frauen werden immer als heilige dargestellt, unantastbar. Dabei liegt der fehler allermeistens bei der Frau.

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Bruno Wermuth ist Einzel-, Paar- und Sexualberater mit eigener Praxis in Bern und Zürich. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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