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Lüthis Kolumne

15. Juli 2014 17:00; Akt: 15.07.2014 23:48 Print

Einmal sehen ist besser als tausendmal hören

André Lüthi hat Nordkorea bereist – und einen anderen Eindruck erhalten, als er erwartet hatte.

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Vor kurzem bin ich mit 15 Schweizerinnen und Schweizern aus Nordkorea zurückgekehrt. Ich führte die Gruppe durch Teile des wohl am meisten abgeschotteten Land auf diesem Planeten. Unter anderem waren wir drei Tage mit Rucksack und Zelt unterwegs und konnten noch unbekannte Ecken des Landes entdecken. Nordkorea – soll man dieses Land überhaupt besuchen? Ist Boykott das Richtige? Die Meinungen gehen weit auseinander.

Für mich ist es klar. Wenn gereist wird, kommen Informationen in ein Land und es werden Informationen hinaus getragen. Das Reisen ist ein kleines Mosaiksteinchen um ein System, eine Denkhaltung langsam aufzuweichen. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Tourismus viel dazu beigetragen hat, dass sich in den letzten Jahren zum Beispiel in Myanmar (Burma) viel verändert hat – sicher nicht nur zum Guten, aber er hat doch auch zur Öffnung des Landes beigetragen.

Wir trafen in Nordkorea auf vieles, das wir nicht erwartet haben. Auf die Einwohner in Pjöngjang, die mit Smartphones durch die Strassen flanierten. Auf dem Lande auf Bauern beim Pflanzen des Reises, wie in vielen anderen Ländern in Asien. In der Universität in Pjöngjang unterhielt sich meine Gruppe eine Stunde mit Studenten, die Deutsch studierten. Wir trafen in der Metro auf lachende Menschen, die uns freundlich grüssten. Wir haben uns in einer Bierhalle unter Hunderte von Einheimischen gemischt.

Ist das Nordkorea? Sind wir naiv auf eine Show hereingefallen? Nein. Doch wir haben sicher nicht alles gesehen, und vieles, das in diesem Land geschieht, ist schwerstens zu verurteilen. Wie in jedem anderen Land, in dem die Menschenrechte missachtet werden. Doch Nordkorea hat uns alle auch verwirrt. Wir haben nicht das vorgefunden, was wir in unseren Köpfen hatten; was wir gelesen haben in unseren Medien.

Deswegen werde ich, im Wissen, dass mich viele nicht verstehen, weiterhin Reisen – auch in heikle Länder. Mit kritischer Haltung und Offenheit. Weil einmal sehen immer noch besser ist als tausendmal öören.

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