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28. Juli 2015 22:18; Akt: 04.08.2015 16:59 Print

BBQ, Bourbon und Elvis Presley

von Pascal Meister - Wer nach Tennessee fährt, muss vor allem drei Sachen mögen: Musik, Whiskey und Fleisch vom Grill.

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Der umfasst die Bundesstaaten Tennessee und North Carolina. Er beheimatet einen der ältesten Wälder der Welt und ist mit über 130 verschiedenen Baumarten ein botanisches Paradies. Bis ins 19. Jahrhundert lebten vor allem Cherokee- Indianer in dieser Gegend, bevor die Zwangsumsiedelung 1835 unter Präsident Andrew Jackson erfolgte. Seit 1983 ist der Park UNESCO-Weltnaturerbe. An der in Memphis lebt Elvis Presley weiter. Diese bronzene Statue von Andrea Lugar wurde 1997 auf der Elvis Presley Plaza enthüllt, nachdem sich Souvenirjäger an der weltweit ersten errichteten Elvis-Statue von 1980 zu schaffen gemacht hatten. Dieses Original steht nun im Memphis Tennessee Welcome Center. Auffallend an der neuen Statue sind vor allem die Kleider von Elvis, die ihn als jungen Musiker vor seinem Durchbruch zeigen, bevor extravagante Anzüge und Hosen sein Markenzeichen wurden. Vom aus eroberte der King of Rock'n'Roll die Welt. Das Studio, in dem auch Johnny Cash, Roy Orbison, B.B. King, Ike Turner und Jerry Lee Lewis ihre HIts aufnahmen, ist heute ein Museum. Jährlich wird es von rund 125'000 Touristen besucht. Zu Hause bei Elvis: Der King of Rock n Roll hatte ein Flair für Kitsch und Glamour. Der Tiffany Room ist nur eines von vielen sonderbar schönen Zimmern seiner Villa . Nebst den Wohnräumen mit vergoldetem Flügel und plüschigen Badezimmern gibt es auch seinen Wagenpark und und die Privatflugzeuge zu bestaunen. Elvis Bühnenkleidung darf natürlich auch nicht fehlen. Viele Anzüge, die in seinem Leben von Bedeutung waren, finden sich in Graceland hinter Glas. Dazu gehört auch seine US-Army-Uniform aus seiner Dienstzeit. Die Korridore zu den verschiedenen Zimmern sind mit goldenen Schallplatten an den Wänden dekoriert. Auch Souvenirläden mit allerlei Elvis-Memorabilien vom Elvis-Kaffelöffel bis zur Elvis-in-Concert-Puppe sind auf dem Anwesen verteilt. Obwohl viele Verschwörungstheoretiker behaupten, dass Elvis lebt, sieht die Wahrheit etwas anders aus. Im Meditationsgarten von Graceland wurde der King nach seinem Tod neben seinen Eltern und seiner Grossmutter bestattet, nachdem versucht worden war, seinen Leichnam vom örtlichen Friedhof zu entwenden. Der König des Rock n Roll verstarb im August 1977 im Alter von 42 Jahren im Badezimmer seines Hauses an einem Herzinfarkt, in Zusammenhang mit einer schweren chronischen Darmerkrankung. Auf dem Balkon vor Zimmer 306 des wurde am 4. April 1968 Martin Luther King Opfer eines Mordanschlags. Als Attentäter nahm die Polizei den Rassisten James Earl Ray fest. Dieser wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, in der er 1998 starb. Dexter King, Sohn von Martin Luther King, zweifelte jedoch die offizielle Version an und war von der Schuld Rays nie überzeugt. Er unterstützte Ray im Kampf um ein neuerliches Verfahren. Heute ist das Lorraine Motel ein Bürgerrechtsmuseum und behandelt den Kampf der Schwarzen für Gleichheit in den 60er-Jahren der USA. : Am Broadway von Nashville spielt wortwörtlich die Musik. Barbecue Restaurants und Live-Musik-Kneipen sorgen für das stimmungsvolle Ambiente. Nicht weit davon entfernt, an der 5th Avenue, steht die Country Music Hall of Fame. Kostüme von Tex Ritter, Johnny Cash und Willie Nelson sowie deren Musikinstrumente sind nur ein kleiner Teil einer grossen Hommage an die Country Musik. In den Country-Kneipen herrscht immer gute Stimmung, egal ob es in Strömen giesst oder die Sonne scheint. Aus den Lautsprechern der Kneipen dröhnen Ohrwürmer von Dolly Parton, Hank Williams und Kris Kristofferson. Aber auch Cover- Bands geben jeden Abend ihr Bestes. Nach Einbruch der Dunkelheit hält es am Broadway von Nashville niemand mehr auf seinen Sitzen. made in Tennessee: Das amerikanische Barbecue ist eine Religion für sich. Über Stunden hinweg werden marinierte Fleischstücke mittels der Methode des Niedergarens in riesigen Smokern zum Verzehr vorbereitet. Jeder Staat ist dabei stolz auf seine Marinade. Während in Texas mit Coca-Cola und Ahornsirup mariniert wird, kommt in Tennessee eine gute Portion Jack Daniels über das Grillgut. Butterzarte, köstlich nach Rauch riechende Spareribs sind die Folge fachmännisch perfekter Ausführung am Grill. Um die ranken sich viele Legenden. Auf einer Tour mit anschliessender Degustation geht man vielen davon auf den Grund. Ist die markante, viereckige Jack-Daniel- Flasche deshalb viereckig, weil man mit dem Kauf einen «square dea»l (fairen Handel) getätigt hat? Und starb Jack Daniel tatsächlich auf Grund einer Blutvergiftung, die er sich holte, als er betrunken auf seinen Safe eintrat, weil er sich nicht an die Zahlenkombination erinnern konnte, und dabei einen rostigen Nagel erwischte?

Zum Thema
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Mit seiner anmutigen Landschaft und kulturellen Vielfalt lockt Tennessee die Urlauber in den Süden. Der Great Smoky Mountains National Park an der Grenze zu North Carolina ist der meistbesuchte Nationalpark der USA. Nebelfetzen, die wie Rauch zwischen den Bäumen hängen, gaben dem Naturschutzgebiet seinen Namen. Das Sightseeing schlechthin gibt es jedoch nicht. Die Natur als solche ist das Spektakel. Viele kleine Wasserfälle, überwachsene Höhlen, zerklüftete Felsen und historische Blockhäuser sorgen für die wichtige Ruhe im musikverrückten Tennessee.

Blues, Rock ’n’ Roll und zwei Kings

Das Herz des Staates schlägt an zwei Orten. Memphis wird als «Hauptstadt des Blues» und die «Wiege des Rock ’n’ Roll» bezeichnet. In den Kneipen an der Beale Street hat die musikalische Vergangenheit überlebt. Der von W.C. Handy hier geschriebene Memphis Blues hielt die altehrwürdige Strasse am Leben, wo sie nun dank einem aufwendigen Renovierungsprogramm in neuem Glanz erstrahlt.

Prunkstück der Stadt ist aber Graceland, Elvis Presleys herrschaftliche Villa. Aus aller Welt strömen Fans des Kings in dessen langjähriges Wohnhaus. Die Pilgerstätte führt durch liebevoll restaurierte Zimmer, vorbei an all den Goldenen Schallplatten, Gitarren und exzentrischen Kostümen an den Wänden bis zu seinem Grab im Garten. Das Sun Studio, in dem seine Karriere einst begann, liegt gleich nebenan. In diesem Tonstudio liegen aber nicht nur die Anfänge von Elvis und Rock ’n’Roll. Inhaber Sam Phillips entdeckte auch Johnny Cash, Roy Orbison und Jerry Lee Lewis.

Am Stadtrand wird in einem Gebäude des zweiten bekannten King gedacht. Auf dem Balkon des einstigen Lorraine Motels wurde im April 1968 Martin Luther King Opfer eines Mordanschlags. Heute befindet sich ein eindrückliches Bürgerrechtsmuseum darin.

«Little Vegas» mit Live Musik

Tennessee bildet zusammen mit Texas und Kentucky die Dreifaltigkeit des Barbecues. Nashville ist durch die jährlich stattfindende BBQ-WM jedoch weltweit für das über mehrere Stunden geräucherte Grillgut bekannt. Am Broadway von Nashville reihen sich Restaurants, Rockabilly-Kneipen und Honky Tonk Bars aneinander.

Wie in Las Vegas funkelt alles am Strip von Nashville, ein Hard Rock Café wacht über die Partymeile und aus allen Ecken und Enden dringt Live-Musik und der Geschmack von gebratenen Steaks auf die Strasse. Die Country Musik ist der treuste Wegbegleiter beim Abendessen. Patsy Cline, Dolly Parton und natürlich Johnny Cash, einst prominentester Einwohner, spielen die Hitparade von damals rauf und runter. Aber es sind auch die überzeugenden Bands vor Ort, die hier in den zahlreichen Bars für Stimmung sorgen und der Stadt Charme und Charisma verleihen. Egal ob Cover-Songs oder selbst getextet, die nasalen oder tief harmonischen Country-Stimmen der Sänger vermitteln nostalgische Gefühle.

Hort der Prohibition

Ob in Memphis oder Nashville: Harte Kerle trinken Whiskey. Und Tennessee ist stolz auf seinen Jack Daniel’s. In der Kleinstadt Lynchburg steht die von Jasper Newton Daniel, genannt Jack, 1866 gegründete Destillerie, die den heute wohl bekanntesten Bourbon der Welt verkauft. Auf der kostenlosen Tour mit anschliessender Degustation erfährt man auch, dass die Prohibition in Lynchburg paradoxerweise nie verschwunden ist. Denn in der 6000-Seelen-Stadt ist der Kauf von Alkohol bis heute strengstens untersagt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eve Morgenroete am 28.07.2015 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tennessee

    Ich habe 3 Jahre in Kentucky gelebt und besuchte Nashville und Memphis einige Male. Auch die Great Smoky Mountains habe ich mehrmals bewandert. Tennessee ist ein sehr interessanter und vielseitiger Staat mit freundlichen Menschen. Die Bilder lösen ein bisschen Heimweh aus...:-)

  • Mr. Jack am 28.07.2015 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Halt Stopp!

    Jack Daniels ist kein Bourbon, das ist ein Tennessee Whiskey, das ist was eigenes. Degustation gibt es bei Jack Daniels auch nicht, ausser Limonade darf man dort nichts Trinken. In Lynchburg (Moore County) ist der Ausschank von Alkohol immer noch verboten.

    einklappen einklappen
  • Zweistein am 28.07.2015 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alleswisser

    Jack Daniels ist eigentlich kein richtiger Bourbon sonder ein Tennesse-Wheiskey, der Unterschied ist aber minimal.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Benedictum Benedactum am 29.07.2015 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Alkohol

    Soweit ich mich erinnere, ist Jack Daniels, aber z.B auch die Dickel Disitillierie in einem " Dry County" wo kein Alkohol ausgeschenkt werden darf! Wir probierten bei J D Hollundersirup!

  • Mr. Jack am 28.07.2015 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Halt Stopp!

    Jack Daniels ist kein Bourbon, das ist ein Tennessee Whiskey, das ist was eigenes. Degustation gibt es bei Jack Daniels auch nicht, ausser Limonade darf man dort nichts Trinken. In Lynchburg (Moore County) ist der Ausschank von Alkohol immer noch verboten.

    • hpt am 28.07.2015 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      hmm..

      Es gibt für 10 Dollar eine Tour mit anschliessender Degustation von 3 verschiedenen Sorten, war letzte Woche dort!

    • Figo am 29.07.2015 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Tennessee Whiskey

      Degustation gibts, kostet einfach 10$ :-) Tennessee Whiskey ist durch Kohle aus Maple Wood gefilterter Bourbon. Super empfehlenswere Tour übrigens, war vor 5 Tagen da ;-)

    • Mr.Jack am 29.07.2015 06:41 Report Diesen Beitrag melden

      Ach so

      Okay, dann hat sich das geändert. Ich war vor 2 Jahren dort da war noch nichts mit Degustation....

    • Tennessee am 29.07.2015 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      Whiskey kaufen

      Im Souvenier-Shop der Destillerie kann man ausserdem Whiskey kaufen...

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  • Zweistein am 28.07.2015 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alleswisser

    Jack Daniels ist eigentlich kein richtiger Bourbon sonder ein Tennesse-Wheiskey, der Unterschied ist aber minimal.

  • Eve Morgenroete am 28.07.2015 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tennessee

    Ich habe 3 Jahre in Kentucky gelebt und besuchte Nashville und Memphis einige Male. Auch die Great Smoky Mountains habe ich mehrmals bewandert. Tennessee ist ein sehr interessanter und vielseitiger Staat mit freundlichen Menschen. Die Bilder lösen ein bisschen Heimweh aus...:-)

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