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23. August 2015 11:23; Akt: 03.09.2015 14:32 Print

Das Kalifornien jenseits von L.A. und Frisco

von Pascal Meister - Touristen trifft man in Kalifornien überall an. Doch erst abseits der Grossmetropolen zeigt sich die Schönheit und Vielfalt des Golden State.

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Old Town Sacramento: Die einstige Goldgräberstadt erstrahlt nach umfassender Restaurierung in neuem Glanz. Zu den Hauptattraktionen gehören unter anderem die westlichste Poststelle des Pony Express, des ersten Postversandsystems der USA, sowie das kalifornische Eisenbahnmuseum mit alten Dampflokomotiven aus den 1860er Jahren. Palmen säumen den Weg zum State Capitol von Kalifornien in Sacramento. Das 1874 fertiggestellte Regierungsgebäude ist ein Nachbau des Kapitols in Washington D.C und beherbergt die Legislative des Staates sowie das Büro des Gouverneurs. Von 2003 bis 2011 war es der Arbeitsplatz von Arnold Schwarzenegger. Im (nachgebauten) Ledson Castle mitten im Napa Valley warten auf Weinfreunde Rot-und Weissweine, die in Europa im Handel nicht erhältlich sind. Mit der typisch amerikanischen Gastfreundschaft wird man im Schloss willkommen geheissen. Das enthusiastische Personal geizt nicht bei der Degustation. Die Weine von Robert Mondavi gehören zu den bekanntesten und besten der Welt. Diese Rebstöcke erstrecken sich über hunderte von Metern entlang des Weinguts. Für Betrachter ist es fast unmöglich abzuschätzen, wo ein Weingut endet und wo ein neues beginnt. Das Landschaftsbild von Napa und Sonoma ist voller Rebberge und Hügellandschaften, wie man sie sonst nur aus der Toskana kennt. Die Yosemite Falls im Yosemite-Nationalpark sind mit 739 m die zweithöchsten Wasserfälle der Welt, die einstufig in die Tiefe donnern. Nur die Salto-Angel-Fälle in Venezuela mit 979 m Fallhöhe sind noch höher. Ein relativ sportlich angelegter Wanderweg führt über 5,.5 Kilometer von den Lower Falls bis zum oberen Ende des Wasserfalls. Für diese abenteuerliche Wanderung ist vor allem eines essentiell - man sollte absolut Schwindelfrei sein. Vor fünf Millionen Jahren trocknete an dieser Stelle im Death Valley ein Fluss aus, der uns diese skurrilen Sedimente und Gesteinsformationen hinterliess. Der Ort ist bekannt als Zabriskie Point und gehört zu den absoluten Topadressen in der Mojave-Wüste. Mit dem Auto ist die Aussichtsplattform relativ einfach zu erreichen, der Weg dahin zieht sich jedoch in die Länge. Bevor man als Reisender ins Tal des Todes fährt, sollte man sicherstellen, dass man über genug Wasser- und Benzinvorräte verfügt. Der Joshua-Tree-Nationalpark birgt so manches Geheimnis. In den 1950er- und 60er-Jahren war er Heimat vieler Hippies und Aussteiger. Manche von ihnen kehrten aus der Wüste nie zurück und gelten bis heute als verschollen. Einer der bekanntesten Ausreisser war der Musiker Gram Parsons, der nach seinem frühen Tod hier kremiert wurde. Wegen der dünnen Atmosphäre, des dunklen Nachthimmels und der trockenen Wüste ist der Joshua Tree ein Paradies für Astronomen, die sich der kristallklaren Nächte regelmässig erfreuen. Acht Kilometer entfernt vom Fischerdorf Bodega Bay steht das Potter-Schulhaus und die Saint Teresa of Avila-Kirche. In Alfred Hitchcocks Klassiker «Die Vögel», werden in einer der bekanntesten Szene der Filmgeschichte Schulkinder nach dem Verlassen des Gebäudes von Vögeln angegriffen und rennen den kleinen Weg zur Hauptstrasse hinunter. Ein für Touristen angelegter Pfad führt an allen Sehenswürdigkeiten des Films vorbei. Touristen kommen aber auch wegen des hervorragenden Essens in die Kleinstadt nördlich von San Francisco. Nahe der Neverland-Ranch von Michael Jackson liegt das Städtchen Solvang. Die Stadt wurde 1911 von dänischen Einwanderern gegründet und dementsprechend auch sehr dänisch gestaltet. Dänische Spezialitäten finden sich überall in der Stadt - von der Bäckerei bis zum Fischrestaurant. Die Tavernen des schmucken Ortes werden jeden Tag aufs Neue von Touristen belagert. Donner-Party Denkmal: 1846 versuchten 81 Siedler aus Illinois nach Kalifornien zu gelangen. Auf Grund von vielen Fehlentscheidungen wurden die Reisenden in der Sierra Nevada vom Winter überrascht woraufhin 34 Personen, darunter Treckführer George Donner an Hunger und Kälte verstarben. Das 6.7m hohe Denkmal an der Stelle, an der ein Grossteil der Reisegruppe einst eingeschneit wurde, ist exakt so hoch wie die Schneeverhältnisse im Winter von 1846/47.

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Wer Kalifornien hört, denkt sofort an Hollywood, die Glitzerwelt, an die Schönen und Reichen, die breiten Strände von Santa Monica, die Ausgangsmetropole San Diego und die Kulturstadt San Francisco. Doch jenseits der Grossstädte kommen auch ganz andere Ortschaften und Naturwunder zum Vorschein.

Die unbekannte Hauptstadt

Es ist weder L.A. noch San Francisco, sondern Sacramento. Als sich die Kunde vom Goldrausch 1849 verbreitete, wurde aus der einfachen Siedlung eine brodelnde Metropole. Die Stadt prahlt etwas mit ihrem pompösen Kapitol der Marke Klassizismus, doch begeistert umso mehr mit den Hunderten von restaurierten Gebäuden aus der Zeit des Goldrauschs. Östlich der Stadt schlängelt sich ein Highway durch die prächtige Berglandschaft über den legendären Donner-Pass der Sierra Nevada entgegen. Ein Denkmal erinnert in Truckee an die berüchtigte Donner-Reisegruppe, die hier im Winter 1846 eingeschneit und in ihrer Not zum Kannibalismus gezwungen wurde.

Im legendären Sonoma- und Napa Valley gedeiht Rotwein, der auf der ganzen Welt geschätzt wird. Im spanisch geprägten Tal kann man eine ausgeschilderte Weinroute abfahren und bei grossen sowie kleinen Weingütern deren Produkte degustieren. Klangvolle Namen wie Robert Mondavi, Sutter Home und Beringer grüssen dabei unter der kalifornischen Sonne. Sogar ein Zug, der Napa Valley Train, fährt durch die Weinberge, ausgestattet mit edlen Tropfen der Region.

Glutofen Amerikas

Drei der bekanntesten Nationalparks der USA liegen in Kalifornien. Im Yosemite-Nationalpark gibt es einen Wasserfall zu sehen, der 739 Meter in die Tiefe donnert sowie eine monumentale Felsenkuppel, genannt Half Dome, die dreimal so gross ist wie das Empire State Building und Kletterfreunde auf der ganzen Welt herausfordert.

In der über 50 Grad heissen Mojave-Wüste liegt mit dem Death Valley Park der Glutofen Amerikas. Mit 86 Metern unter dem Meeresspiegel ist das Badwater Bassin der tiefste Punkt der USA. Im Tal des Todes dürfen sich Reisende aber dennoch auf atemberaubende Gesteinsformationen wie den Zabriskie Point freuen, eine skurrile Felslandschaft in der Mitte des Parks.
Im Hinterland des Joshua-Tree-Nationalparks wandert man durch Agavengewächse und Yucca-Kakteen, die sich vor allem am Abend, unter klarem Sternenhimmel, majestätisch im Mondschein wie stumme Wächter gegen den Himmel abheben und zum Campieren animieren. Auch verlassene Oldtimer von Hippies, die hier einst den ultimativen Kick suchten und nie aus der Wildnis zurückkehrten, sind im Park keine Seltenheit und gehören, ebenso wie deren Geschichte, zur Legendenbildung des Joshua Tree.

Hitchcock-Stimmung und dänisches Ambiente

In der Bucht von Bodega Bay drehte Alfred Hitchcock einst seinen Klassiker «Die Vögel». Heute steht ein Fischrestaurant, das man sich nicht entgehen lassen sollte, an der Stelle, an der sich einst Möwen auf Tippi Hedren stürzten. Die Kirche und das bekannte Schulhaus aus dem Film liegen gleich um die Ecke.

Ein kalifornischer Insider ist die Ortschaft Solvang nahe Santa Barbara. Das dänische Dorf mit Windmühlen, Bäckereien und Restaurants sorgt für skandinavisches Flair im warmen Kalifornien. Eine lange Reise endet für Road Tripper meist hier an der Pazifikküste, wo auch ein ganzer Kontinent zu Ende geht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CS am 23.08.2015 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Living on Russian Hill

    Nennt diese Stadt bitte nie mehr "Frisco"! Nur Wannabes sagen sowas. Ein echter Bürger von San Franciso nennt sie schlich "The city".

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  • Helena am 23.08.2015 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht im Winter

    Mein Tipp: das Death Valley im Winter besuchen. Nachts kann es gegen 0 Grad gehen, dafür sind die 25-30 Grad tagsüber hervorragend geeignet, die surreale Landschaft auch mal zu Fuss zu erkunden. Wasser muss man auch dann immer genügend mitnehmen - aber es ist wunderschön!

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  • Doni am 23.08.2015 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Mono Lake

    Wenn man eh schon in der Gegend ist, lohnt sich ein Abstecher definitiv. Besonders im Abendlicht ist die surreale Landschaft einfach nur traumhaft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gentleman am 24.08.2015 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bevölkerung Top, Politik Flop

    Wir waren zu Dritt im 2011 im Westen Der USA unterwegs, 3500. Meilen voller Abenteuer und super Zeit. LA ist riesig aber verstreut, San Diego ist Cool, Vegas auch nur Nachts zu ertragen . Absolut Top. San Francisko, diese Stadt ist der Touristische Hammer und absolut Geil, Die Sierra Nevada und auch Tahoe waren absolut magisch!

  • traveller am 24.08.2015 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    2 weitere Tipps

    Der Anza-Borrego Desert State Park ist ganz nett, und für ganz Abenteuerlustige empfehle ich die Titus Canyon Road, wohl die spannendste Art, um von Nevada nach Kalifornien zu fahren (high clearance und 4WD empfohlen).

  • Illy Gulzer am 24.08.2015 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wie ein Verbrecher behandelt !

    Die Landschaft ist sehr schön, jedoch wird man von der TSA wie ein Sklave behandelt. Zudem hat eine Untersuchung ergeben, dass 90 % gemogelt werden kann bei der TSA. Da brauchen Sie sich gar nicht so aufführen. Der Body Scanner ist extrem gesundheits gefährlich ! Für mich ist dieses Ziel beendet. Die Hotels sind extrem heruntergekommen, kostet trotzdem 120 Dollar. Es geht Bergab 50 Mio leben von Essensmarken 23 % Arbeitslosigkeit. Tja Schade was das Zinseszins und das Private Geld alles kaputt macht !

    • Nicole am 24.08.2015 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Motelkette?

      wir haben zu 4 (2E&2K) nie über 65$bezahlt pro Nacht. Nur un SF waren es um die 80$ jeweils inkl. kleines Frühstück. Der Ganzkörperscaner kam nicht zum Einsatz. Gabs den überhaupt? (Kopfkratz) Die Leute waren sehr nett und sehr hilfsbereit. Amerika zum 3. ? yes!!

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  • Mike G. am 23.08.2015 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kalifornische Seen

    Die Seen gehörten auch noch erwähnt: Lake Shasta, Loon Lake, Lake Tahoe, Twin Lake, June Lake , Mono Lake (hier jedoch nicht baden da PH-Wert 10 was ein heftiges Kratzen bewirkt) - wunderschön mit viel Natur. Daneben gibt es in Nordkalifornien noch sehr viel zu sehen.

  • maya m am 23.08.2015 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super Viel zu bieten

    bin jedes Jahr wieder aufs neue begeistert, was dieses Land an schöner Landschaft zu bieten hat. Macht süchtig dort herum zu reisen.

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