Tattoo

25. Juli 2014 08:53; Akt: 25.07.2014 09:07 Print

Körperschmuck hat das Zeug zum Karrierekiller

von Sandro Spaeth - Tattoos gelten als hip – und als Privatsache. Dennoch kann der Körperschmuck über den Zuschlag für einen Job entscheiden.

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Sie stellen ihren Körperschmuck gern zur Schau: der Fussballer die tätowierte Engelsfigur, der Rockstar das Bibelzitat und der Cervelat-Promi die Initialen der grossen Liebe. Doch was ist mit dem Polizisten? Dem Bankberater oder der Verkäuferin? Für sie kann der Körperschmuck zum Karrierebremser werden – egal, ob er Jugendsünde ist oder Ausdruck eines aktuellen Lebensgefühls.

Wer beispielsweise Polizist werden möchte, hat mit Körperbemalung an Hals oder Arm viel schlechtere Chancen. «Tätowierungen, die beim Tragen eines Kurzarmhemdes sichtbar sind, werden nicht toleriert», schreibt die Stadtpolizei Zürich bereits in der Berufsbeschreibung. Restriktionen kennen aber auch Teile des Detailhandels, die Gesundheitsbranche oder die Finanzindustrie. So heisst es bei der Zürcher Kantonalbank: Bleibt das Tattoo fürs Auge unsichtbar, ist es reine Privatsache. «Ein auffälliges Tattoo ist bei Mitarbeitenden mit direktem Kundenkontakt aber sicherlich unpassend», so Sprecher Igor Moser.

«Tattoos haben das Zeug zum Karrierekiller»

Einzelne Firmen sprechen die Tattoos bei Jobs mit direktem Kundenkontakt bereits im Bewerbungsgespräch an. Darunter sind auch die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) «Damit können wir diesen Punkt gleich von Anfang an klären und es entstehen später keine Missverständnisse», sagt Personalchef Jörg Buckmann. Die Grundregel: Sichtbare Tattoos sind tabu.

Sind Tattoos also eine Karrierebremse? Konfrontiert mit dieser Frage geben sich die von 20 Minuten kontaktierten Firmen betont liberal. Der Tenor: Für Karriere und Aufstiegschancen sind die persönliche und fachliche Eignung ausschlaggebend. Pointierter äussert sich hingegen der VBZ-Personalchef: Auch wenn sich die Tattoos längst aus der Seemanns- oder Gefängnisecke entfernt haben, glaubt der Fachmann: «Tattoos haben immer noch das Zeug zur Karrierebremse oder gar zum Karrierekiller», so Buckmann. Das sei aber abhängig von der Hierarchiestufe und vom Tattoo selbst.

Erster Eindruck zählt

Klar ist: Bei Bewerbungsgesprächen zählt noch immer der erste Eindruck. Und um ihn zu korrigieren, gibt es keine zweite Chance. Sollen Bewerber darum ihre Tattoos fürs Bewerbungsgespräch abdecken? Karriereberaterin Anne Forster sagt auf dieser Frage: «Eine Tätowierung ist für viele Menschen Teil ihrer Persönlichkeit. Da muss der Bewerber selber die Frage beantworten, ob er einen Teil seiner Persönlichkeit zeitweise abdecken oder sogar entfernen möchte.»

Kein Problem sind Tattoos meist in Branchen, wo Modernität, Jugendaffinität und Trends grossgeschrieben werden, beispielsweise in der Sport-, Mode und Lifestylebranche. Hier gilt sichtbarer Körperschmuck als ästhetisch, cool und als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gregi am 25.07.2014 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche Tatoos

    Ich habe das Gefühl, dass sich viele tätowierte sich mit ihren tatoos als etwas darstellen wollen was sie nicht sind. Da wäre es sinnvoller an der Persönlichkeit zu arbeiten. Ein dezentes Tatoo mit einem Spruch, der ihm/ihr viel bedeutet, oder ein kleines Tribal, finde ich problemlos. Bei grossen Tattoos finde ich es ok, wenn es gut durchdacht ist, und man einen starken bezug zu dem Thema hat. Wer aber beispielsweise ein Löwe tätowiert, aber höchstens im Zoo einen Löwe gesehen hat, kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Auch Totenköpfe etc, finde ich einfach nur peinlich.

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  • Roberto Baggio am 25.07.2014 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    2014

    aber die, die die Welt zerstören tragen Anzüge und nennen sich Politiker. Ich bin auch tatowiert und bin Versicherungsberater. Muss auch mit Kritik leben von der Führungsetage. Porduziere jedoch mehr als meine nicht Tatowierten Kollegen. Umgebracht oder verletzt habe ich noch niemanden, auch im Gefänglnis war ich noch nicht. Steuern und Rechnungen bezahle ich auch pünktlich.

  • Zürcher am 25.07.2014 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Güte

    Der dritte Tag hinter einander ein Bericht über Tattoos. Wie böse sie sind und wie intolerant die Gesellschaft ist. Wollt ihr nicht lieber wieder über Cannabis diskutieren? Auch ein beliebtes Thema, dass immer und immer wieder die selben Kommentare hat. Tipp: Lebt euer eigenes Leben und wenns euch stört, dass jemand bisschen Farbe in der Haut hat, dann schaut ihn nicht an. Mich persönlich stören Schnäuze. Trotzdem soll dieses komische Ding doch tragen wers schön findet... Der Schweizer, kein eigenes Leben dafür will er allen anderen alles vorschreiben...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea am 07.08.2014 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Individuum

    Die Diskussion ist nicht pro/contra Tattoo. Jeder muss selbst entscheiden, ob er dies macht oder nicht. Die Gesellschaft muss schleunigst toleranter werden, jeder von uns ist ein Individuum, jeder sollte sein Gegenüber akzeptieren wie es ist, wegen einem Tattoo ist niemand ein schlechter Mensch! Denke, dass sich Tätowierte von der Norm abheben möchten, da in der heutigen Gesellschaft jeder gleich sein soll und wir sind nicht alle gleich! Bin selbst Geschäftsführerin und ein Tattoo wäre für mich absolut kein Problem beim Einstellen einer Person!

    • Laura am 23.06.2015 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      Stimme dir zu!

      Was hast du denn für ein Geschäft? Ich finde Tattoos sehr schön und akzeptiere jeden wie er ist. Es ist doch egal wie jemand aussieht (für mich ist es zumindest egal) solange man seinen Job mit Leidenschaft und gut macht. :)

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  • einmal andersrum am 26.07.2014 04:28 Report Diesen Beitrag melden

    Karrierehelfer

    Ich denke, Tatoo's könnten auch Karrierehelfer sein. Z.B. am Bankschalter ! Ein muskelbepackter, mit Anabolika vollgepumpter, und "mit Totenköpfen verschönerter Körper" könnte Eindruck machen, und evtl. sogar Bankräuber "einschüchtern" !!!

  • Patrizia Corti am 25.07.2014 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    ein bisschen überlegen...

    Ich bin tätowiert und habe Piercings. Meine Tattoos habe ich jedoch so gemacht, dass ich diese mit einer Uniform abdecken könnte. Mein Piercing in der Nase kann ich verstecken, Ohren nicht. Man muss sich halt Gedanken machen bevor man sich von der Nadel piksen lässt. Vor allem sollten es ja persönliche Sujets sein. Dann frag ich mich, wieso müssen diese dann allen immer präsentiert werden? Ist für mich dann nicht mehr persönlich sondern Mainstream. Meine Tattoos habe ich für mich gemacht und die müssen auch nicht allen gezeigt werden. Es gibt halt verschiedene tätowierte Menschen...

    • Äsch am 26.07.2014 01:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jep

      Du sprichst mir aus der Seele. Danke. :) Ich bin angehende Ärztin und tattoowiert. Nur habe ich vor dem stechen überlegt, wo es am besten wäre. Wenn ich meine Arbeitskleider anziehe, sieht sie niemand. Auch ich habe meine Tattoos für mich gestochen. Andere müssen sie ja nicht sehen. Sie haben für MICH eine tiefere Bedeutung und ich muss es nicht der Welt mitteilen.

    • Äsch am 26.07.2014 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jep

      Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin angehende Ärztin und Körperschmuvk gehört in meinem Beruf nicht zur Schau gestellt dazu. Ich bib zwar tattoowiert, habe mir jedoch vor dem "Eingriff" lange Gedanken gemacht. Meine Tattoos sind für MICH und nicht für die ganze Welt gedacht. Ich habe sie am Bein, wo ich sie zwar immer sehen kann, wenn ich will, aber wo sie unter Arbeitskleidern verschwinden.

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  • rh walker am 25.07.2014 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz normal...

    Ich finde es eher lächerlich wieder so eine Diskussion zu starten, es ist normal das man Tattoos entweder mag oder nicht mag. Dennoch sollte es jeder selber wissen wie er mit seinem Körper umgeht. Man sollte jedoch auch genug erwachsen sein um einen Menschen nicht auf seine Tattoos zu reduzieren. Schaut weg wen es euch nicht passt und reibt es anderen nicht unter die Nase wen ihr farbig wie ein Regenbogen seit. Meine Meinung.

  • Luca ''0_ô am 25.07.2014 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Anti Anti

    Warum werden für so einen Beitrag solch Hässliche Bilder verwendet? Ach jah klar...um die Disskusionen in der Komentarsparte aufzuhetzen...-.- Und nebenbei finde ich es geht hier nicht nur um ''hatt tatoo/hat kein Tatoo'' sondern jung gegen alt... ich denke in den meisten Fällen sind Anti tatoo komentare von über 40 Jährigen...da gibts auch einen grund. Die junge Generation ist einfach toleranter und vorurteilsloser. Und falls sie nicht meiner meinung sind habe ich noch 100 andere gründe die zeigen das dies so ist. Schreiben sie mir ruig. Ich bin für alle offen, ob mit oder ohne tatoo.

    • Ich am 25.07.2014 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Bin voll deiner meinung

    • Leck mich, Gesellschaft am 26.07.2014 01:23 Report Diesen Beitrag melden

      Die alte Frau

      Hm..also ich bin 43... jetzt 16 Tattoos und das letzte ist erst wenige Woche alt ^^ allerdings kann ich auch mit den wenigsten in meinem Alter was anfangen - SO will ich niemals sein o.O

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