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30. August 2019 16:31; Akt: 06.09.2019 16:17 Print

Was deine Zähne über dich verraten

Ob wir jemanden für kompetent, vertrauenswürdig oder sympathisch halten, entscheidet sich innert Sekunden. Die Zähne spielen eine besondere Rolle.

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Ueli Maurer war schon vor seiner Zeit als Bundesrat ein Freund der klaren Worte. Als er sich vor ein paar Jahren mit einem Verkäufer des Strassenmagazins Surprise zum Interview traf, sprach er die schlechten Zähne des Mannes an. Der Surprise-Verkäufer antwortete, ja, das sei ein Problem, er traue sich kaum, den Mund aufzumachen.

Das Gebiss verrät viel über den sozialen Status eines Menschen. Englische Forscher stellten in einer gross angelegten Studie mit über 6000 Probanden fest, dass die ärmsten 20 Prozent der britischen Senioren im Schnitt acht Zähne weniger aufweisen als die reichsten.

Auf alten Gemälden lächeln die Abgebildeten oft mit geschlossenem Mund. Man denke nur an die Mona Lisa. Eine Theorie dazu geht so: Isabella von Aragon, da Vincis Modell für sein berühmtestes Werk, besass mehrere Zahnlücken. Das entdeckten Skelett-Analysten der Bradford University im Rahmen einer dental-archäologischen Studie. Doch solch ein Gebiss wollte man nicht auch noch auf der Leinwand anschauen müssen. So entstand das berühmte Lächeln von «La Gioconda».

Der Zustand der Zähne ist kein rein ästhetisches Merkmal. Wir sind auch dazu programmiert, Menschen mit schlechten Zähnen weniger zuzutrauen. Tim Newton vom Londoner King's College fand heraus: Je weisser der Zahnschmelz und je gerader die Zahnstellung, desto eher schätzen wir jemanden als intelligent und sozial kompetent ein. Nicht umsonst wird angehenden Verkäufern eingebleut, im Gespräch stets zu lächeln. Doch ein strahlendes Lächeln steht nicht nur Verkäufern. Wir alle müssen im Alltag Zähne zeigen.

Beim Bewerbungsgespräch, beim ersten Date – wo der erste Eindruck entscheidet, ist ein schönes Lächeln von Vorteil. Wer seinen Mund kaum aufbekommt, weil er um sein schiefes Gebiss weiss, riskiert nicht nur eine undeutliche Aussprache, sondern auch Misstrauen beim Gegenüber. So entsteht ein Teufelskreis. Wer öfters lächelt, verfügt auch über mehr Selbstbewusstsein. Aber woher nimmt man das Selbstbewusstsein, mit schiefen Zähnen zu lächeln? Prinzessin Sofia von Schweden wurde die Scham aufgrund ihrer Zahnlücke irgendwann zu viel: vor drei Jahren liess sie sich einen Retainer einsetzen.

Heutzutage schauen die meisten so gut es geht zu ihren Zähnen. Und damit steigen die Erwartungen. Von Plakatwänden und Bildschirmen lächeln uns Models und Schauspieler stets mit perfekten Zahnstellungen an. So mancher frischgebackene Promi hat den ersten Gehaltscheck in sein Gebiss investiert. Paul Potts, der Tenor, der 2007 «Britain's got Talent» gewann, liess nach dem Finale als Erstes seine schiefen Zähne korrigieren. Und Fussballstar Roberto Firmino gönnte sich anlässlich seines ersten Profivertrags ein perfektes Siegerlächeln.

Auch Leute ohne Promistatus legen immer stärker Wert auf schöne Zähne. Die Zahl der Erwachsenen, die sich eine Schiene einsetzen lassen, steigt. Weil sie wissen: Wer sich öfter ein Lächeln getraut, wirkt besser auf andere und ist auch zufriedener mit sich und seinem Aussehen.