Warnung von Experten

04. Januar 2016 12:45; Akt: 04.01.2016 14:03 Print

Lernende Roboter als «existenzielle Bedrohung»

Bis in zehn Jahren sollen Maschinen fast die Hälfte der Arbeit in der Produktion ausführen können. Doch was passiert mit den Mitarbeitern, deren Job ersetzt wird?

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Tüfteleien an der maschinellen Lernfähigkeit: Präsentation eines zweiarmigen Roboters im Tesla Club in Budapest. (5. November 2015) (Bild: Keystone/Tibor Illyes)

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Computer werden immer schlauer. Einige Experten warnen, dass sie damit Menschen aus immer mehr Jobs verdrängen könnten, mit massiven sozialen Folgen. Wie schnell so etwas passieren kann, bleibt jedoch unklar.

Computer erkennen bereits heute Sprache und Handschrift, schlagen eine passende Antwort für E-Mails vor und erkennen Objekte in Fotos. Sie übersetzen Texte, sagen den Verkehr voraus und lenken selbstfahrende Autos. Und: Sie lernen dabei selbst dazu.

Maschinelles Lernen

Die Zeiten, in denen Maschinen sich nur stur an die von Menschen vorgegebenen Programm-Befehle halten konnten, sind vorbei. Der Schlüssel dafür ist neben Algorithmen für maschinelles Lernen die Explosion von günstig verfügbaren Rechenleistung und Speicher, mit denen die Verarbeitung gewaltiger Datenmengen in kürzester Zeit möglich wurde.

Die Grossen der Tech-Branche - Google, Apple, Facebook, Amazon, Microsoft - reissen sich um die klugen Köpfe, die Maschinen das lernen beibringen können. Das Ergebnis des Fortschritts durchdringt heute unseren Alltag, von der Anordnung der Waren im Supermarkt bis hin zur Auswahl der angezeigten Facebook-Einträge. Doch Experten warnen vor schwerwiegenderen Folgen des maschinellen Lernens für die Gesellschaft: Computer und Roboter werden in der Lage sein, viel mehr Jobs zu übernehmen, die heute von Menschen ausgeführt werden.

Roboter übernehmen

Analysten der Bank of America Merrill Lynch prognostizierten jüngst, dass zum Jahr 2025 rund 45 Prozent der Arbeit in der Produktion von Robotern ausgeführt werden dürften. Heute seien es zehn Prozent. Und der Silicon-Valley-Investor Joe Schoendorf warnt, dass der Trend sich nicht auf die Industrie beschränken werde: Die Computer kämen in die Lage, in grossem Stil auch die Jobs von Büro-Angestellten zu übernehmen.

«Wir haben die Konsequenzen davon noch nicht durchdacht», sagt der Branchen-Veteran, der in seiner Manager-Karriere unter anderem bei Hewlett-Packard und Apple gearbeitet hatte und seit Ende der 80er Jahre beim Risikofinanzierer Accel Partners ist. «Was machen wir mit all den Leuten, deren Jobs wir ersetzen?»

Keine Konsum-Nachfrage

«Wir treten in eine neu Ära ein», betonte auch der Autor des Buchs «Rise of the Robots» (Aufstieg der Roboter), Martin Ford, vor kurzem in einem Interview mit Bloomberg TV. «Ich denke nicht, dass es einen Weg gibt, die Roboter davon abzuhalten, unsere Jobs zu übernehmen», räumte er ein. Das werde man als Mensch wahrscheinlich auch nicht wollen, schliesslich habe die Technologie entscheidend zum heutigen Wohlstand beigetragen.

«Aber wir müssen uns anpassen und dafür sorgen, dass alle davon profitieren.» Ein Problem sei, dass Maschinen keine Konsum-Nachfrage erzeugten, die wichtigste Stütze der Volkswirtschaft. Eventuell sei dies mit Hilfe eines Mindesteinkommens lösbar, mutmasste Ford. Zugleich könne man sich aber auch eine Zukunft ausmalen, in der niemand eine Arbeit machen muss, die er nicht mag oder einen gefährlichen Job.

Neue Initiative von Elon Musk

Der Chef des Autobauers Tesla und der Weltraumfirma SpaceX, Elon Musk, warnte bereits vor der Gefahr zu kluger Computer mit künstlicher Intelligenz für die Menschheit. «Wenn ich schätzen müsste, was die grösste existenzielle Bedrohung für uns ist, würde ich vermutlich darauf tippen.» Zusammen mit anderen Silicon-Valley-Grössen wie LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman rief Musk die Initiative OpenAI ins Leben, die dafür sorgen soll, dass künstliche Intelligenz nicht nur für kommerzielle Zwecke eingesetzt wird. Für die Forschung wollen sie eine Milliarde Dollar lockermachen.

Die Technik hat aber auf jeden Fall noch einen langen Weg vor sich. «Künstliche Intelligenz zu meistern, hat sich als viel schwieriger als erwartet herausgestellt», räumte der zuständige Microsoft-Forscher Eric Horvitz bei einem Auftritt in der Elite-Uni MIT ein. Die Auswirkungen für die Zukunft seien unklar. Aber die Revolution bei selbstlernenden Maschinen sei da.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Terminator am 04.01.2016 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    "Terminator" bald Wirklichkeit?!

    Bald werden die Albträube aus Terminator Realität! Gut dass ich alle Filme gesehen habe, da weiss ich mich zu wehren :-)

  • Urs Willy am 04.01.2016 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialabgaben

    Dann sollte man für jeden Roboter die Sozialabgaben einführen. Damit es einwenig abgefeder wird.

    einklappen einklappen
  • M.Gerber am 04.01.2016 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Anfang

    Gut so der Mensch macht sich selber überflüssig!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Minv am 05.01.2016 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fluch und Segen

    Das sird ganz schwierig, v.a. in niederschwelligen u/o Teilzeitberufen. Es gibt Roboter, die erstellen Mauern (24/7). Chance: Es gibt Roboter, die jäten (ebenfalls 24/7). Das können dann Pestizide eingespart werden.

  • Mephiston am 04.01.2016 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    wer weiss

    irgendwann machen Roboter alles und wir Menschen liegen auf der faulen Haut. Bis sie sich erheben und die Abschaffung dieser "Sklaverei" fordern.

  • Karl Gutknecht am 04.01.2016 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Management Roboter

    lernt ein Robot wirklich aus den gemachten Fehlern, ist er bei einigen Firmen ein guter Ersatz für die oberste Führungsebene

  • K. Vetsch am 04.01.2016 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft?

    Wie lange mag es gehen, bis ein Roboter einen Roboter entlässt!

  • Phil am 04.01.2016 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Roboter....

    bezahlen zudem keine Einkommenssteuer, wie will sich der Staat der Zukunft, welcher auf ein stetig steigendes (Lohn-) Wachstum (seiner Bürger) angewiesen ist, finanzieren? Mittels Konzernen? Apple und Konsorten bezahlen lediglich 3% Steuern auf ihrem Gewinn, KMU's 25-35%. Wir sollten stolz sein auf jeden Arbeitslosen, es zeigt uns wie wenig Menschen notwendig sind um alle Bedürfnisse des täglichen Lebens abzudecken. Bei uns "Arbeiten" schon weit über 50% der Arbeitnehmer in Jobs mit welchen null Mehrwert generiert wird und es werden täglich mehr.