Zölibat

13. Januar 2020 03:32; Akt: 13.01.2020 03:35 Print

Vorgänger redet Papst Franziskus ins Gewissen

Eigentlich sollte der frühere Papst Benedikt schweigen. Doch wenn es um das Zölibat geht, kann er scheinbar nicht anders.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der frühere Papst Benedikt XVI. hat an seinen Nachfolger Franziskus appelliert, das Eheverbot für Priester nicht zu lockern. «Ich kann nicht still bleiben», schreibt Benedikt zum Zölibat in einem mit dem erzkonservativen Kardinal Robert Sarah verfassten Buch. Aus dem Werk veröffentlichte die französische Zeitung «Le Figaro» am Sonntag vorab Auszüge. Vatikan-Experten reagierten verblüfft darauf, dass Benedikt öffentlich Stellung zu Angelegenheiten seines Nachfolgers bezieht.

Umfrage
Was halten Sie vom Zölibat?

Der Experte Iacopo Scaramuzzi etwa schrieb am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Kohabitation von früherem und derzeitigem Papst sei schwierig, wenn der Amtsvorgänger sein Versprechen nicht einhalte, «sich zu verbergen und zu gehorchen».

Lockerung wegen Personalmangels

Benedikt und Kardinal Sarah warnen in dem Buch, dass sich die katholische Kirche nicht von «schlechten Einlassungen, Theatralik, diabolischen Lügen und im Trend liegenden Irrtümern» beeinflussen lassen dürfe, «welche den priesterlichen Zölibat entwerten wollen». Sie warnen auch, dass Priester durch die «ständige Infragestellung» des Zölibats verwirrt würden.

Franziskus prüft derzeit, ob in entlegenen Weltgegenden wie etwa bestimmten Gebieten des Amazonas, in denen es einen Mangel an Priestern gibt, den Geistlichen die Ehe erlaubt werden soll. Es wird erwartet, dass er seinen Entscheid in den kommenden Wochen verkündet. Bei einer Amazonas-Synode im Oktober in Rom hatten Bischöfe den Papst aufgerufen, in der Amazonasregion das Priesteramt für verheiratete Männer zu öffnen.

Einfache Erklärung

Der 92-jährige Benedikt argumentiert aber laut «Figaro» in dem Buch, dass die Ehe «den Mann in seiner Gesamtheit betrifft» - da das Priesteramt ebenfalls die Gesamtheit des Mannes beanspruche, «scheint es nicht möglich, beiden Berufungen gleichzeitig nachzugehen».

Benedikt war im Jahr 2013 als Oberhaupt der katholischen Kirche zurückgetreten. Er war der erste Papst seit dem Mittelalter, der zurücktrat.

(roy/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mo am 13.01.2020 05:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veraltet...

    Hört doch auf, mit diesem veralteten Zölibat! Auch ein Priester ist nur ein Mensch mit Bedürfnissen. Lasst sie heiraten. Wen störts?

    einklappen einklappen
  • Peter Christ am 13.01.2020 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Priester sollte heiraten dürfen

    Petrus war verheiratet und hatte Kinder. Wieso also sollte es Priestern nicht erlaubt sein zu heiraten? Vielleicht würden dann ein paar Kinder verschohnt bleiben.

    einklappen einklappen
  • matty am 13.01.2020 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    wie lange noch?

    Wie lange soll diese unnatürliche regel noch krampfhaft aufrecht erhalten werden. Sexualität und partnerschaft gehörtuntrennbar zum mensch sein.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sonja am 13.01.2020 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt, weiter so!

    Ich möchte mich als treuer Katholikin ganz herzlich bei jedem aufrichtigen Priester bedanken, dass er um des Himmelreiches willen alles aufgegeben hat, um Jesus und damit vielen Menschen zu dienen. RESPEKT! Weiter so!

    • John Livers am 13.01.2020 17:43 Report Diesen Beitrag melden

      @ Sonja

      @Sonja, Unsinn Dienen könnte er wahrlich genau so wenn er eine Frau hätte.

    einklappen einklappen
  • David am 13.01.2020 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst doch Jesus sprechen

    Für das Priestertum braucht es eine Berufung. Erst wenn diese vorhanden ist, kommen die Worte Jesu zum Tragen wenn er sagt: "Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere werden es durch menschlichen Eingriff. Und es gibt Menschen, die verzichten von sich aus auf die Ehe, um sich Gottes himmlischem Reich ganz zur Verfügung zu stellen. Das sage ich für die, die es verstehen können".

  • Ottilie N. am 13.01.2020 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    endlich nimmt er Stellung

    nachdem bereits hubderte Geistliche und Theologen Franziskus der Blasphemie und Ketzerei bezichtigten, nimmt Herr Josef R. endlich Stellung ... finde ich Top ... Die Kirche gibt es schon viel zu lange als dass der erste ausländische Pabst gleich soviel ändern können soll

  • Isabell am 13.01.2020 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Motivation hinter dem Zorn

    Die katholische Kirche wird gehasst, weil sie seit 2000 Jahren das lehrt, was Jesus vorgelebt hat. Jesus lebte im Zölibat. Zuletzt hat man ihn gekreuzigt. So geschieht es heute wieder mit seinem Leib, der Kirche. Schade, dass wir in Europa wieder soweit kommen mussten, dass man um Jesu willen verfolgt wird.

    • John Livers am 13.01.2020 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      @ Isabell

      Isabell, nur weil das Zölibat zur Debatte steht wird niemand verfolgt. Kommt doch endlich in der RFealen Welt an!!!

    einklappen einklappen
  • Biker60 am 13.01.2020 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauen würden Einfluss nehmen

    Es wäre nicht gut für die katholische Kirche. Ist ein Geistlicher verheiratet, wird ihn die Frau über kurz oder lang beeinflussen und Veränderungen herbeiführen. Dies geht aber in der Position des katholischen Kirchenführers - egal in welcher Position - nicht.

    • John Livers am 13.01.2020 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      Und die Evang. Reformierten?.....

      Wie halten das denn die evang. Reformierten? Sind die denn so viel schlechter?

    einklappen einklappen