Heiratsstrafe

16. Februar 2016 13:41; Akt: 16.02.2016 15:15 Print

Zweiverdiener-Paare profitieren mehrheitlich

Die Heiratsstrafe gibt es, aber nur eine Minderheit der Ehepaare ist davon betroffen. Laut der Eidgenössischen Steuerverwaltung profitieren 90 Prozent der Paare.

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Nur für zehn Prozent gibt es eine Heiratsstrafe: Eine verheiratete Frau füllt die Steuererklärung aus. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Mehr als doppelt so viele Zweiverdiener-Ehepaare profitieren durch ihre Heirat gegenüber Konkubinatspaaren bei den Steuern, als dass sie bestraft werden. Der Grossteil der Ehepaare, bei welchen beide Ehegatten Geld verdienen, ist den Konkubinatspaaren bei der Steuerbelastung gleichgestellt; Einverdiener-Ehepaare haben gar immer einen Vorteil.

Dies zeigt eine Schätzung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zur Frage, wie viele Ehepaare bei den direkten Bundessteuern einen Heiratsvorteil haben. Die Schätzung wurde im Auftrag der «Neuen Zürcher Zeitung» gemacht und basiert auf der Steuerstatistik aus dem Jahr 2012. Erfasst waren damals 1,1 Millionen Ehepaare, wovon 300'000 Einverdiener- und 800'000 Zweiverdiener-Ehepaare waren.

Einkommensaufteilung 30/70 Prozent als Grundannahme

Von diesen Zweiverdiener-Ehepaaren musste ein Zehntel – 80'000 Ehepaare – wegen der Heirat eine steuerliche Mehrbelastung von 10 Prozent gegenüber Konkubinatspaaren auf sich nehmen. Etwas mehr als doppelt so viele profitierten jedoch von einer Minderbelastung von ebenfalls 10 Prozent. Der Grossteil – 550'000 Zweiverdiener-Ehepaare – ist den Konkubinatspaaren gleichgestellt.

Die Schätzung basiert auf der Annahme, dass der eine Partner bei Konkubinatspaaren oder Zweiverdiener-Ehepaaren 70 Prozent des Einkommens verdient und der andere 30 Prozent des Einkommens einbringt. Einverdiener-Ehepaare profitieren gemäss den Ausführungen der ESTV gegenüber Konkubinatspaaren immer von einer steuerlichen Minderbelastung.

Zu beachten ist laut der Steuerverwaltung, dass rund ein Viertel der Ehepaare keine direkten Bundessteuern bezahlen. Zudem enthielten die Schätzungen zur direkten Bundessteuer nur einen Teil der Information, welche zur Ermittlung der Anzahl der von einem Heiratsvorteil beziehungsweise Heiratsnachteil Betroffenen benötigt werden. Wegen der unsicheren Datenlage weist die ESTV weiter keine Schätzung zur Zahl der Rentner-Ehepaare mit Heiratsvorteil oder -nachteil aus.

(ofi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robert B am 16.02.2016 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist?

    Die grösste Heiratsstrafe, ist die gekürzte AHV!! Was ist damit?

    einklappen einklappen
  • M.T. am 18.02.2016 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ha, eine Minderheit!? Komisch...

    Also bei uns hat sie auch zugeschlagen, enorm! Ich finde es eine Frechheit, dass eine Ehe die Steuern hochtreibt, eine Unterschrift so viel ausmachen kann, die ist nicht gerecht. Basta. Und wieso soll man bestraft werden wenn man einen gut bezahlten Job hat, die vergessen, dass man auch Jahre dafür investiert hat....Und wieso soll man bestraft werden, wenn man kinderlos bleibt? Vielleicht mal daran gedacht, dass nicht alles klappt im Leben?

  • Kinderlos am 16.02.2016 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minderheit

    Bei uns hat sie zugeschlagen... Wir könnten ordentliche Ferien von dem Geld finanzieren, welches uns wegen der Heiratsstrafe durch die Lappen geht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel John am 28.02.2016 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffene sollen staatliche Ehe auflöse

    Ich erwarte Scheidung der Staatsehe. Muss ja jeder Betroffene selbst regulieren.

  • M.T. am 18.02.2016 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ha, eine Minderheit!? Komisch...

    Also bei uns hat sie auch zugeschlagen, enorm! Ich finde es eine Frechheit, dass eine Ehe die Steuern hochtreibt, eine Unterschrift so viel ausmachen kann, die ist nicht gerecht. Basta. Und wieso soll man bestraft werden wenn man einen gut bezahlten Job hat, die vergessen, dass man auch Jahre dafür investiert hat....Und wieso soll man bestraft werden, wenn man kinderlos bleibt? Vielleicht mal daran gedacht, dass nicht alles klappt im Leben?

  • Kinderlos am 16.02.2016 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minderheit

    Bei uns hat sie zugeschlagen... Wir könnten ordentliche Ferien von dem Geld finanzieren, welches uns wegen der Heiratsstrafe durch die Lappen geht.

  • Cornel am 16.02.2016 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionskasse teilen

    Die grösste Heiratsstrafe ist, dass nach einer Scheidung die Pensionskassen Gelder geteilt werden müssen.

    • Peter Voellmy am 17.02.2016 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Pension

      Bei den Verheirateten teilt sich die Pension jeden Monat!

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  • Robert B am 16.02.2016 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist?

    Die grösste Heiratsstrafe, ist die gekürzte AHV!! Was ist damit?

    • Peter Voellmy am 17.02.2016 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      AHV

      Das sollte ja auch geändert werden. Deshalb ein JA!

    • Kupfer41/45 am 17.02.2016 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robert B

      Genau! Habe nebst Kindern, Haushalt und Ehefrau immer noch im Beruf gearbeitet und nicht schlecht verdient sowie meine AHV-Beiträge geleistet, sehr viele Steuern bezahlt und nun nur eine plafonierte AHV-Rente als 'Lohn'. Da die Pensionskasse erst seit 1985 obligatorisch ist, habe/n ich/ wir auch nur eine kleine Pensionsrente. Gerechtigkeit ist überfällig?

    • Sven am 18.02.2016 16:29 Report Diesen Beitrag melden

      Noch lange nicht AHV...

      sofern die Ehefrau auch gearbeitet hat bin ich einverstanden, das beide eine volle AHV bekommen, hat aber die Frau selber keine Beiträge bezahlt hat sondern einfach beim Ehemann mitversichert war bekommen Sie 1,5x ausbezahlt was sie eingezahlt haben. Das möchte ich auch. Ausserdem sorry aber wer kann auch als Single mit 2300 Franken im Monat leben das geht ja schon für Miete und Krankenkasse drauf. Aber ich werde es vermutlich eh nicht mehr erleben, dass ich überhaupt etwas bekomme ....

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